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Jeschurun · 1883-12-20 · Heft 51 (20.12.1883) · p. 891

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 51 (20.12.1883)
Article
Holland [Nachricht]
Date
1883-12-20
Page
891 (sequence 2)
Language
German
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Eltern? — Aber auf alle unsere Fragen, und sind es das nicht eigentlich die unsrigen, sondern dieselben werden viel und oft vcntilirt, hört man nur die eine Antwort-. ״Ja, gegen die Simultanschnle können wir nicht aukämpfen." — Wir erlauben uns zu bemerken, cS gilt keinen Kamps gegen die Simultanschnle, cs gilt die Wahrung unseres theuersten Gutes, und da darf keine andere Rücksicht mitsprechcn. Je größer die Schwierigkeiten, die sich nnS cntgegenthürmen, um so mehr müsst» wir unsere Kräfte anspanncn, und gerade Amsterdam hat ja wiederholt gezeigt, daß cS auch durchzuführen versteht, was eS einmal in die Hand genonuncn hat. Täuschen wir uns doch nicht: alle religiösen Institutionen, und seien sie noch so prächtig und noch so reich anSgcstattet, sind wie ein Gebäude, dem das Fundament fehlt, so lange wir nicht in genügcnder Weise gesorgt haben, daß unsere Kinder zu Jchudim, echten Jehudim herangebildet werden. Soll der Jüngling, wenn er dem Ellcrnhause entwachsen, trotz aller Versuchungen, die in mannigfachster Weise an ihn hcrantreten, der Religion seiner Väter treu bleiben, soll die größte ברכה, die es für einen jüdischen Vater giebt, sott das תחת אבתיך יהיו בניך sich an nnS erfüllen, dann müften wir unsere Kinder auch mit allen! Röthigen zu dem Kampfe auSrüsten, der ihrer überall im schaffenden, wie im genießenden Leben wartet. Unsere Jugend muß lernen, von Grund ans lernen, daß jüdische und profane Bildung keine Gegensätze sind, sie muß gelehrt werden, all das wahrhaft Schöne und Edle, was an dem Baume von Kunst und Wissenschaft zeitigt, vom jüdischen Standpunkte aus zn würdigen und zn schätzen, sie muß in den Stand gesetzt werden לברר את השבח מתוך הפסולת. So lange das nicht geschieht, haben!vir unserer Pflicht nicht genügt. — Das neue Beth - Hamidrasch, diese jüngste Schöpfung Amsterdamer Begeisterung für unsere heilige Thora, wird so lange allein stehen und von nur beschränkter Wirkung für die Zukunft bleiben, so lange ihm nicht sein בן זוג gegeben wird, eine höhere Schule, in welcher jüdische Wissenschaft zugleich mit profaner gelehrt wird. Oesterreich-Ungarn. -x-Aus Mähren, im'Dezembcr. Herr Rabbiner Dr. Samuel OH* int zu Znaim ist durch einstimmige Wahl als Rabbiner von Hohenems berufen worden. Mit diesem Posten ist das LandcSrabbinat von Tyrol und Vorarlberg verbunden. Herr Dr. (531*1111 gehört aus voller Uebcr;engung der konservativen Richtung an. Hoffen wir, daß seine Wirksamkeit in Tyrol eine recht gesegnete sein werde, daß cs ihm gelinge, für תורה und יראה Ersprießliches zu schaffen. Der Lehre Gottes öffnen sich gern die Herzen, wenn der rechte Lehrer durch überzeugende Rede und eigenes Beispiel sie verkündet. W. Prag, 5. Dezember. Wie bereits in diesem Blatte gemeldet wurde, hat der Vorstand des E;-Hadaath- Vereins in einer Sitzung vom 3. Februar 1683 die Resolution gefaßt, eine LandeS-Rabbincrschule zu kreiren und zur Nealisirnng ein nenngliedrigeS Komitee aus hervorragenden und einflußreichen Männern zu wählen. Allerdings ein sehr löbliches Projekt, welches zur Genüge Zeugnis; dafür bietet, daß man in der alten Heimstätte der תורה הקדושה endlich zn der Erkenutniß und Einsicht gelangt ist, daß trotz der vielen Wohlthätigkeitsinslitute, die Seitens der hiesigen Gemeinde erhalten werden, für das geistige Gebrechen des ge- [ammtcn JndcnthnmS des Königreiches Böhmen noch keine Lindcrungsanstalt existire; allein die Herren vom Vorstande scheinen, wie uns die Zeit leider belehrt, sich einer tristen Illusion hingegeben zu haben, indem sic glauben מחשבה סובה כמעשה. Und so haben sie das in sie gesetzte Vertrauen wenig gerechtfertigt. Man erwartete von ihnen Thatcn; statt dessen erhält man papiernc Beschlüsse und die Zusicherung, daß die Herren fortan Alles dein Zufälle und einer günstigen Äcndung dcS Geschickes anvcrtrauen wollen. — Und obscholl der JndiffercntiSmuS auf dem religiös-wissenschaftlichen Gebiete im Siebenmeilenschritt schreitet, so giebt man sich dennoch der süßen Muße hin, lmd mit sorglos gefalteten Händen schant man gleichgültig zu, wie derselbe immer mehr um sich greift. Und doch — ein Schritt — und cS wäre diesem gesteuert. Die HU0UO Gulden, die zu diesein Zlvecke bei der KnltnSgemeinde angelegt sind, brauchte man nur ihrer Bestimmung zuzllführen. Allein cS gebricht an Männern, die hierfür das Wort ergreifen und auf Thatcn dringen. Die KultnSgeineinde-Nepräsentanz? Ach, diese schrillt sich mit j solchen Dingen nicht abgeben zu!vollen. — Und der j Vorstand des Ez-Hadaath-Vereins? Wie schwer cS! uns fallen mag, über die Leitung desselben den Stab \ zu brechen, so müssen wir dennoch, um der Gerechtigkeit! willen, konstatircn, daß derselbe unter dem gegenwärtigen! Negiine eine Schutzwehr gegen die alles Religiöse weg-! schweiumende Flut!) zu errichten nicht im Staude ist. Aus welcher Ursache, nehmen wir Anstand, hier zu erörtern. Wohl sieht man dies schon ein, und, wie daS Gerücht zirkukirt, soll der Herr Dr. Grü» gewillt sein, deinnächst auf die ObmannssLelle zu rcsigniren und statt seiner würde dann der in der Gclehrtcilwelt sehr geachtete Mann, Herr Sinai Hock, Seitens dcS VorstandcS in Aussicht geuonunen werden. Herr Sinai Hock wäre wohl der Mann, um den Verein zu der erwünschten Prosperität zu bringen. ES dürfte ihm auch nicht schwer fallen, denn die Liebe zur Gotteslehre ist aus dem Herzen eines echten Prager Juden nicht

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