Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-08-02
- Page
- 494 (sequence 2)
- Language
- German
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494 pcbniöjiclc und bcm wahren Lcbcnsheite führt. Wenn dann diese bei Gott gesuchte und von Gott gewährte Weisheit in das Her; unserer Jünglinge gekommen und Erkcuntniß ihren Seelen das Süßeste sein wird, dann werden Uebcrlegnng und Einsicht sic in ihrem Lebenswegc bewachen und sic — wie dies unsere Sprüche weiter ansführcn —, vor jedem schlechten Wege im bürgerlichen Leben und vor jeder geschlechtlichen Verirrung verlockender Sinnlichkeit schützen. — Znrcchtgcwiescn zu werden liebt ein Spötter nicht, Darum geht er nicht;n Weisen. (15,12.) Ein cinsichtvolles Her; sticht Erkenntnis. Eingebildeter Thoren Mund weidet Unwissenheit. 0M4.) Ein eingebildeter Thor will gar keilte Einsicht, Will nur seine Allsicht an den Tag bringen. (18,2.) Wozu nutzt das Kansillittcl in der Hand des cingcbildeten Thoren, Weisheit zu taufen — und das Her; ist nicht da! (!7,16.) Zwei Karakterc kommen nach der Lehre unserer Sprüche schwerlich dazu, Weisheit;11 erwerben: לצים und כסילים. Dem לין ist alles über die greifbaren si'.llllichen Anliegen HillanSgehcllde ein Hirngespinnst, er versolgt die sittlichen Ideale unb alles heilige, Gott;ngewendetc Strebeil mit frivolem Gespötte, eine Lehre, die die Aufopferung siilnlich greifbarer Vortheilc und Genüsse für ideale sittliche Güter fordert, ist ihm die lächerlichste Prätcnsioil, Ulld mit Spott;u gerßelnde Thoren siild ihm Diejenigen, die einer solchen Lehre ailhangen und in bereu Erfüllung die Beruhigung unb die Glückseligkeit ihres Lebens sinden — wie sollte Der zn den OucUeix einer solcheil Lehre wandeln, um ans ihr eine Weisheit;11 schöpfen, die ihn! für Thorheit gilt! Und doch ist er alles dies mehr mit den: Munde. Wie sehr er auch zungengewandt — (das ist ja eigeutlich לין) — im Kreise einer;11 ihm anshorchenden Zn- Hörerschaft sich in einer ans alles Heilige hinabblickendcn Ironie ergeht und in der Brust, vor allem seiner jüngeren Umgebung, Gefühl und Achtung für alles Höhere ertödtct -- in seiner eigenen Brust lebt die Zuversicht so zuversichtlich nicht, er fürchtet doch, eines Andern belehrt werden zu können, fürchtet, ja haßt eine zurcchtweisende Widerlegung, darum geht rr nicht zu den Weisen, haßt cs, ein seinen licbgewonnencn und stol; zur Schau getragenen Ansichten entgegengesetztes Wort zn vernehmen — zn den Quellen der Weisheit wandert er nicht. inoriseyung folgt.'» Der Priester .Hriegsbogen, Pflock nnd Eckstein. Bclrachnnig v. Ludwig A. Noscntlicll, Prediger zu Cöthcn. Seht hin, da senkt sich die Wolke, die Stämme Israels kennen das Zeichen; sic halten auf ihrem Wüstenzugc still, die Priester und Leviten richten das heilige Zelt auf, sie selbst lagern sich um die Hütte der Offenbaruug, und in weiten Kreisen schlagen nach angegebener Ordnung die Stämme Israels ihre Wohnungen auf. Alle aber befinden sich dem Heiligthnme gegenüber in gleicher Richtung, da giebt es kein rechts, noch links, sondern Priester und Volk, Alle haben sie die Hütte des Zeugnisses vor Augen. שובח ח' רבבות אלפי ישראל halte der Gottesmaun ausgerufen, dies Wort stand auf dem Banner des מהנה ק, es leuch tele Denen entgegen, welche dem Lager Israels etwa feindlich folgen wollten. Und cs schien sich zn bewähren; der Geist des Ewigen durchwehte einigend nnd verbindend die gewaltigen Schaarcn; und wie cs vom Zelte einst hieß ויהי המשכן אחר all die verschiedenartigen Bestandtheile desselben׳ machten durch ihre heilige Bestimmung ein Ganzes ans, so konnte man das Gleiche jetzt von Israel behaupten. Nicht aus dem Innern des Volksgeistes ivuchs die Uneinigkeit empor, von der uns die Thora in ihrer ungeschminkten Wahrheit oft berichtet, sondern cs waren häufig gerade die Hervorragenderen im Volke, Stammesfürsten, Leviten, die, ihrer göttlichen Bestimmung untren geworden, seitwärts von der heiligen Hütte gewandt, eigene selbstsüchtige Ziele suchten, welche zu Zeiten dies Vcrhältuiß stören konnten. Israel selbst lagerte gern cinmüthig bei einander, machte gern das Heiligthum und die Thora zn seinem Mittelpunkte, da ein Jeder nach den göttlichen Bestimmungen sich seines besonderen Platzes und seiner Würde bewußt sein konnte, sich nicht als unwichtiges, nebensächliches Glied Israels anzusehen brauchte, so lange der Zusammenhang gewahrt blieb. Das Vorbild des gesammten Volkes war eben das Lager der Priester und Leviten, welche nicht als Beherrscher und Unterdrücker des freien Volksgcislcs den Israeliten aufgedruugen waren, sondern ans der Mitte derselben hervorgegangen, die Wahrer des unverfälschten Gottesdienstes, die Erhalter und Verbreiter der Thora sein und bleiben mußten. Um den Mißverständnissen vorzubeugen, welche der Begriff eines israelitischen PriesterthumS nach fremden Vorbildern einst und jetzt Hervorrufen könnte, betrachten wir einen inhaltsvollen Satz des Midrasch im Abschnitte ,תצוד, welcher lautet: ואתה הקרב אליך את אהרן אחיך ואת בניו אתו מהיכן מתוך בני ישראל