Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1883)
- Article
- Deutschland : Scheuklengsfeld [Nachricht]
- Date
- 1883-12-13
- Page
- 877 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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877 Rektor der Stadtschule, die Gratulation der Stadt in warmen Norton 311m Aufdruck bringcub. Auf allen Gesichtern las man freudige Thcilnahmc an der seltenen Feier. Die vielen und werthvvllen Geschenke, sowie die zahlreich von Nah nitd Fern eingelansencn Telegrammc, heiteren und ernsten Inhaltes, legten beredtes Zeugniß ab von der Viebc 1111b Belehrung, welche ^err und Frau Knh genießen. Am Nachmittag desselben Tages vereinigte ein solennes Mahl, an welchem auch Herr Rabbiner׳ Di׳. Salzer theilnahm, die Familie des Jubelpaares. Launige Toaste gaben dem Mahle volle Würze. Möge ein weiterer freundlicher Stern über daö Leben des Jubelpaares walten. Nicht unerwähnt will ich lassen, daß dieser Tag der Freude auch zu einem Frendenlage für die Bedürftigen wurde. Ansehnliche Spenden wurden ihnen zn Theil. O e st e x x c t ch -11 u g a r n. -v- Leutbercz, 7. Dezember. Es ist hier für die Ende des Jahres bevorstehenden Wahlen zur Handelskammer ein Komitee znsammengetrel.n, welches mit den jüdischen Kanslenten ein Kompromiß dahin eingehen null, daß nenn jüdische Kandidaten ausgestellt werden sollen, wogegen die Inden aber die anderen Namen der Liste zn akzepriren haben. ^ipto-Szt-Miklvs, 2\). )lovember. liin gutes Geschick führte mich gestern zufällig hieher und da ward mir das Glück zn Theil, einer herzerhebenden jüdischen Feier, der Installation des nengeivähllen OberrabbinerS der hiesigen Gemeinde, beiznwohnen. — Es war ein überaus herzlicher und solenner Empfang, den die Gemeinde ihrem Rabbiner bereitere, das ganze Arrangement war ein Reflex der gehobenen Seelen- und Herzensslimmnng und trug den Karakter der taktvollsten Würde an sich. Den Glanzpunkt der Feier bildete immerhin die vorzügliche, außerordentlich geistreiche, voll Gefühl und Wärme gehaltene Antrittsrede des ehrivürdigcn Rabbiners, welche ans alle Anwesenden, unter welchen sich auch dcrOberundBizcgcipan, sowie die Stadt-11. Gerichts behorden. 1111b die Geistlichkeit befanden, einen mächtigen Eindruck machte. Voll Befriedigung und freudestrahlend, beeilten sich Jung und Alt, den verehrten Redner zn beglückwünschen. — Abends war ein glänzendes Bankett von dem ich nichts weiter referiren kann, da ich als Fremder demselben ferne blieb. — Dem Bernehmen nach langten im Lause des gestrigen Tages zahlreiche Gratulations-Telegrammc von Gemeinden, Rabbinern und Privaten ein. — — Die hwsige Gemeinde ist nicht blos numerisch eine sehr bedeutende, sondern auch vermöge ihrer ungewöhnlichen Intelligenz eine der hervorragendsten des Landes Es gicbt hier auch noch sehr bedeutende בני תורה. Bis vor Kurzem haben hier zwei getrennte Gemeinden, eine orthodoxe und eine ( Fortschritts-Gemeinde bestanden, heute bilden sie eine, j einheitliche Gemeinde; die umfassende kalmndischc Gelehrsamkeit, die philosophische Bildung, der lautere Karakter und die nngehenchelte Frömmigkeit des ehrwürdigen Oberrabbiners Herrn Dr. Will). Singer, sowie auch die liebevolle Berehrnng, die ihm allenthalben entgegengebracht ivird, bieten die sichersten Garanlieen dajüi, daß die Gemciiideeiiihcit und der j Gemeindefricden nicht so bald und leicht wieder i erschüttert and gelockert werden können. Herr Rabbiner! .Dr. Will). Singer ist איש על מקובץ ein Mann, der : in allen Stücken vollkommen ist, um den Posten zum | : Heile unserer Religion, zur Ehre des Jndenthnms, j | zum Wohl seiner Gemeinde und zur Befriedigung der! Anforderungen aller Elemente im Wcichbilde seiner Ge-; meinde, ansznsüllen. — Wie mir gesagt wurde, war : der gestrige Tag die Jahreszeit von dem Ableben des ' verewigten hiesigen Rabbiners הגאון מ״וה בער ז״ל i und ich weiß nicht, war cs bloßer Zufall oder berechnete . Absicht, daß die Gemeinde eben den Sterbetag ihres : früheren Rabbiners ז״ל zur Installation des neuen; Rabbiners נ״י bestimmte und festjetzte; es sei dem wie; ihm wolle, es hat sich hier buchstäblich bewahrheitet : חרה ר.ש נדב ובא חש נדב, an diesem Tage ging am . Firinainente der hiesigen Gemeinde eine glänzende Sonne; unter und nun ging an demselben eine strahlende Sonne : wieder auf! A. PerLSmann. Di׳. W. Budapest, Ende November. Ich beeile : mich Ihnen mitzniheilen, daß in der vom 27. bis 2\). November hier stattgehabten orthodoxen Rabbiner- > Versammlung gar manche in den ״Kollektiv-Berichten" Ihres geschähen Blattes angeregten Zeitsragen und gemachten Proposilivnen ernstlich diskntirt wurden, und ivcrdcn hoffentlich manche von dein Verfasser der ״Kolkektio-Berichte" empfohlene Mittel rcalisirt werden; so dürfen wir 11. A. hoffen, daß in Bälde אי״ה eine Bildnugsaustalt für orthodoxe Rabbinats-Kandidaten kreirt werden wird. — In der ehrwürdigen Bersammtung wurden die ״Kollektiv-Berichte" wohl nicht als Quelle der Anregung genannt und die DringlichkeitSantrüge als aus eigener Initiative und Autopsie erflössen vorgetragen, doch es ist ein offenes Gehcimniß, daß die im ״Jeschnrnn" ansgedccktcn Schäden der ungarisch-jüdischen Orthodoxie und die dort gemachten Rathschlägc zur Klärung und Würdigung der Situation viel beigelragen und für die zeitgemäßen Propositionen empfänglich gemacht haben. Türk e i. KvnstautLrlvPe!. Telegraphischen Nachrichten zufolge brach am Dezember in dem Jndcngnarticr (Hasköj) der osmanischen Reichshanptsladt, in welchem ctiurt 50 0<10 unserer Glaubensgenossen wohnen, einet sehr heftige Feiiersbrnnst ans. Bon den anS Fachwcr und Lehm errichteten elenden Häusern ist eine sehr große