Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1883)
- Article
- Deutschland : Stuttgart [Nachricht]
- Date
- 1883-11-08
- Page
- 799 (sequence 2)
- Language
- German
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Synagoge des ״neuen Jerusalems״ eine alte 3״ubc11־־ | schule erstanden sei, in welcher eS in jeder Form und! Tracht von טליתוה wimmelt; 0 nein, so freien Spielj raum hat man ihm bis jetzt noch nicht gewährt. Kann! doch einer, der Jahre lang in ditmpfer Kerkerlnst geschmachtet, nicht sogleich nach seiner Befreiung das grelle Sonnenlicht ertragen, sondern .sein Auge muß sich erst nach und nach daran gewöhnen. Hub der Jahre und Jahre lang gefangen gehaltene Tallis sollte es nicht wohl zufncden sein, wenn er vorläufig nur während des BorlesenS ans der Thora das Tageslicht erblicken darf?! Und auch da ist er nicht während des ganzen heiligen Aktes der himmlischen Helle des Gotteswortes (נזצות ה, ברח טאירח עיני ט) ansgesetzt, denn man hat eS nur fakultativ zugclassen, und nicht Jeder, der zur Thora gerufen wird, mag sich dem Bornrthei! der Welt anssetzen, er sei mit Siebciimcilen: stiefeln dem Alterthnm zngefchntten, und das Ge.rissen der Anti-Talismänner nicht zu beschweren, ist gewiß keine kleine Rücksicht, die geübt werden limfuc. — Ja, man geht hier, mehr schonend, als du weißt, mit den טצות NM. — Aber dennoch, wir setzen in diese erste Bethütigung des MntheS zur Besserung der religiösen Verhältnisse in Württemberg die -Hoffnung, daß dieser erste Schritt crmnthigcn möge zu weiteren, festeren, um immer mehr Sicherheit und Kraft auf dem vcrantwortlichen Wege der Vertretung einer großen und beispielgebenden Gemeinde zu verleihen. — Auch bcginnt man jetzt, kräftig auf eine Reorganisation des Gesetzes für die Inden in Württemberg hinznarbeiten, und daran dürften Ihre so sachlich gehaltenen Artikel über diesen Punkt reichen Anthei! haben. Möge es gelingen, in recht kurzer Zeit zu einem günstigen Resultate 311־ gelangen. O e st e r v e i ch -11 n g a r 11. f. Wien, 2. November. Der wackere für den Antisemitismus so ruhmreich wirkende ״Függetlenscg". welcher, wie nüinniglich bekannt, augenblicklich -cinigcS Unglück hat, soll in der Reichshanplstadt demnächst einen ebenbürtigen Genossen oder Nachfolger erstehen sehen. 6s soll nämlich in gewissen Kreisen der Plan der Gründung eines antisemitischen Blattes im großen Styl eifrig ventilirt werden, um einem längst empfnndenen dringenden Bedürfnisse Abhülse zu schaffen. Die Arbeiter hierfür sollen schon vorhanden sein, aber eS fehlt augenblicklich noch der nervus renim gerendarum. das nölhige Kapital. Freilich wird nicht daran gezweifelt, daß sich opferivillige?.Näeene der antisemitischen j Vittcratur bereit finden werden, dasselbe in das patriotische! Unternehmen anznlegen. — Unabhängig von diesem großen Werte, welches virilnis unitis ins?eben gesetzt werden soll, geht auch -Herr von Schönerer dem Vernehmen nach mit dem Gedanken um, ebenfalls eine große Zeitung für den Zweck, wclchcm er sein ganzes Leben geweiht, demnächst zu begründen. Man singt ja wohl bei Ihnen: ״Lieb Vaterland kannst ruhig , sein" — auch der Antisemitismus kann getrost in die! Zukunft schauen, fest stehen für ihn große Männer auf! 6er Wacht. . .\Yr.. ftrafait, l. November. Die Sache wider die Eheleute Moses und Gitel Ritter ans Lnlcza, j welche am 31. Dezember v. 3. von dem Schwurgerichte in Rzcszow wegen Mordes zum Tode vcrnrtheilt worden (siehe Nr. 20 des ..deschnrnn"), gelangt nunmehr, nach stattgehabler Kassation des UrtheilS, vor die Assisen des hiesigen Sch'vurgerichtShofcs im nächsten Januar. An der völligen Schuldlosigkeit der Angeklagten ist kein Zweifel; hoffentlich gelangt die Unschnld zum Siege. Wie verlautet, hat der Staatsanwalt in dieser Sache sich ein Gutachten über die israelitischen Neligionsgebränche von Rohling (!) erbeten. — Das hieße den Wolf zum -Hirten machen. Inserate werden die 31'paltige Pctitzeile ־| ft' gV ■|| Für den Inhal: berfeiben übernimmt die oder deren Raum mit 2.'» Pfg. berechnet. /*£%׳ II 1 4^ -1 4! II•*. iHcbaftiou teinerlci Verantwortung. Jnsertions- und Abonnements-Annahm! Er.zichnngSlchre für Israeliten noch bibl., talmud. u. Pädagog. Duetten bearbeitet v. Israel Singer anlor. Nabi, Hanpv'chul. und Eymnai.'.Nel.-i'chrcr in S. A.-Ujhctl) (Ungarn), 182 Seiten; ent* hält auch eine Widerlegung auf Nohling'S ״Talmndjude", sehr warm empfohlen v. rabb. u. Pädagog. Autoritäten, deren And* spräche vorgedruckt sind. Zu bc;. v. Verfasser u. ). iiauffmann, Frankfurt a. M. Preis Gu kr. Oe. W. -- Mark 1.20. für Frankfurt a. Nt. auch bei Herren daselbst, ahne Preiserhöhung. Lin gtsinisttr Jcljrcr wird für ein ckrziehiiilgs-Iilstillil gesucht. Besoldung!MH) :׳Jtavf bei freier Station. Um 'Einsendung von Zeligiiißabschrislen und Angabe von Aeserenzen bittet Rabbiner Nr. Plato, Köln a. Nh. In meinem Hanse können noch einige Knaben Ausnahme finden. Dieselben em-- psangeit bei vorzüglichster Pflege eine sorgfältigcckrzichung. IIirs<;h, Hannover, Thcodorstraße 5. I. Ka n s sm a!111 und A. I. Hofm a n n eOnnicii-cSclicitci nach nenesier und natürlichster Art gearbeitet, ivcche die ansgebreitetste Anerkennung gesnlidcn, werden bei dem Nachweis der besten ckmpschliiiigei! angcsertigt bei 1ני t>01f ftiefer, Kaiserstraße 92. i Karlsruhe in Baden.