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Jeschurun · 1883-10-25 · Heft 43 (25.10.1883) · p. 758

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 43 (25.10.1883)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1883-10-25
Page
758 (sequence 2)
Language
German
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Herr H. schreibt (S. 16 in der Anmerkung ״zur Stelle: 5. V. M. 11,13): ״Und ihr sollet Gott dienen mit ganzem Herzen", bemerkt Sifre daselbst. Nun, ihr naseweisen Bibelkritikcr aller Zeilen und aller Lander, schlaget die Augen nieder, leget die Hand aus'S Herz, sagt, habt ihr den l 3. BerS in Deuteron 11 je סן übersetzt? — Gehet, lorrigirct! — Ihr habet in Exodus 3,14 immer gelesen ,ויאמר א׳ אל ה״ד, nun aber belehrt auch Herr H. (S. 19). daß cö r»wלפז heißen muß. — Gehet, verbessert! — Ihr habet in Deuteron 6,5 nichts Ausfälliges gefttuden, dem Scharfblicke deS Herrn H. ist eS aber nicht entgangen, daß dort nach את ב^ו das Wörtchen כן fehlt! Gehet, stellet richtig! — (Zu eurer Entschuldigung und Rechtfcrtigung, um euch bei so schweren Unterlassungssünden doch von einer frcizusprechcn — wollen wir anmhmcn, ihr habet, wie schon so viele Stanbgcborene, seit MoscS Zeiten das hier fehlende כן (diese Vergleichnngspartikel pflegt auch in der Redensart anderer Sprachen wcgzubicibcn] hinein ged acht.) Doch nicht alle Geister vermögen zu denken, wie dies Herr H. eben bewiesen. UcbrigcnS sind das nur einige Pröbchen, wen die Mühe nicht verdrießt, das Schriftchcn durchzublättcrn, der wird noch vielen ähnlichen ״Entdeckungen" begcgncn. — Und nicht nur in der Bibel bekundet Herr H. einen kritischen Scharfblick, er beherrscht zum Ueberslussc auch den Talmud und die Midraschliteratur und überrascht nnS mit נוסחאות, die in keiner TalmudauSgabc und in keiner Handschrift zu finden sind. — Da werden Talmud - und Midraschstellcn entsetzlich korrumpirt, ברצותו מרחיק וברצותו בכקציד; wir!vollen nicht sagen vorsätzlich entstellt, denn der Mann hat sie kaum verstanden.-Wen cS interessirt, zu erfahren, was Herr H. noch ist, dem wird der Berfasscr deö ״offenen Briefes an A. Hochnruth", Herr Obcrrabbincr K. Weiß ans Karlsburg (Siebenbürgen), die verlangte Auskunft gewiß nicht versagen. Wir haben uns schon viel zu viel mit dem Manne beschäftigt und würden ihn: sicherlich auch diese Zeilen nicht gewidmet haben, wenn er sich nicht als tonangebender Faktor der Kongrcßpanci und Gevatter des ungarischen RabbincrseminarS geriren würde. — So kann man denn von dein Niesen auf die Zwerge schließen. Doch was nützt das alles, und wenn wir uns auch alle Finger wund schreiben, die Kongreßpartci und mit ihr ihr Schoßlindcheu das ״Seminar" prospcriren fort, und cS haben auch in dicsein Jahre zwei Kongreß-Gemeinden, Debreczin und Weißenbnrg, (Erstcre hat nicht einmal eine entsprechende Synagoge, bloS einen gemicthctcn Vctsaal — -—) zur Abhaltung von ״NenjahrSpredigtcn" rc. sich vom Seminar Kandibaten erbeten. Nun, cS gicbt auch konservative Gemeiudctt im Lande, welche provisorisch oder dauernd ohne Rabbiner sind und cS giebt auch in den hervorragenden Jeschiboth Kandidaten, welche eine entsprechende NeujahrSprcdigl abhalten könnten; wem aber fällt eö ein, solche zu bestellen? — Wohl wahr, den konservativen Inden ist die Neujahrspredigt weniger Bedürfniß als Denjmigm, welche bloS am ר״ה und יו״ב dem lieben Gotte eine Bisitc abstattcn und auch da ihre ״Andacht" in einen ״Ohrenschmaus״ aufgehen lassen.--- Doch sei dem wie ihm wolle —, die Orthodoxie befindet sich in einer unverantwortlichen Lethargie, sie unternintmt nichts, was ihr Ansehen erhöhen, thut nichts, was ihre Interessen fördern könnte. — Wie heilvoll wäre eS, wenn NabbinatS.Kandidaten aus den ישיבות tut Laufe des Jahres an verschiedenen Orten, wo das Bedürfniß vorliegt, auShülfSwcise fungiren könnten; man würde dadurch deren Sclbstbewußtsein erwecken und heben und die Bedetttung der ישיבות wesentlich erhöhen und fördern. Aus der ersten Halste unseres Jahrhunderts. (Nach einer wahren Begebenheit) Friedrich Aott. (Fortsetzung.) (Alle Rechte Vorbehalten ) Und damit hob er mit Hülfe des Herrnischen Rosselcnkers, der ihm so eben ein mehrfach versiegeltes Packet mit Speisen von seiner Frau übergeben hatte, das vollständig erschöpfte Mädchen in den weichgepolsterten Wagen und ruhte nicht eher, bis sie einiges genossen. ״Ah!" ries er, indern er sich in die andere Wagcnccke lehnte und die Füße von sich streckte, ״da fahrt sich's schon anders als aus'm Leiterwagen." ״Und um meinetwillen machen Sie sichso viel Mühe und Anstrengung," flüsterte Mirjam, ״wie verdiene ich das? — " ״Wie Sie das verdienen? — Kind lieb, reden Sie mir nur nicht, von was Sie verdienen, das thu ich Ihnen nicht an, dazu ist Hakodoschboruchhu da. Aber wenn Sie meinen, daß ich da mit Ihnen fahr', das thu ich umsonst — da sind Sie sich taue — arg taue, sag' ich Ihnen — das müssen Sie mir zahlen, Sie werden schon sehen — " * * £ Mit Ungeduld hatte Rahcl der Heimkunft des Gatten und der Freundin entgegen gesehen; nahezu eine Stunde lang lehnte sie bereits im geöffneten Fenster und horchte auf daö Rollen der Wagen, die hin und wieder an der Jndengasse vorübcrkamen. Auch den Nachbarm war der unvorbereitete Ausflug des Leder-

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