Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1884)
- Article
- Eine Semira
- Date
- 1884-01-03
- Page
- 6 (sequence 2)
- Language
- German
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Orte mebcrlaffcn konnte: dorthin führt uns der lief ' sinnige Dichter, unb im Bilde jener Tondo zeigt er; uns Israel, welches in den Flnthen der Zeit vergebens nach irdischer Nu he sucht, umsonst noch ollen Denen späht, wo sein müder Aus; sich niedersetzcn konn — vergebens 1 Dos; imb Bersolgungssncht scheuchen Iesckmrnn von jedem Rastocte hinweg, so dürfen die Bclenner der Thora von irdischer Sicherheit nicht träitmen. Aber der ewige weiter der Gemeinde Iakob's Hot seinem Bolle eine Stätte bewohn, wo es Ruhe findet, in dieser Wasserwüste ist uns eine glückliche Insel geschenkt worden, der wir durch die Thätigkeit des Vertrages;׳.!streben: cd ist der Sabboth. Leun es Israel versteht, sich den Flnthen an diesen! Tage zu entziehen, die es sonst nntströmen. sich zu erheben über dos irdische Treiben, an welches das Glück und doS Elend der Menschheit sich knüpft und an bem iheilznnehmen auch unsere Pflicht ist, — dann steht eS ans heiligem Boden, dann prallt die Macht der Flnthen ob an diesem festen Damme. Braust eure Schmähungen gegen uns ans, ihr flüchtigen Wogen — hier rasten wir und kämpfen nicht um Ehre, und an diesem Tage trifft uns doS VästerworL nicht: müht euch, ihr Wellen, in der Mitte dieser Flmh Stürme zu unserem Berderben anznregen -- heute sind tvir erhaben über Rücksichten des Bor- und NachtheilS, weil diese nicht den Zweck des Menschen ansmachen; heute kann uns der Raum nicht beengt werden, denn die Selbstbeschränkung des Ernb und des Techum zeigt der Welt, daß Israel einen Zufluchtsort Hot, wo olle diese Fragen, tvelche die Böswilligen gegen uns anregen,- bedeutungslos sind: dos ist der Sabboth. Ist cS aber nicht nothwendig. diesen Ort stets wiederzusinden, den Psod dorthin nicht zu verlieren? Wie, wenn die kundigen Schisser den Unkundigen die Bahn nach icnem * Friedenseilonbe nicht weisen, wenn die Späteren nicht mehr wissen, an welcher Stelle es herausragt? Wenn die Flnthen immer heftiger brausen, und in diesem Gewoge irdischer Sorgen, in diesen Wirren des Daseinskampfes der Israelit, ohne zum Bewußtsein seiner hohen Würde zu gelangen, ohne auch nur einen Augenblick den inneren Frieden dazu zu finden, sich zu verlieren in Gefahr steht? היום נבגד יכני אנדגים• Nur von den Kindern der Frommen kann dieser Tag geehrt werden, זהירים לשמרו אבות ובנים. Wenn Bäter und Kinder in gleicher Weife veranlaßt werden, ihn zu bewahren. Ihr Eltern, wisfel, wenn die Kinder euch auch den heiligen Tag begehen sehen — uodi könnt ihr nicht sicher sein, daß auch sic ihn in seinem hohen Werthe lverden zu schätzen wissen. Noch sind die Sorgen des Daseins ihnen sern, und sie können den heiligen Tag nicht als einen schützenden Damm gegen die Weltslnth anseheu; aber könnt ihr sic cs nicht lehren, wie sic schon jetzt den Weg nach jenem glücklichen Eilande sich zu bahnen haben? Die Dörgen ihrer Ausbildung, ihres Fortschrittes in den Schulen bieten ihnen auch schon das Bild des großen Kampfes, den sie später um ihre WeUstellnng werden z!! führen haben,;Nun, seid ihr nachsichtig gegen eure Dprößlinge. duldet ihr cs, dos; sie jetzt den Ruhetag iijrent augenblicklichen Ziele, ihrer Ausbildung opfern, und tröstet ihr euch damit, daß sie euch später dennoch gleichen werden? Zeigt ihnen jetzt, daß sie all' diese irdischen Rücksichten bei Leite schieben müssen, daß sie schon in der Jugend diese durch diese ersten Schwierigkeiren hindurch sich kräftig den Weg zu dem Friedenseiland des Sabbat Hs bahnen müssen, lasset sie schon jetzt die erhebende Weihe des Tages als Gegenmittel gegen das Dosten des Werktags empsindetc — dann habt ihr gelhan, was ihr gekomtt. ES wird ihnen auch später möglich werden, durch die Wogen der Lcbenssorgeii hindurch unter Opfern den Pfad zu sinden und lotsen ihres Lebenssehifses nach jenem 0)rte zu sein, wo ״die Taube Ruhe findet." הקוק בשני לוחות אבנים. Nicht umsonst ist dos Sabbathgebot in jene Tafeln gegraben הרוב אונים ואםיץ בה von jenem Mächtigen, der die Welttast trägt und vor welchem, nach dem jesaianischen Wort ״ איש לא נעדרnichts Menschliches verborgen ist," und der in jene ״allgemeintnensehlicheu" Gesetzestafeln eben das ״Zeremvnialgesetz" des Sabbaths eingegraben hat, um die willkürlichen Unterschiede zu verwischen, die der Mensch in der Thora;!! machen sich unterfängt. Der Sabboth ist allgenteinmenschlich, jene Tafeln bekunden es; und den! Bedürft nisse des Menschenrhnms, darum auch Israels gemäß mögen wir durch die Flnthen der Neuzeit von jenem Eiland nicht immer mehr des heiligen Gebietes abspielen lassen, sondern den Pfad dorthin schon der strebenden Jugend zeigen. Schluß folgt.) Aus Der erstm Hülste unseres Jahrhunderts. (Nach einer wahren Begebenheit) Kriedrich VoLL. EForlsetzUNg.,׳ ('.Me :>M>te Portn-balu-(•״ ״Junger Mann," fuhr der Rabbi sehr ernst fort, ״bei uns Inden heischt es die Vorschrift, we:׳.:t ein Fremder uns mit dem Verlangen naht, das ich so eben von ihnep vernommen, so haben wir vor Alle.״ nach der l Ursache zu forschen, die in dem Fremden jenes selt-; jamc Begehren erweckt. — Ich will jedoch vorläufig; noch nicht einmal danach fragen —ent kuum merki liches Lächeln zuckle bei diesen Worten um die feinge- ' spaltenen Lippen des Redenden, er hatte offenbar die