Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1883-12-06 · Heft 49 (6.12.1883) · p. 861

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 49 (6.12.1883)
Article
Deutschland : Würzburg [Nachricht]
Date
1883-12-06
Page
861 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932996-2933045--14241-2955139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

861 eine solche nur bunf) eine von dem Magistrate der Stadt berufene und geleitete Versammlung hcrbciznführen ist. Dagegen wurde nach eingehender Diskussion mit 86 gegen 25 Stimmen beschlossen, für den zukünftigen Stadlrabbincr ein Gehalt von 3000.//-. anznsetzen. Sollte diese Angelegenheit im Sinne der gestrigen Majorität erledigt werden, wofür sehr große Aussicht vorhanden, so würden wir einer tief einschneidenden Veränderung unseres GemeindelebcnS entgegen zu sehen haben. Fi. Ha narr, 29. November. Endlich ist nufere Rabbinerwahl, die schon seit Jahresfrist die Gcinüther in Spannung erhält, erledigt, und mit Freuden können wir konstatiren, daß die Mehrzahl der Gemeindemib glieder dem von dem Borsicheramte gewählten Herrn Di׳. Koref ans Nawitsch ihre volle Sympathie entgegenbringt. Erst nach langen Kümpfen ist es den orthodoxen Mitgliedern der obengenannten Behörde gelangen, ihre und der Gemeinde Ansicht gegenüber den sich in der Majorität befindenden Ncologen zur Geltung ZA bringen und durch die Wahl eines wahr- Haft frommen Mannes der sonst fast unvermeidlichen Spaltung der hiesigen Gemeinde vorzubeugcn. Hoffen wir, daß die Negierung bald die Wahl bestätigt, nnd zu unserer Aller Freude geendet wird die ״rabbinerlosc, die schreckliche Zeit." H o l l a n d. F. Amsterdam, 28. November. Vorgestern beehrte Ihre Königliche Hoheit, Prinzessin Heinrick) der Niederlande (Tochter Sr. Kgl. Hoh. des Prinzen Friedrich Karl von Preußen) die hiesige portugiesische Synagoge mit ihrem Besuche in Begleitung deS Herrn Bürgermeister. Dieselbe wurde am Eingang von den Herren D. McndcS da Eosta, I. Scqneira nnd Di׳. E. Paraira begrüßt, nachdem ihr von Frl. McndcS da Eosta ein prachtvolles Bouquet überreicht worden war. Ihre Kgl. Hoheit besichtigte die Synagoge und die Sitzungssäle eingehend, zeichnete ihren Namen in das aufliegende Album und sprach unter Dankeöbczengnng ihre Anerkennung anö. Der Besuch dauerte ca. eine Stunde. Dane m a r k. * Kopenhagen, 27. November, ')!ach den kürzlich veröffentlichten Angaben deS statistischen AnlteS über die letzte Volkszählung vom Jahre 18S0 wohnen in Dänemark 3946 Juden. Oesterreich-Ungarn. Wien, l. Dezember. Nach der ״W. Allg. Ztg " wird im türkischen Ministerium für öffentliche Arbeiten der Plan einer Eiscndahn durch Palästina cifrigst in'S Auge gefaßt. Dieselbe soll von! alten St. Jean d'Acrc ausgehend die Bai gleichen Namens umkreisen, über den Fluß Kison ans einer 60 Meter langen Brücke fortgeben, nnd nachdem sie die tiefen Schluchten zwischen - dem Vorgebirge Karmel und dem Galiläischcn Gebirge durchzogen in das schon in der Bibel wegen seiner Fruchtbarkeit erwähnte Thal ESdrelom nnd von da in'S Jordanthal bis Djczc cl Medjamik ziehen. *H* Pest, 29. 'November Großes Aussehen erregt ein Ministerialerlaß gegen in demselben so detitelte ״Wundcr-NabbiS." Ich gebe Ihnen solchen im Wortlaute und enthalte mich vorlänsig eines Kommentars. Man kann über Ursprung, Veranlassung und Zweck dieses Erlasses seine besonderen Gedanken haben. Derselbe lautet: ״Nachdem die geschäftsmäßig fortgesetzten, unter Ausbeutung der Leichtgläubigkeit der minder gebildeten israelitischen Bevölkerung in den nördlichen Komitaten ans Erpressung abziclendcn Umtriebe der aus Galizien nnd der Bukowina kommenden sogenannten Wunder-Nabbincr von Jahr zu Jahr in größerem Maßstabe anftretcn und die Mitglieder der einzelnen israelitischen Gemeinden beträchtlich schädigen, fordere ich das Munizipinm ans, Vorkehrungen zu treffen, daß der Eintritt dieser fremden vagircndcn Wnuder-Nabbincr in'S Land behördlich verhindert, die eventuell im Lande bereits befindlichen jedoch in möglichst kurzer Frist an ihren ZuständigkeitSort ab q c f d) oben werden." — DaS zwischen dem Advokaten Dr. Heu mann und dem Kommissar Vay stattgchable Säbcldncll ist für Letzteren unglücklich ausgefallen; er erhielt eine erhebliche Verwundung. ES ist sehr zu beklagen, daß Herr Hcumann seine Ehre durch einen Mann wie Vay verletzt wähnte nnd derselben durch ein Duell Genugthnung verschaffen zu müssen glaubte. — Die Berufung deS PrivalktägerS in dem TiSzcnESzlarcr Prozesse wird 'am!7. Dezember vor der Kgl. Tafel verhandelt werden. Man glaubt, daß die Prozedur etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. ' England. §§ London, 25. November. Von Viscount Folkestone, Parlamentsmitglied nnd Präsident des St. StepheivS-Klnb wird das folgende Schreiben verössentlicht. ״Mit Bezug ans Mittheilnngen in den Blättern, welche behaupteten, daß Herr Stöcker im St. Stcphen'S - Klub einen Vortrag gehalten (und in einer Zeitung hieß cS, mit Erlaubniß deS Klubs) bin ich von dem Komitee ersucht worden, zu konstatiren, daß dasselbe sehr bcdanre, die Nachricht, daß der Vortrag im Klub gehalten worden, als begründet zu finden; daß derselbe aber ohne Wissen und Billigung des Komitees gehalten worden ist, und daß, wenn inan ein Gesuch für Herrn Stöcker cingercicht hätte, dasselbe ohne Zögern zurückgewiesen worden wäre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.