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Jeschurun · 1883-11-29 · Heft 48 (29.11.1883) · p. 847

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 48 (29.11.1883)
Article
Rumänien : Bukarest [Nachricht]
Date
1883-11-29
Page
847 (sequence 2)
Language
German
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84 tanzen wie man öfters in rumänischen Kretschmen sieht. Das ist, weil der Jude non Geburt schon edler erzogen ist itnb einen edlen Karakter besitzt. — — Darum kann das Gesetz nicht gegen Inden gerichtet sein." Amerika. * New-Vvrk, im November Der American Hebren׳" berichtet von einem Vorfall ans der Sitzung des Senats von Pennsylvanien, welchen er mit der Bemerkung einleitet, daß derselbe um so beachtenswert her sei. als in .,dieser entarteten Zeit antisemitischer Angrifje" der warme und männliche Protest eines Christen gegen dieselben doppelt angenehm berührt. Ein Senator hatte sich eine Redewendung ungefähr von der Art gestattet, der Senat sei lein jüdischer Kaufladen, wo mau vorschlage und abhandle. Der Vertreter von L a ck a w a n 1t a, Herr A m e r m a n, wandte sich gegen diese Bemerkung mit der Frage nach der Berechtigung, die jüdische Nasse in dieser Weise mit Schmähungen zu überhäufen? Das jüdische Volt bedürfe freilich nicht seiner Vertheidigung; seine Geschichte sei geschrieben und werde geschrieben durch die fortschreitende Entwickelung der Welt, an welcher es den thätigsten Autheil geitommeu seit dem ersten Anfang der Zivilisation. Auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft nimmt es keinen geringen Platz ein; au Wohlthätigkeit und Brenschensreundlichkeit beschämt es seine Angreifer. Ohne eigenes Staatswesen und Land utacht es diejenigen Länder groß, in welchen es an der Leitung der össiutlichen Geschäfte theilnimmt. Sein Gut und Blut ist den Nativncn geweiht, die cs beschützen. Entfernt jüdischen Verstand, jüdischen Unternehmungsgeist und jüdisches Kapital ans unserem Laude, uud ihr rückt den Zeiger des wissenschaftlichen Fortschritts unseres Landes weit zurück. Die Krisis von 1677 würde nicht mit den Folgen eines solchen Vorgehens zu vergleichen sein. Wenn Betriebsamkeit ein Gegenstand der Verachtung, Sparsamkeit ein solcher der Schmähung, Mäßigkeit veradscheuuugswürdig ist, wenn Unternehmungsgeist und Kühnheit dem Spott preiszugeben sind, dann fahret nur fort in euren -- gelinde gesagt — feigen, schänd׳ lichen Mißhandlungen unb intoleranten, bigotten Angriffen. Eure Armenhäuser tintfangen Niemanden dieses Volkes, doch schmäht ihr cs; cs ist nicht in euren Gefüngnissen, und doch wollt ihr cs verunglünpfen; ihr werdet niemals um einen Pfennig für feine eigenen Wohlthätigkeitszwecke von ihm angegangen, und dennoch verhöhnt ihr cs. Ich bin kein Jude und die Juden bedürfen nicht meiner. Ihr aber sündigt gegen ein edles Volk. Erkennt euren Fehl; (mit Gutes zu thun, indem ihr seinem Beispiele nachahmt, — laßt uns aber nicht wieder schamroth werden, Worte hier anhören zu müssen, die eines Amerikaners unwürdig sind. — Dasselbe Blatt macht auch in bcherzigenswerther Weise auf den Mangel au geeigneten Lehrern für die in New L)ork bestehenden ״Sonntagsschulen" aufmerksam. Es scheinen diese Anstalten zu sein, in welchen am Sonntage jüdische Kinder in Religion n. s. w. unterrichtet werden. Der .,American Hebrew" beklagt es sehr, daß die sich diesem Unterricht widmenden Herren und Damen nicht immer in Uebcreinstimmuug mit den Prinzipien und der praktischen 'Befolgung der Neligion sich befinden, welche sie lehren. Leider sind nur Wenige vorhanden, welche in einer solchen Uebereinstimmnng sich befinden und ihre Zeit und Kraft diesen Schulen widmen. Dadurch ist es oft nothwendig geworden, solche zu bcnlfen, welche etwas lehreit, was sie selbst nicht üben. Der Leiter einer solchen Schule soll ebenfalls sich in diesem Falle befinden, und das gedachte Blatt meint mit Recht, wenn dieses wahr sein sollte, so wäre die Wahl eines Mannes, der in jeder andern Hinsicht durchaus befähigt und geeignet sein könnte, welcher aber nicht zu lehreit vermöchte״ .׳Gedenke des Sabbath, ihn zu heiligen,", weil er selbst ihn nicht heiligt, seiner nicht gedenkt unb die darauf bezüglichen Gesetze beachtet, als eine sehr gefährliche anzusehen. — \ Frankfurt n. M , November. In Nr. 276! Beilage!. der ״Neuen Preußischen Zeitung" findet sich, 1 wie der ״Frkf. Ztg." geschrieben wird, ein Referat über eine Versammlung in der Bockbrauerci zu Berlin, in : welcher der Hosprediger Stöcker über seine Reise nach! London berichtete. Herr Stöcker sagte nach diesem j Referate u. A.: ״Es war in Wittenberg, als ein deut-! scher Herr ans London an mich herantrat, um mich! .;um Lutherfesl daselbst einzuladen. Das dortige Lutherkomitü, an dessen Spitze Lord Shafteobury steht (die gcgentheiligc Behauptung einzelner Blätter ist unwahr) schrieb dann an mich. Ich antwortete, daß ich zu einer so weilen Reise keine Zeit habe u. s. w." Dieser Anslassung nun gegenüber sind wir in den Stand gesetzt, j folgenden Brief des Lord Shaslesbury, welchen dieser! an einen in Frankfurt wohnenden Herrn gerichtet hat,!;n veröffentlichen: ״St. Giles's vonse (Erauboine),! 22. November 1883 Saliobury. Sir, Ich war nicht! in der Memorial-Hall, um den Hofprediger Stöcker zu hören, noch auch war ich irdendwo anders, um mit ihm zusammcnzutrcsfen. Ich mißbilligte vollständig, daß er in die Luthergcdcnkfeier hineingezogen nmrdc. (I ontirelv disapprovud 01' bis Imin״ mixed up willi tim proceedings 01' Uie Lutlmr-Comnminoration.) — Ich bin, Sir, Ihr ergebener Diener Shaftesbury."

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