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Jeschurun · 1883-11-29 · Heft 48 (29.11.1883) · p. 844

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 48 (29.11.1883)
Article
Deutschland : Würzburg [Nachricht]
Date
1883-11-29
Page
844 (sequence 2)
Language
German
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844 fjcmcinbc cinbcrufcn worden, behufs Anregung der Ausjcheidnng des städtischen Rabbinats ans dem bisherigen Rabbinatsbczirk. Sollte für die Trennung eine Majorität;1t Stande fontmcn, so würde dies von unberechenbarer Tragweite sein. Ich werde Ihnen zur Zeit darüber rcseriren. — Seit einigen Wochen sind an vielen Häusern, öffentliche Gebäude kleine l5tiqucttcn mit dem Inhalte: ,,Häufet nur bei Christen, wählet nur Christen", angcklebt, welche aber bald wiederum wirkungslos vcrschwanden. Bei uns in Bayern ist (gottlob noch kein fruchtbringender Boden für den Antisemitismus. (4. 5dvnistsberg i. Pr., 20. November. An der hiesigen Universität dozircn gegenwärtig in der medizinischen Fakultät drei jüdische Professoren: Prof.!)!׳. Saniuet, Prof. Er. Iaffe; vor kurzer Zeit wurde der Privatdozcnt Er. Schneider;um Profcssor ernannt. — Auch am verflossenen Simchat Thora wurde hier in der orthodoxen Gemeinde der 99. Gebnrtstag des Sir Moses Montcsiore gefeiert. Die Feier bestand im Rezitircn einiger Psalmen und im Abhalten einer Festrede. Anlchnend an den Sifri ,רפ?ע1ד־ בן מאה ועשרים שנה דפר'... א״ת לירח אלא להר. ונו׳ erörterte der Rabbiner Er. Grünfetd, daß so wie unser Lehrer Mojes Demnth und Zelbüverlengnnng bewies, seine Größe unerreichbar ist, ebenso sich diese herrlichen Tugenden vereinigt finden in biejem edlen Philantropen. Die größte Bescheidenheit, die größte Selbstverleugnung nitd Demnth bilden den schönsten Edelstein, der die .Krone schmückte, die sein würdiges Haupt umgab: ebenso sind diese Tugenden die herrlichsten Schätze eines Montesiore. Diese gelten ihm mehr als alle Schätze der Welt. ||] Posen, 25. ׳November. In dem artigen Frag- und Antwortespiel, welches die ...Krcnzzeitung" und das ״Deutsche Tageblatt" gar ergötzlich zusammen geführt: ״Besteht der Inden-Eid noch'?" scheint eine Störung bedanerlichst cingctretcn zu sein, oder cs haben die Beiden augenblicklich und zeitweilig die Bist daran verloren. Die ״Krcuzzeitnng" macht Punktum und Streusand darauf und lonstatirt lakonisch: das prenßischc Gesetz vom 15. März 1669 (Gesetz-Sammlung S. 48« >) hat den alten Juden der preuß. allg. Gerichtsordnnng mit seinen Formalitäten radikal abgeschafft. — Ars ob die Weisen der ״Krcnzzeitung" solches jetzt erst entdeckt Hütten, als ob ihnen erst jetzt diese Crleuchtung gekonlmcn! Wenn sic übrigens dekretircn, daß kein Jude das Recht habe, die Eidesabuehmung noch mit einer besonderen religiösen Formalität — der Bedeckung des Hauptes — zu umgeben, so wollen wir darüber nicht rechten; glauben aber, daß nach neuerer minislcriellcr Verfügung dem nichts in! Wege stehen dürfte. Viele Fall Hapke. — Die Gleichheit vor dem Gesetze ist Gottlob noch in Preußen und Deutschland nicht erschüttert, und was einem Pfarrer recht, ist selbst einem Juden billig. H o l l a 1t b. E. Amsterdam, 18. November. Das ״Amsterdanier Handclsblad" brachte dieser Tage als Inserat einen Ausruf an Alle, welche einen zeitgemäß rcformirtcn (Gottesdienst wünschen, ihre Adresse sub Chiffre bei der Expedition des Handelblattes abzngebcn. Belanntlich werden sümmtliche hiesige Synagogen in streng ritueller Weise geleitet, wie cs überhaupt hier keine Reform Einrichtungen gicbt, obwohl der Vorstand zum großen Theil aus ״Neuen" besteht. Unsere ״Reformer" haben sich von jeher daiuit begnügt, in ihrem Hause nach eigenem Ermessen zu leben und die Leitung der religiösen Gemeiudeangelcgenhcitcn Anderen zu überlassen. Was der Einsender der Inserate dancit bezweckt, ist nicht bekannt; jcdeusalls war cs klug von ihm, seinen ׳Namen für sich zu behalten. Für eine thätige Rcfornlbcwegnng ist hier Gottlob kein Feld. :) Amsterdam, 20. November. Ein seltenes Exemplar einer ספר הורה, das von Deutschland hierher gebracht wurde, lag dieser Tage Herrn Obcrrabbiner Er. Dünner zur Begutachtung vor. — Bei einer Korrektur des בפר fand man, daß dasselbe auf einem mit einem mrinen Farbestossc überzogenen ^7ןל geschrieben ist, und die nähere Untersuchung Seitens des als מובהר bekannten ביפר Herrn Jacob Eohn ergab, daß cs von Anfang bis;11111 Ende auf צד שער geschrieben ist. In Folge dessen ist dasselbe von Herrn Obcrrabbiner Er. Dünner als vollständig פסול erklärt worden. Bedenkt man, daß schon jeder ביפר soviel von דיינים wissen muß. daß er ans lackirtcin Pergamente gar nicht schreiben darf, so muß man, um nicht geradezu absichtlichen Frevel anzunchmen, staunen über einen solchen Grad von Leichtsinn und Unwissenheit. Herr W. Birnbäum hier ist gern bereit, auf Anfrage den Namen des בופר ZN nennen. לרביד מבשיל בישראל. O c ft erreich-U ngarn. ־£־ Wien, 25. November. Es wird hier berichtet, daß der Herausgeber einer jüdischen Zeitschrift, Herr Salomon Riß in Lemberg, wegen des Abdrucks jenes seinerzeit viel besprochenen Rundschreibens einer Anzahl galizischer Rabbiner in den Anklagezustand vcrsetzt sei. Es soll in diesem Rundschreiben der Verkehr mit denjenigen Glaubensgenossen, welche sich als Reformer bezeichnen, bei Strafe des Eherem untersagt sein. *||* Pest, 23. ׳November. Bei dem Präsidium des Abgeordnetenhauses ist gcrichtsscitig nunmehr daS Gesuch cingercicht worden, die Immunität des Abgeordneten Gcza O n ody ausznsprcchcn, damit daS Strafverfahren wider denselben wegen Gcwaltthätigkcit und Bedrohung des Staatsanwalts Szeifsert, um diesen

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