Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1883)
- Article
- Österreich-Ungarn : Radeutz [Nachricht]
- Date
- 1883-12-20
- Page
- 893 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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893 schling ןן0ט Rabbinerstetten nicht die Würdigkeit der Bewerber allein zu berücksichtigen, dadurch ein Paroli bog, daß sic, unbeirrt von allen versuchten ungehörigen Beeinflussungen, das hier vakant gewesene Rablnnat nur unter bcm Gesichtspunkte der Tüchligkeit und geistigen Befähigung der in Krage kommenden .Kandidaten den i als Talmudistcn und hervorragenden Kanzelredner hoch-! geschützten und mit Recht allgemein beliebten Herrn! Oberrabbincr Knnstadt ans Großwardein zum gcisr liehen Oberhauptc der Gemeinde ernannte. — Wenn , nun auch die hiesige Genreinde zu der getroffenen ,׳ Rabbinenvahl sich gratuli:en kann, indem die kurze! Amtsthütigkcit desselben schon jetzt von Jedermann als eine in jeder Beziehung segevs- und erfolgreiche gcwürdigt wird, und deohalb die Zukunft der hiesigen Gemeinde eine freudige und hoffnungsvolle zu werden verspricht, so müssen wir zu unserem Bedauern dennoch lonstatiren, dag dies Lichtbild nicht ganz frei von Schatten, die wohl nicht geeignet sind, unseren Gemeindehvrizont gänzlich zu verdüstern, die aber immerhin, wie jeder Schatten, die volle Entfaltung des Lichtes beeinträchtigen und verhindern. Es exisrirt hier eine kleine, ohnmächtige Partei, die es nicht verschmerzen kann, daß der traurigen Gepflogenheit zuwider bei der Besetzung des hiesigen Rabbinats unwürdigen Umtrieben kein Einfluß gestattet war. Sie berief deshalb den Herrn K. L i ch t e n st ei 11 aus Maros-Basar hety (Siebenbürgen) als Gegenrabbiner hierher. Bon den Jntrignen, welche hierbei ausgcivendet wurden, lassen Sie mich schweigen, i Dieselben waren insofern nicht ohne Erfolg, als cs sogar gelang, einige Knltusräthe. die früher das Erneunungodekret des Herrn Rabbiner Knnstadt gutgeheißen, nunmehr der Partei der Malkontenten zuzuführen, so daß dieselbe sich jetzt mit einer künstlich herbeigeführten Majorität in der Gemeindevertretung brüstet. — Wenn es aber dieser im Trüben fischenden Partei bisher gelungen, die Ruhe unserer Gemeinde zu stören, so wird dies hoffentlich nicht mehr lange an dauern, da die derselben nicht a,!gehörenden Kultusräthe und Ersatzmänner, trotz der Mittellosigkeit Einiger derselben, dennoch mannhaft allen Verlockungen wiederstandcn und nnninehr beschlossen haben, dein Gcmcindepräses Herrn Zeisel schriftlich zu erklären, ״in Gemeinschaft mit jenen sezcssionistische Gelüste hegenden Kultusrüthm keiner Gemcindesitzung mehr beiwohnen zu wollen'', wodurch der Kultnsrath in keiner beschlußfähigen Anzahl fernerhin zu berathcn mehr im Stande ist. In Folge dieses mannhaften Abstiinmuugsbeschlusscs hofft inan hier allgemein, daß die hohe Behörde zur Auslösung des gegenwärtigen Kultnsrathes zu schreiten bemüssigl sein werde. Daß die Stellung unseres Herrn Rabbiners von diesem Getriebe unbeirrt in hiesiger Gemeinde eine feste und gesicherte ist, zu der die Wogen des Parteikampses nicht hinanreichcn, geht auch daraus hervor, daß selbst die Gegner desselben nicht seine Ernennung anfcchten; sondern nur in der Person des Herrn Lichtenstein einen Lubrabbincr, der in Allein und Jedem unserem Obcreabbiucr subordinirt, der Gemeinde aufbürden wollen, welcher Plan aber, wie erwähnt, als ein den Gcineindcsricdeli störender scheitern wird. Durch die traurige Erfahrung gewitzigt, wird die große Mehrheit der hiesigen Wähler gewiß nur solchen Männern das Ehrenamt eines Kultnsrathes ertheilcu, die אגשי היל שונאי בצע, jeder Bestechung und Versuchung nnzugäng'.ich, und nur das wahrhaste Interesse der Gcmeiude zu befördern, im Herzen tragen, dann wird auch יבל העם יבא על מקומו בשלום. Luxe m b nrg. j 0. ׳Aus Luxemburg, im Dezember. Der aus! Luxemburg stainmcndc Herr Leo Lippmann, Mit-! inhabcr der Amsterdamer -Firma Lippmann, Rosenthal! u. Eomp., hat seiner Vaterstadt seine sehr werthvolle! Gemäldegallcrie testamentarisch vermacht. Dieselbe soll! einen Werth von einer Halden Million Frauken besitzen. > Der jüdischen Gemeinde Luxemburg vermachte er sechs-! tausend Gulden, der städtischen Kommune siebentausend Gulden, deren Zinsen bedürftigen Stndircuden zu Gute kommen sott. S ch w e i z. -i- (Kudiugen, Ende November. Einer der wackersten Männer ist vor Knrzcin zur ewigen Ruhe ciugcgaugen, dessen Andenken auch durch Ihr geschütztes Organ geehrt zu werden verdient. Herr Acnzian Dreyfuß, der überall genannt wurde, wo es galt, ein Werk der Bebe zu üben, oder für die Interessen unserer heiligen Religion thütig zu sein, auf den wir als ein Vorbild gewissenhaftester Fröuunigkeit und sittticher und geistiger Hoheit stolz hinschautcn, ist am 13. Eheschwan zu Grabe getragen worden. Sein Gedüchtuiß wird zum Segen bleiben in unserer Mitte. Rußland. ...x. Petersburg, l6. Dezember. Endlich ist die Juden-Komrnission zusnmmengetretcn; in erwartungSvoller Spannung harren Millionen der Vorschläge ent- , gegen, welche ans deren Benutzungen hervorgehcn werden. ן Wird des edlen Fürsten Demidow-San׳Donato! Ansicht durchdrungen, oder im Gegensatz zu derselben! sich Haß und Vorurtheil Geltung verschaffen? Wird! die Regierung die Arbeit der Kornmission zur Grund- > läge eines legislatorischen Aktes nehmen, oder solche! als unbenutztes Material in dem Archive modern lassen??; — Wer von uns kann diese Frage beantworten? Wer | vermag in das Bcrathmigszimmer einzudringcn, um