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Jeschurun · 1883-11-08 · Heft 45 (8.11.1883) · p. 789

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 45 (8.11.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheiten
Date
1883-11-08
Page
789 (sequence 2)
Language
German
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Des Thoren Augen schweifen nach der Erde Enden. (17,24.) Nicht das Ferne und weit hinaus Liegende,'wohin er blickt, das Nahe und Nächste bietet dem, der in Grund und Zusammenhang der Dinge zu schauen vcrsteht, bietet den: mit Einsicht Begabten Stoff zur Bereicherung seiner Weisheit. את פניו, vor seinem Angesicht, vor seinem Blick liegt הנמה, findet er göttliehe Weisheitsgedanken verwirklicht, und findet er Verhältnisse, hinsichtlich deren ihn göttliche Wcishcitslehrc Aufgaben setzt. Das Naheliegende zu erkennen und gerecht zu würdigen, ist ihm das Wichtigste, denn eben in dem Kreise des Naheliegenden hat er sein Leben und Streben zn vollenden. Für den einsichtslosen Thoren hat aber das in seiner unmittelbaren Nähe Vorliegende keinen Werth. Sein Blick heftet nur 'an der Außenseite der Dinge. Die Dinge, die er vor sich hat, meint cr daher in seinen thürichtcn Dünkel hinlänglich zu kennen. Wie es an den Polen, oder gar wie es im Himmel anssicht, wäre sein Stolz zu wissen, und cr weiß nicht daß er seine vier Eltern, ja, daß cr sich selber nicht kennt. iAoni'cpiing folgt.» M's NlterllNld. Non I e d i d j a h. Hörst du, mein Volk, den Nus des Vaterlandes? Hörst du ihn schallen mahnend dich zur Pflicht — Du sollst ihm folgen kraft des Trenebandes, Da ihm zum Dienst das ganze Volk verflicht. Erhebt euch, Judah's Söhne, zeigt die Stärke — Das Heil ja gilt's des Lands, das euch beschützt; Es wahrt des Geistes, eurer Hände Werke — Zeigt ihn!, daß seine Wohlthat ihm genützt! Zeigt ihm, daß in euch wohnt ein Herz der Treue, Ein Herz, das schlägt für's thenre Vaterland — Ihr seid jetzt Brüder, Bürger, stolze, freie! Euch schirmt der Boden, der einst schwankend stand. Dem Staat, der euch durch sichre Satzung hütet, Dcß edle Glieder ihr jetzt alle seid, Dem Staat, der euch den weiten Schooß jetzt bietet, Ihm treu zu dienen rafft euch auf bereit! Genießt ihr seine Früchte, zahlt sie wieder, Belohnt das Gute durch Gesinnung, Thal! Schließt an sein Her; euch einig alle, Brüder; Daß reis die Ernte, hütet stets die Saal! Stürmt auch zur Zeit mit wildem, sinstcrm Dräuen Ein Feind in Frechheit wider euch heran, Will gift'gcn Samen der Bedrückung streuen. Der höhnend, spottend Uebles euch ersann — Bedenkt, nicht ist'S der Staat, der euch bedränget — Das Vaterland bewahrt euch Lieb' und Treu' — Daß, was Verblendung über euch verhänget, Von Staat und Vaterland zu scheiden sei! Drum laßt euch nicht in eurem Thun beirren! Bewahrt auch ihr die Treu' beni Vaterland — Sollt' gegen es des Feindes Waffe klirren, Steht für den Staat mit Her; und starker Hand! Dann ruft die Pflicht der Dankbarkeit und Ehre, Folgt ihr mit Freude, ihrer stets gedenkt! Es gab durch's Vaterland dir Fried' und Wehre Der höchste Gott, der stets dich, Iudah, lenkt! Km׳csMdc!!M mit) Mhrilhtcil. Deutschland. -rr- Berlin, 2. November. Alle Antisemiten, alle Christlich-Sozialen, kurz, alle jene Streiter für die heilige Sache der Juden-Unterdrückung rcsp. Vertreibnng haben irgend welche Waffe gegen den ״Krebsschaden, die Erb- und Erzfeinde" des Deutsch- und ChristenlhumS zu finden geglaubt, doch Einer allein hat cö verstanden, die Sache ״beim Schopfe" zu fassen — Herr Hofprcdiger Stöcker. Dieser Ehr- und noch Mchrwürdige stellt nämlich in seinem jüngsten in einer Versammlung der christlich-sozialen Partei gehaltenen Vortrag über ..Luther und der .Katechismus" einfach .,als Waffe in dem wild entbrannten Kampfe gegen den Unglauben, gegen Atheismus, Sozialdemokratie und Iudcnthum" — den Katechismus hin! — — Alle Achtung, gechrter Herr Hofprcdiger, Sie haben da eine Entdeckung, ja sogar mehrere gemacht, die der eines — nicht vor- Han de neu Erdtheils wohl ziemlich gleichkommen. Nun aber — Sie verzeihen die bescheidene Frage — was enthält denn der Katechismus? Ist das etwa eine Schrift, welche die Ausrottung der Nicht-Ehristcn for- . den? Sie antworten: Nein! — So lehrt denn der j Katechismus wohl auch die Menschenliebe? — Ja! —! Sind die Inden auch Menschen? — Nun, Ja. — j Also kann von einer Unterdrückung derselben im Katei chisinus keine Rede sein? — — Aber cr bekämpft ■ das Judenthum, ist also eine Waffe für uns gegen i dasselbe! — Wieso, verehrter Herr Stöcker? — Weil | der Katechismus das Glaubens-, Lehr- und Er-! bannngSbuch des Ehristenthnms ist — folglich | sich gegen das Judcnthum wendet. — Dann aber! könnten Sie doch auch den Koran als Waffe gegen j die Juden benutzen; dieser lehrt zwar nicht das Christen-! thum. aber wohl den Muhamcdanismus, er wendet I sich also dito gegen das Iudenthum! — — Warum

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