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Jeschurun · 1883-12-20 · Heft 51 (20.12.1883) · p. 890

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 51 (20.12.1883)
Article
Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
Date
1883-12-20
Page
890 (sequence 2)
Language
German
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890 Hhastesbury in ,ehrerbietiger Rücksicht auf das Hans : Israel, und Sie mögen versichert sein, daß Pastor; Stöcker hiervon unterrichtet werden wird, obgleich ich nicht annehmeu kann, daß er während seiner Anweseni heil in London irgend einen Gegenstand berühren dürste, welcher nicht direkt ans die Angelegenheit, deren wegen er hierher kommt, Bezug hat/׳ ibirj: Herr Stöcker ist von dem Luther-Komitee nicht eingeladen worden, allein nachdem die ״Freunde in Deutschland" ihn einmal hinüber geschickt hatteit, mußten die Engländer gute Miene zum bösen Spiel machen. 2 לlt1S Pvmmern, i 2. Dezember. Ich erfahre soeben, daß die Revisionsverhandtung in Angelegenheit des Nenslettiner Spnagogenbrandes am 4. Januar stattsindet. V. Dan.zig, 10. Dezember. Am Sonnabend, den 8. d. M., hielt der von hier scheidende Rabbiner 1)1011־1 ® .׳ cmann in der hiesigen Weinberger Synagoge. vor dicht gefülltem Gotteshanse seine Abschiedspredigt. In herzergreifender Weise schilderte derstlbe seine Wirksamkeit in der Gemeinde und schloß mit innigem Wunsche des Friedens für die Gemeinde, des Segens für den Vorstand und alle Mitglieder der (Gemeinde und nahm von ihnen rührenden Abschied. Am Sonntag, den 0. d. Ai., brachte die Liedertafel des kaufmännischen Vereins dem Scheidenden ein Morgensländchen. Mittags überreichteeine Deputation eine herrlich ansgeslatlete Dankadresse nebst einem Ehrengeschenk, bestehend aus einem kunstvoll gearbeiteten silbernen Theo- und Kaffee-Service mit altdeutscher Gravirnng. Abends vereinigten sich die Mitglieder der Gemeinde und viele Freunde zu einem Abschieds-Festessen im hiesigen Kaiser-, Hof. dessen Saal mit Baumen, Blumen, Draperien, Emblemen scstlich geschmückt, einen prächtigen Anblick gewährte und einem Blumengarten glich. Der erste Toast galt dem Kaiser, dem Lchirmherrn des deutschen Reiches, wobei die Kapelle des 4. Infanterie-Regiments die Nationalhymne intonirte, die stehend von den Mitgliedern abgesnngen wurde. Rede reihte sich an Rede. Herr Di׳. Gronemann sprach in sichtlich bewegter Stimmung für die ihm an diesem Tage schon von der frühen Morgenstunde an bewiesenen Ovationen seinen tiefempfundenen Dank aus, und.betonte besonders, daß ihm dieser Tag als einer der schönsten Tage seines Lebens in steter Erinnerung bleiben wird. Er würde stets mit seinem thenren Danzig die Bande der Liebe und Verehrung, welche ihm mit Allen verknüpfen, zu erhalten suchen. Die Festtheilnehmer blieben mit Herrn Di׳. Gronemann 1111 heiteren Gedankenaustausch bis in die Morgenstunden vereinigt. Die unbegrenzteste Liebe und Verehrung Danzigs begleitet Herrn Di׳. Gronemann nach seinem neuen großen Wirkungskreise. Möge er dort der gleichen Hochachtung und Zuneigung begegnen; möge er einer gedeihlichen, segensreichen Wirkjamkeit cutgegengehen! Möge er auch unser stets eingedenk bleiben, wie wir seiner nimmer vergessen! H o l l a n d. A Airs Holland. ..Ja, gegen die Simultanschule können wir nicht ankämpsen" — das ist der Refrain, mit dem jedes Gespräch über die Schule, über die jüdische Schule bei uns endet, und — ״so gehen wir mit offenen Augen dem Verfalle alles Jüdischen entgegen" fügen wir hinzu. Glaubt mau, daß cs durch Unthütigkeit auf diesem Gebiete besser werden wird, besser werden kann? und es soll ja nicht besser werden, um von Gutem zu Bessereu! zu gelangen, sondern weil cs schlecht bei unserer Heranwachsenden Generation anssieht. Will mau sich wandern, daß das Maß von jüdischen Kenntnissen bei derselben stets kleiner wird, und das niireligiöse Leben in umgekehrter Progression wächst? Nur eins kann da Abhülfe schassen, das sind Schulen, jüdische Schulen. Das Kind darf nicht zu der Ansicht gelangen, daß das Jüdische nur Nebensache sei, daß zu dem jüdischen Unlcrrichtc nur die Zeit verwendet werde und nur so oft, als der Unterricht in den profanen Wissenschaften Zeit übrig lasse, mit einem Worte, daß Jüdisch zum Mindesten nicht ebenso obligatorisch sei, wie Holländisch und Französisch und Mathematik 11. s. w. Und ferner, mit wie viel Lust und Freude kann das Kind überhaupt an seine ״jüdische Stunde" gehen! Es ist bis vier Uhr in der Schule, daun wird gespeist, dann hat es seine Schnlanfgaben zu machen und dann, dann muß es an's ״Jüdische." Das sind noch Kinder, die so glücklich sind, Eltern zu besitzen, die wenigstens täglich eine Stunde diesem Unterrichte znwenden, der größte Theil unserer Jugend muß sieh begnügen, zwei-, dreimal wöchentlich die jüdische Schule zu besuchen, — was kann da qualitativ und quantitativ heranskommen! Gewiß, an kleineren Plätzen wird sich schwer Abhülfe schaffen lassen, aber Amsterdam z. B., eine Gemeinde, in der Gottlob noch so viel ״gelernt" wird, wo cs wahrlich eine stattliche Reihe echter, aufrichtiger Jehndim giebt, die noch Zeit und Geld jür's Jndenthnm übrig haben, wo man einen Manu an der Spitze hat, der wie geschaffen dazu wäre, auch in dieser Beziehung Großes zu leisten, warum entbehrt auch Amsterdam einer Schule, die der Jugend ihre ganze Ausbildung bietet? Au Muster-Anstalten fehlt es doch wahrlich nicht, cS gilt hier ja kein יש מאין, und an erzielten Erfolgen ebenso wenig. Amsterdam, das sich mit seinen! neuen, großartigen Bcth- Hamidrasch ein weithin leuchtendes Denkmal seiner אהבת התורה und כבוד התורה gesetzt, hat damit gezeigt, welches seine Begriffe von לימור התורה sind, gelten dieselben für die Kinder weniger, als für die

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