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Jeschurun · 1883-08-23 · Heft 34 (23.8.1883) · p. 576

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 34 (23.8.1883)
Article
Deutschland : Nürnberg [Nachricht]
Date
1883-08-23
Page
576 (sequence 2)
Language
German
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576 [)unbert als Scliauspieler sich zeigen, hat den Bericht-; erftattcr der ״Allgem. Ztg." veranlaßt, darüber weitere :1 י ad 1 f 0rf d) 1t!ן! ו cn an stellen zu lassen. Dieselben, im ״Archivio ftorico deiGonzana" in Man t u a v o rgen o nun cn, ergaben, das; der ebemalige dortige Hof bei verschiedenen festlichen Gelegenheiten die schauspielerischen Talente der ' Inden in Anspruch nahm. Der Leiter der Gesellschaft! scheint ein gewisser Leone de Sommi, ebenfalls ein Jude, : gewewn zu sein; er findet gleichzeitig auch als Theater-! dichter Erwähnung. Urkundlich Nachweisen läßt sich! das Auftreten der jüdischen Schauspieler nur in folgen-! den Fällen: 1580. Am 3. Dezember befiehlt Herzog! Wilhelm von Mantua dem Leone de Sommi, für die! Hochzeit des Prinzen Vineen; Gonzaga mit Margarethe : Farnese (welche im März 1581 stattfaud) eine Komödie! vorzubereiten. 58 ו^?. Viueeu; Gonzaga befiehlt den! Juden, zur Feier seines Geburtstages eine Komödie; darznstellen. 1587. Im Karneval dieses JahreS ver-! austaltet die Gesellschaft eine Aufführung auf dem! Theater des Hofes. Die angeführten Nachrichten sind : zwar spärlicher Natur, sie genügen jedoch, um zu be-! weisen, daß der Hof von Mantua in den Jahren 1579; bis 1587 sich jüdischer Schauspieler bediente. j D e st c r 1־ eich-11 n g a r n. j .. t'.. Wien, 15. August. Professor Rohling! hat gegen die Redaktion der ״Morgen-Post", welche seinerzeit eine Reihe von Artikeln des ReichSrathS-Abgeordneten Rabbiner 1)1׳. Bloch, in denen derselbe Rohliug's Behauptung, den Gebrauch des ChristeublutS am Passahfeste durch einen Eid zu erhärten, als das ״Angebot des Meineides״ bezeichuete, die Ehrenbeleidiguugs-Klage eiugereicht. * Wien, 18. August. In Neusohl in Ungarn fand gestern großer Judentrawall statt, wobei viele Verwundungen vorkamen. ch 17. August. Aus London sind hier Namens des greisen MoseS Moutefiore für jeden der l 5 Freigesprochenen 10 Pfund angekommen. So dankbar wie auch dieses hochherzige Geschenk aufzunehmeu ist, so glaube ich doch, daß man sich gegen die dasselbe begleitende Ermahnung au die Märtyrer: ״sich als gute Staatsbürger zu bewähren" verwahren müßte. Für eine solche liegt auch nicht der allcrmindeste Anlaß vor. Sie könnte aber von unseren Gegnern mißdeutet und zu unserem Nachtheit auSgebeutet werden. — Die Akten des TiSzaESzlarer Prozesses werden der königlichen Tafel unterbreitet. * N1)irelU)!)a,za, 19. August. Gerichtskauzlist Peezelh erhielt folgenden Bescheid: ״Sie wurden mit Erlaß des InstizministerS vom 6. d., bis das kompeteute Gericht in Folge der über Ihre Vergangenheit aufgetauchten Daten geurtheilt haben wird, beurlaubt." D. Ccbcitburg, 13. August. Auch unsere Stadt kann von einem Judenkrawall erzählen. Gestern Abend fand nämlich eine Zusammenrottung auf der sog. Pfarrwiese statt-, antisemitische Reden wurden gehalten, darauf zogen die Tumultuauteu durch die Straßen der Stadt, richteten vielfache Zerstörungen an, mußten aber um 12 Uhr Nachts, von dem einschreitendeu Militär bedrängt, abziehen. Ungefähr 00 der Ruhestörer wurden verhaftet. Angesichts dieser Vorgänge wurde von unserem Stadthanptmann in einem Ausrufe vor einer Wiederholuug der Exzesse gewarnt. * Kaschau, 18. August. Mit dem Dderberger Frühzug sind zwei Kompagnien Jäger nach Reusohl abgegangen, um die daselbst auSgebrochenen Judenhetzen zu unterdrücken. Hierselbst wurden gestern Abend Uuruhen befürchtet, jedoch ist nichts vorgefallen. 11׳' Pest, 10. August. Bezugnehmend auf eine Korrespondenz aus Prag vom 19. Juli in Ihrem geschätzten Blatte (Nr. 30), betreffend die Bekehrung der Tochter des hiesigen Tischlers Jacob Steiner, erlaube ich mir, ergänzend hiuzuznfügen, daß der Vater des Mädchens, nachdem dasselbe am 17. Juli seine Verwandten in Böhmen, wohin cS der Vater gebracht, verlassen, ohne hierher zurückzukehren, durch Herrn D!׳. Bernhard Friedmaun gegen den hiesigen Baptisten- Prediger Maier den Prozeß wegen Entführung seiner Tochter anstrengen ließ. In Folge dessen hat uuumehr Maier die Erklärung abgegeben, daß er nicht das Mädchen zum liebertritt zu den Baptisten und zum Verlassen des Elternhauses, sowie später zum Verlassen ihrer Verwandten in Böhmen überredet, sondern eS habe freiwillig den Gottesdienst der Baptisten besucht. — Eines der glänzendsten und bedeutungsvollsten Urtheile über den Tisza - Eszlarer Prozeß scheint mir die aut 2. d. M. vom Kurial-Senats-Präsidenten Karl Esemegy an den Staatsanwalt von Szeisfert gerichtete Depesche zu sein. Sie lautet: ״Die ungarischen Juristen blicken stolz auf Sie und auf die Vertheidiger, die Ehre des Standes ist gerettet und steht glänzend gerechtfertigt da." Wir sind neugierig, ob die Antisemiten iveuigsteuS die Autorität Karls Esemegy's anerkennen werden? — Endlich hätte ich noch von einer Resolution zu berichten, welche am 11. d. MtS. die Vertrauensmänner der sozial-revolutionären Partei Hieselbst gefaßt haben. Dieselben erklären angesichts der Artikel im Függetleuseg, Magyar Koruna und Magyar Allam, theils antisemitischeu, theils klerikalen Blätter, in welchen die sozialrevolutionäre Partei mit den jüngsten Exzessen identifizirt wird, daß die sozial-politische Partei sich prinzipiell und tbatsächlich von allen Bewegungen und Demonstratiouen seruhalte, deren Zweck gegenseitige Verhetzung von Nationalitäten, Kousessiouen und VolkSstämmen sei, insbesondere, daß die sozial-revolutionäre Partei ״den

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