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Jeschurun · 1883-12-13 · Heft 50 (13.12.1883) · p. 876

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 50 (13.12.1883)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1883-12-13
Page
876 (sequence 2)
Language
German
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bcr ucrftorbcnc Wnljfsheim, die?)1id)tic\fcit der;Hu$־ ' fpriidic bcfiäit^t hatte, wandte ich mich brieflich : den ' Stadtrath Magnus mit der Anfrage, ob diese Aenßc- : rnng der Wahrheit entspräche. 'Darauf kam Herr Rcagnus persönlich zu mir und erklärte mir, das; dien׳ Aeußernngen vollständig richtig seien, das; der Kronprinz j in der damaligen Sitzung, nmniltelbar nach seiner! Rückkehr von Italien, gesagt habe, das; er diese ami- ■ semitische Agitation als eine Schmach für Deutschland : an sehe, und das; er sich im Anslande und den Ans׳ ■ ländern gegenüber dieser Agitation geschämt habe. 311 i der daraus slaltgehabten Wal>lmä1mcrversa1innlnng habe l ich diese Aeußernngen, gestützt ans den Ausspruch des - Kronprinzen, zilirt. Unmittelbar danach, im Jahre! IjsisI, hat wiederum eine Sitzung der Biktoria-3nva- I liden-Stiftung slatlgefunden; dort hat der Kronprinz, ■ der Protektor der Stiftung ist, Veranlassung genommen, | nnedernm zu demselben Stadtrath Magnus die Aenße׳ rnng zn lhnn, das; ihn die Bcrnrlheilung der ׳Antiscmitenbeweanng durch die Berliner Wahlmänner gefreu! habe; er hege noch heute dieselbe Anschauung wie damals und mißbillige und verwerfe die gedachten Beslrebnngen ans das Entschiedenste. Wad sein (Gefühl am meisten dabei verletze, sei die Uebertragnng dieser j Bewegung in die Schule und die Hörsäle. 3n die j Pflanzstätten des Edlen und Guten sei dieses böse . Damenkorn geworfen. Er vermöge es nicht zn fassen, l wie Männer, welche ihrer geistigen Bedeutung nach '! besonders Hochsländen, sich zu Trägern und Hülss-! Mitteln einer in ihren Boranssetznngcn wie in ihren! Zielen gleich verwerflichen Bewegung (Dort, hört! j links) machen konnten; er hoffe, daß diese Bewegung sieh allmählich im Sande verlaufen werde. Ich habe nichts hinznznsngen. :|' TZürgbrntg. Ans dem Jahresbericht der hiesigen israelitischen Lehrerbildungsanstalt, der diese Woche vom Borstand, dem Herrn Distrikts-Rabbiner, veröffentlicht wurde, entnehmen wir Folgendes: Die Anstalt war im verflossenen Jahre von 3'J Zöglingen fregnentirt, wovon der größte Theil vollständig freie Kost, Logis und Unterricht erhielt. Bon diesen wurden ]5 Zöglinge in diesem Jahre ans der Anstalt entlassen, von welchen zwölf die Anstrilttprnfnng mit sehr gutem bezw. gutem Erfolge bestanden und in die Praxis entlassen wurden, so daß hierdurch die Gejammlzahl der in der Anstalt Ansgebildelen und in die Praxis Entlassenen ans I 38 gestiegen. Der Gesundheitszustand war ein vorzüglicher, und kaut im ganzen Jahre kein Erkranknngsfall vor. Die Einnahmen betrugen l 7 \\\\(., die Ausgaben Bei der Angabe der Lehrgegenstände, besonders bei den Religionslehrgegenständen, hätten wir ausführlich Bericht gewünscht, wie weit tnan etwa mit dem Pensum gekommen. Auch dürsten im Jahresberichte die ״Rainen der Herren Lehrer und in welchem Fache sie unterrichten, nicht überflüssig erscheinen. Der Bericht theilt ferner eine Negiernngsenischließung mit, welche der Anstalt die Rechte einer jnrislischrn Person znerkcnnt. Das neue für die Anstalt erworbene geräumige, schöne und zweckentsprechende Gebände wird mit dem nächsten Schuljahre bezogen werden. Da diese Anstalt ganz ans freiwillige Beiträge angcwiesen, so sind die Berdienste des Borstandes, der diese Mittel hcrbeischasst, sowie die Leitung derselben, womit viele Zeit und Mühe verbunden, besorgt, gewiß sehr anznerkennen. Möge diese Anslalt wachsen, blühen und gedeihen, und gewiß wird dieselbe eines herrlichen und großen Erfolges sich zu erfreuen haben. H.W. Scherrkleu^sfeld, 3. Dezember. Eine seltene Feier, wie sie wohl nur wenigen Sterblichen beschieden, beging am 3 צ. November d. 3. das H e n l e K n h'sche Ehepaar zn Dtadt - Lcugsseld, nämlich das Fest der diamantenen Hochzeit. Sechzig Jahre sind verflossen, seit das greise Jubelpaar den Bund für das Leben geschlossen, Jahre, ans die nicht immer der Sonne freundlicher Strahl sich ergoß, sondern die auch oft von bitterem Weh durchzogen waren. Der sorgenreichcn Bergangcnheit ist jedoch eine frendenhelle Gegenwart gefolgt, und wie der fleißige Landnrann dem Winter, so sieht auch das greise Paar dem Abend des Lebens heiter und sicher entgegen. Der '.unvergleichliche Fleiß, die beispiellose Entsagung des wackeren Mannes haben l reiche Früchte gezeitigt. Ucber den Berlaus der Feier berichte ich in der; Kürze. Am Borabend des festlichen Tages wurde das! von Kindern und Schwiegerkindern nmgebcnc Jubeli paar durch eine Serenade des städtischen Musikkorps 1 geehrt. Bon höherer Seite war dieses schone Zeichen; einer aufmerksamen Theilnahme veranlaßt worden. Eine ’ stattliche Menge hatte sich vor dem Hause der Gefeierten! cingefundcn. Diese aber verbrachten den Abend in j gehobenster Stimmung im Kreise der Ihrigen. Am; frühen Morgen des Festes jedoch sammelte sich der - Berwandtenkreis beglückwünschend um das bewegte Jubel- : paar und überreichte demselben unter einer sinnigen! Ansprache zwei prachtvolle Sessel, als Symbol der; wohlverdienten Ruhe. Bald darauf erschien eine Depn- : tation der jüdischen Gemeinde, mit dem Herrn Landj rabbiner Dr. Salzer an der Spitze, die Glückwünsche; der Gemeinde nberbringend. Anknüpfend an [:ואברה ו ■צרה ז קני ב באיב ניטיב : beleuchtete Herr Dr. Salzer in schwungvoller Rede das Leben und Wirken der- , Inbilarc, lobte den Fleiß, Schassenstricb und sittlichen; Ernst des Mannes und rühmte die häuslichen Tugenden; der Gattin. Roch während der Ansprache des Herrn ■ Rabbiners erschien eine Deputation der Stadt, bestehend i ans den Herren Bürgermeister, Dberaintsrichter und

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