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Jeschurun · 1883-11-29 · Heft 48 (29.11.1883) · p. 843

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 48 (29.11.1883)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1883-11-29
Page
843 (sequence 2)
Language
German
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84a Pfund in die Hand gedrückt hat, damit er sich — wie er cs auch wirtlich gcthcm hat — äußerte, daß er nicht die geringste Sympathie mit der antisemitischen Bewegung habe, und dieselbe ihm als der schwärzeste Flecken im deutschen Karn kt er erschiene 2c.? — Wenn Herr Stöcker dieses glaubt, nun dann — ja dann — zweifeln wir an seinem — Fassungsvermögen. — Und serncr befinden sich unter den Hunderten von Unterschristen, mit welchen die Seitens der ersten deutschen Kanflente Londons an den Lordmayor ergangene Dankad resse ״für seine korrekte Handlungsweise" bedeckt ist. wenig oder gar keine jüdischen Firmen.— Die cnglis ch e n Kreise Londons bedauern cs lebhaft, daß man Herrn Stöcker nicht zu Worte kommen ließ, ,.einmal, weil dies gegen die hiesige so lobcnswerthe Sitte vcrstößt, daß nicht blos die Negierung, sondern auch das Publikum und Private freie Meinungsäußerung gestatten, und zum andern, weil, hätte man ihn sprechen lassen, der seinen Theorien zu Grunde liegende Unsinn dem englischen Publikum sofort klar geworden wäre." — Nun, Herr Stöcker, wie steht es jetzt? — Ich ralhe Ihnen entschieden, sofort wieder nach London zu gehen, und dein englischen Publikum diesen Unsinn klar zu machen. — Sie riskiren höchstens dabei, daß Sic dann von Sich wieder sagen können: Ich kam, wurde gesehen, und — mußte mich rasch wieder znrückziehen. — Ich schließe mit dem herzlichsten Glückwunsch zu Ihrem Erfolge und dem wirklich aufrichtigen Wunsche, daß es Ihnen überall so gehen möge. — Und du, Deutschland, mache es England nach! * Berlin, 21. November. Die ״Nordd. Atlg. Ztg." giebr eine Uebersicht über die konfessionellen Vcrhältnisse der preußischen Volksschulen. Unter 59 017 Lehrern befinden sich 394 jüdische und zwar 910 an 250 jüdischen Schnlen. Bei dem Mangel eines slatistischen ׳Nachweises über das Neligivnsbekenntniß der Schüler in den letzten Jahren, führt sic aus der Aufnähme von 1871 an, daß damals nuter 9 809 510 Schülern 90 449 Inden waren, welche konfessionell öffentliche Schulen bcfndjtcn, während in den öfsentliehen jüdischen Schulen!8 570 Schüler sich befanden. — Die ״Voss. Ztg." bechierkt, daß Professor Ladenbürg, dessen Veslütignttg noch zu erwarten ist, der dritte Jude sei. welcher an einer Universität deutscher Zunge zun! Rektor gewählt worden. In Zürich war Büdinger der erste, sodann kam Bern, welches Lazarus wählte, hernach Erlangen mit Rosenthal und sodann Gjreifswatd mit Behrend. Nosenthal ist jedoch s. Z. nicht bestätigt worden. Frankfurt a. M., 23. November. In der Stadtvcrordnetenvcrsalninlung vom 20. d. M. wurde bei Gelegenheit der Bcrathung über einen Schulbau das von der israelitischen Rcligionsgescllschaft errichtete großartige Schulgebäude als das bedeutendste und am zweckmäßigsten durchgcführte bezeichnet und namentlich hervorgchoben, daß die Turnhallen bei sämmtlichen Schulbatttcn, welche fcitöem errichtet werden, sich nach dem Muster derjenigen dieser Schule richten. * Karlsruhe, 10. November. Zn die neue Verordnung bezüglich der Knltusumlagen der Israeliten ist als oberster Grundsatz ausgenommen, daß der zweijährige Aufenthalt in der politischen Gemeinde, in welcher die Knltnsgemeindc besteht, für jeden reichsangchörigen Israeliten die Umlagcpflicht begründet. ..11. Vklinchen, 26. November. Als ein Akt der Gerechtigkeit und des vornrthcilsfreicn Geistes, welcher in der Majorität unserer städtischen Verwaltung vorherrschend ist, möchte der Beschluß des Magistrats vollgültig betrachtet werden, nach welchem dieser Tage derselbe eine Summe, von 690,000^//. als Beihülfe zum Ban von drei katholischen und einer proteslantischen Kirche, sowie einer Synagoge aufgeworfen hat. — Ob diese neue Synagoge, welche in ziemlich selbstherrlicher Weise von der israelitischen Kultnsbehörde zu erbauen beschlossen worden ist, zur Verherrlichung Gottes und zur Stärkung und Befestigung einer echt jüdischen Frömmigkeit beitragen wird, das ist freilich .eine ganz andere Frage. Auch in hiesiger Stadt lassen sich die Gemeindemirgliedcr leider nur allzu viel von der sehr selbstbewußten hohen Kultus-Administration bieten. Die Serie von Artikeln, welche der ״Ieschnrnn" unlängst über die Württembergischen Verhältnisse brachte, dürften auch hier eine volle Beherzigung verdienen. Möchten diejenigen Kreise, welche noch הרדימ על דנר וז׳, sich doch auch endlich ermannen, um kräftig und mnthig cinzustehcn für das heilige Kleinod des Iudenthnms, dem leider in der maßgebenden administrativen und geistlichen Oberaufsicht und Führung wenig geeignete Hüter bestellt sind. Doch darüber vielleicht zur gelegeneren Zeit und eingehender. Msha. Wurzln! rg, 26. November. Endlich ist cs der Verwaltung des israelitischen Spitals gelungen, ein größeres Gebäude mit schönem, großem Garten in einer gesunden Lage von der Königl. Regierung um 80,000./'' zu kaufen; und der Landrath hat bereits seine Zustimmung dazu gegeben. Das Gebäude dient bis jetzt einem ähnlichen Zwecke, und braucht daher, abgesehen von der inneren Einrichtung, keine weitere Vcrändcrung. So viel uns bekannt, erschöpft die Kaufsumme den ganzen vorhandenen Fonds; wohlthätigcn Herzen ist daher Gelegenheit gegeben, durch freiwillige Spenden sich große Verdienste zu erwerben. Denn daß damit eine große ,גצוד vollzogen wird, bedarf kaum der Erwähnung. - Vom Kultusvorstand ist auf den 2. Dezember eine Generalversammlung der stimmberechtigten Mitglieder der hiesigen israelitischen Kultus?

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