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Jeschurun · 1883-11-29 · Heft 48 (29.11.1883) · p. 837

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 48 (29.11.1883)
Article
Ungarisches Jeschiba- und Rabbinerwesen
Date
1883-11-29
Page
837 (sequence 2)
Language
German
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scheu Sprache, sogar oft als dem religiösen Bewußtsein nicht sehr zuträglich geschildert. Die religiösen Satzungen und Gebote, deren versländnißinnigeAuffassung ebenfalls ein solches Ncsnltat erzeugen würde, übt es meist gedankenlos כמצות אנשים מלמדה. Und dieses Wegbannen des Geistes ans dem Bereiche der religiösen Ucbungeu geschieht nicht etwa, wie so manche andere Unterlassungen, zufällig, sondern vielfach mit vorsä tzlichem Prinzip. Wir möchten den eifrigen Verfechtern eines religiösen Mechanismus bloS aus die Vorrede zu חופת דזלפפרת attftttcrksam machen, wo ans jeder Zeile die erhabene philosophische Wahrheit herausleuchtct. Daß in der Gottcsverehrung Geist und Körper zwei sich zu einem harmonischen Ganzen ergänzende Theile sind, von denen mit Recht gesagt werden kann: שיניקת שניחם משנחה או*. Die dem Dienste Gottes geweihten lebungen deS Körpers, an denen das Herz, der Geist, keinen Antheil hat, entsprechen eben so wenig ihrer vollen Aufgabe, als die anbetendc Spekulation deS Geistes, wenn nicht auch der Körper durch die That sich als im Dienste des allmächtigen Wesens stehend manisestirt. ^Fm-!scp!1ng folgt.)?r Kollektiv-Berichte aus Ungarn. XXVI. Wir haben jüngst die nncrgnicklichen Kaiautiläten bei der Requisition einer rabbinischen Autorisation registrirt, hellte wollen wir von dein slagrautesten (segeltsatzc rescriren. — Unvergleichlich weniger skrupulös als bei den התרות wird bei Ertheiluug von קפלות vorgegangen. — Ost erinnern wir uns an ein karakteristisches Bonmot, das detlt großen חתם מופר יציל nacherzählt wird. — Als er einst einen ׳שוהם craminirte, da fragte er ihn u. A.: ״Sind Sie auch geltügend religiös?" — ״Ja. ״ — "!רניSiltd Sie frommer als ich?" fragte er ihn lveiter. — Der arme שוחם war einen Augenblick verblüfft über diese Znutllthllng, autwortetc aber rasch entschlossen, galt; resolut und ehrlich: ״Nein, ״ — "!רני׳Ja," sprach der הי׳ם ז״ל sehr ernst, ״ein שוהם muß noch frommer sein, als ein רפי!" — ES liegt eilte große Wahrheit in diesem שיחת חולץ: 0, wenn doch hetttc viele רבנים und Gemeinden dieselbe beherzigen tmd daran fcsthaltcn wollten! Es ist leider mit bem Schechitawescn in Ungarn sehr arg bestellt; in den Großstädten, wie in den Landgenteinden, überall sehen wir diese eminent religiöse Institution in sehr verwahrlostem Zustande. — lieber den unsagbaren Jammer itt den Großstädten ivolleu wir einen Attdern sprechen lassen, dessen Stimme vielleicht gewichtiger in die Wagschale fallen wird, weil er immer zu den treuen Fahnenträgern des .Kongresses gezählt. Herr ND) sprach sich vor fünf bis sechs Jahren wiederholt über dieses Thema aus. Ein Freund, welcher mit ihm oftmals ztlsantmentras, berichtete darüber folgendermaßen: ״Nun beginne ich eiuzllsehen," sprach Herr R., ״daß man mit dett Kougreßlern nicht paktircn kauit. Hören Sie nur: Vor Kürzeln ging ich ant Sabbath an einer Fleischbank vorbei und war nicht wellig frappirt, als ich auf dem Aushäugeschilde gelesen: פשר״ - Fleischbank unter Aufsicht des פית!-ץ צדק דפר,", während ich den Metzger mit einer brennenden Zigarre im Munde Fleisch altSschroteu sah; da faßte ich den Entschluß, ich will's riskiren, die ״Aufsicht des פד"צ" auf die Probe zu stellen. — Ich trat in den Jadeit unb fragte, ob ich nicht eine Anzahl frischer Kalbslebern bekommen töunte, die ich zu einem HochzcitSmahle für morgen beuöthige; der Metzger erwiderte: ״tun 2 Uhr Nachmittags will ich Ihnen dienen." — Ich ging um 2 Uhr hin und fand auf Lager eine respektable Anzahl frischer, noch warmer Kalbslebern. -״Aber, lieber Freund," sprach ich zum Metzger, ״wenn ich auch aut ׳שפת kaufe, so wünsche ich dennoch verläßlich koscheres Fleisch; mm sagen Sie mir ausrichtig, sind die Kälber rituell geschlachtet worden, da die Lebern noch warm siltd und heute שפת ist?!" — ״O, mein Herr, entgeguete der Metzger, da brauchen Sie sich keilte Skrupeln zu machen, nehmen Sie nur das AtiShäugeschild in Augenschein und vertrauen Sie getrost der gewisscuhasten Inspektion des פית דין צדק, unter dessen Aussicht ich das 1זן1^5־פשר) auSschrote!" Dieses Faktum erzählte uns ein Herr, der durch dick und dünn mit den intellektuelleit Schöpfern der Kougreßpartci ging! — Die Sache bedarf doch keines weiteren Kommentars! Nicht viel anders sicht cö in vielen Provinz- und Dorfgemeinden aus; die חזקה von ר1פ מצויץ אצל שחיטה מומהין ה; hat läng ץ zu sein aufgehört? Jeder beliebige ש" ץ מ״ץ fulttuirt das ״Geschäft" שוחטים* zu autorisiren, tmd es giebt auch nicht lvenigc דפנים, welche die ״ קפלותgeschäftsmäßig" fabriziren und crthcilcn. — Einige magere Sentenzen aus den! jüdisch-deutschen פרי יעקב bilden das Ausmaß für die Reife und Besähigttng ztim Schächtersache — der sittlich-moralische und streng-religiöse Lebenswandel komittt fast gar nicht itt Frage, und oft steht die religiöse Führung dieser ״Kabalisten" im eutschiedenstcu Kontraste mit ihrem Berufe. Aber ein womöglich noch horrenderer Vcrrath an allem jüdischen Gesetz ist cs, wenn man in den solchen ttttgeeigneten und wenig Vertrauen verdienenden Jndi- *) Herr R. war vermöge seiner geistigen Befähigung und ziemlichen Belesenheit in der rabbinischen Literatur ein hervor׳ ragendes Mitglied der Ncjormpartei im Kong Z sie.

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