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Jeschurun · 1883-09-13 · Heft 37 (13.9.1883) · p. 630

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 37 (13.9.1883)
Article
Unsere Aufgabe in der Gegenwart
Date
1883-09-13
Page
630 (sequence 2)
Language
German
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630 (Scmcinbcn Herz, und sie haben vermöge deS von ihnen! angenommenen Vertrauens der Gemeinden die heilige! Verpflichtung, uns zu führen auf den Pfad, auf welchem! wir, die wir mitten im geschäftigen, thäligen Leben , flehen, zum Heile gelangen können, zum einzigen Heile,! das nur in der Verwirklichung unserer Aller Aufgabe begründet ist: לשמר לעשות ככל התורה ובו׳ mit aller Kraft unserer Seele uns der Erfüllung deS ganzen Gesetzes zu weihen; — und für das Erhabene und Herrliche dieses unseres einzigen Berufes einen Jeglichen unter uns zu begeistern. Uni eines solchen Lehr- und PrcdigcranitS zu walten, dazu bedarf cS allerdings der geeigneten Vorbereitung, welche den künftigen Lehrer und Rabbiner zunächst selbst eiusührt in eine Wissenschaft des Judenthums, die ihnen die Lehren desselben und daS Leben des Menschen und der Menschheit im eigenen Geiste deS JudcnlhumS zumVerständnis; bringt. Möchte doch in diesem Sinuc, für dieses Ziel gewirkt und gestrebt werden überall, wo ״gelehrt und gelernt" wird, auf daß in dem Sturm der Zeiten dem zum Herold des Gotteswortes au die Menschheit bestellten jüdischen Stamme nicht alle Kraft versiege und er' ausharre in Treue und ungebrochenem Muthe bei der glorreichen Fahne, die seinen Händen auvertraut ist. Wie Viele wenden ihr den Rücken, wie Viele haben ihre Posten verlassen, wie Viele haben von ihren Führern eine falsche Lehre, eine gleißnerische Weisheit verlangt, und wie Viele der Führer haben Lüge statt Wahrheit und Trug statt Weisheit gelehrt und gepredigt! Wie Viele unter denen, welche an der Spitze der Diaspora stehen, haben sich dem Leben des Volkes entfremdet und kennen nicht die Gefahr und die Verlockung, denen dasselbe anSgesetzt ist, — haben sich zurückgezogen in die engen Räume ihrer Klause und wissen nichts von den Stürmen und Wettern, mit welchen das Volk zu kämpfen hat, und wissen deshalb auch nicht ihm voranzuleuchtcn auf dem- Wege, den eS unter dem falben Scheine einer falschen Aufklärung, einer irrenden Wissenschaft zu wandeln hat! Und wenn in unseren Tagen sich wiederum in dem Erdthcilc, der auf dem höchsten Gipfel der Kultur und Bildung zu stehen präsumirt, der alte Haß und die alte Barbarei auS einem kurzen Schlummer in erneuter . Kraft erstehen und alle Schrecknisse einer als gänzlich vergangen thöricht gewähnten düstern Zeit sich unter unfern Augen sich wiederholen, wenn Israel wiederum בזה נכש und מתעב גוי als das Verachtctste, Vcra'oschcuetste unter den Menschen betrachtet wird und cS inacht- und widerstandslos prciSgegcbcn in allem Hohn und Spott seiner Hasser und שד שבר רעב הרב Raub und Plünderung, Drangsal und Kummer, Hunger und Roth, Mord und Todtschlag über cS hcrciugcbrochen sind, wenn es von der blut- und habgierigen Meute aus seinen friedlichen Wohnstätten verjagt, seines Guts beraubt, unter dem Mordstahl seine Männer und Frauen, seine Greise und Kinder verenden sieht, und auS diesem namenlosen Jammer an ihn die alte Gottesmahnung ergeht: לך ענד בא בחדריך ובגר ״ דלתיך בעריך הבי כמעט רגע עד כי יעבר זעםgehe ein in deine Kammern und schließe deine Thüren um dich, verbirg dich eine kurze Weile bis der Zorn vorüber ist" — sollten wir da nicht uns um so mehr gedrungen fühlen, in der Erkenntuiß unseres eigensten Heiligthums Trost und Erhebung zu suchen und den Geist der Thora und der Propheten in uns aufzunehmen, um durch ihn uns zurcchte zu finden in dem Wirrsal der Zeiten, damit wir mit ״Jesaitischem Ohr" die Gänge der Geschichte verstehen und mit ״Davidischem Sinne" die Welt um uns auschauen, Gott begreifen in den Ereignissen und unsere Stellung zu denselben?? Denn trotzdem und alledem — das endliche Ziel der Geschichte, mag sic auch ihren Lauf nehmen durch Thränen und Blut, ist die Verwirklichung des GotteSgesetzeS, daS Israel der Menschheit voran trägt, ist die Anerkennung deS GottcöwillcnS auf Erden von der Gesammtmenschheit, und Israel ist doch עבדי אתמך ״ בוder Diener GottcS, auf den Er Sein Heil stützt. ״ בהירי ריצתה נפשיder von Ihm erkorene, von Ihm erwählte Herold". ״ נתתי רוהי עליוGott hat Seinen Geist auf cs gelegt״ משפט לגרם יוציא ,״damit cs daS Recht den Völkern bringe." An uns aber ist cS, Gott treu zu bleiben und Seinem Gesetze, eS zu lernen und zu lehren, immer tiefer cinzudringen in seinen Geist, für dieses Gesetz unsere Kinder zu erziehen, dafür ihr Herz zu erwärmen, dafür ihren Verstand zu wecken und also daS Heil Israels und der Menschheit zu fördern, 'וכל בגיך למורי ד ורב שלום בגיך. Slümomslhe ZMl!Misljkit. Von Lamson Raphael Hirsch. VIII. Weise und Thoren. (Fortsetzung.) Diese Voraussetzung ist eine so natürliche und ihr Gegenthcil eine solche Verdunkelung des Wahrheit suchenden menschlichen Gedankens, daß ein menschlicher Gedanke nur auf einen diese Voraussetzung leugnenden Wahn gekontnten wäre, wenn die Anerkennung dieser Voraussetzung nicht sofort auch folgerichtig zur Ancrkcunung der Wahrheit nöthigte, daß auch der Mensch nichts Anderes als das Werk eben dieses allweiscn, allmächtigen Schöpfers und Gesetzgebers ist, auch er mit allem seinen Sein und Werden dem allerhöchsten

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