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Jeschurun · 1883-07-26 · Heft 30 (26.7.1883) · p. 473

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 30 (26.7.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1883-07-26
Page
473 (sequence 2)
Language
German
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473 Wahrheit kaufe und verkauf' sie nie, j Und so auch Weisheit und Zucht und Einsicht.! (23,23.)! Die Fähigkeit zur Weisheit gicbt Gott Jedem von! uns als höchstes Angebinde mit ins Dasein und hat! auch von Seiner Weisheit den Antheil, der unsere Weisheit werden soll, Seine Wahrheit von dem Sein fortschreitend Einsicht erstrebende Beschäftigung mit der Gotteslehre in allererster Linie Rath und Hülfe und Trost in allen Lagen des Lebens bringen. und uns bis an unser Ende in treuer Losung unserer Lebensanfgabe beistchcn. Und diese von der Gottesweisheit gelehrte Wahrheit ist so sehr nicht nur ein hohes, in so sehr geradezu und der Bestimmung der Welt, von dem Sein und der Vcstimnmng der Menschheit, von dem Sein und der Bestimmung seines Voltes in,das Buch seiner Lehre und seines Gesetzes niedcrgclegt und deren volles Verständnis; für unsere Erkenntnis; und die Erfüllung unserer Lebensaufgabe nach Seinem Willen der lebendigen Auffassung und der mündlichen Ucberliefernng der Weisen seines Volkes anvcrtrant. Unsere Fähigkeit bliebe aber unentwickelt, das Buch der göttlichen Weisheit für uns verschlossen, die den Weisen anvertraute Ueberliescrnng für uns verloren, wenn nicht unserem Geiste bei seinem ersten Erwachen zu selbstständigem Bewußtsein der Gottesrnf cntgegcngebracht würde: Weisheit zu erwerben, Einsicht zu erwerben, Nichts von dem Erworbenen zu vergessen und Nichts in nnS ausznnehmcn, was abneigt von der geraden Linie der von Gottes Weisheit gelehrten Wahrheit. Der Weisheit Anfang heißt: Weisheit c r w erbe n und der Verfolg dieses Anfangs heißt: mit allem Erwordenen Einsicht erwerben. Weisheit will erworben werden. Sic ist etwas Gegebenes, in uns Anfznnehmendes, nicht etwas von uns zu Erfindendes, und auch die Einsicht, die wir fortschreitend gewinnen sollen, indem wir nicht an der Oberfläche des gegebenen Weisheiterwcrbcs stehen bleiben, sondern in dessen vollen Inhalt und seine Folgen für unsere Lebcnsgestaltung cindringen, ist nichts lediglich aus uns heraus zu Spinnendes, ist auch ein Gegebenes und kann nur unter Anleitung des göttlichen Schristwortcs und der Uebcrlieferungen der Weisen erworben werden. Unsere Schwester sollen wir die Weisheit nennen. Sie ist die Tochter unseres Vaters im Himmel. Er hat sic wie uns erzeugt, und wie wir ihm unser leibliches Dasein verdanken, so verdanken wir ihm auch das Dasein der Weisheit, die er schwesterlich uns zur Seite gestellt, auf daß wir mit ihr Hand in Hand dnrch'S Leben wallen und sic uns, wie einst die MosiS- Schwester, der rechten Mutterbrnst der göttlichen Wahrheit znführe und uns vor der Milch der Gott entfremdeten und Gott entfremdenden Jrrthümcrn bewahre. Und Freund und Genosse sollen wir die Einsicht nennen. Wie wir an dein wahren Freund und Genossen einen theilnehmendcn Bcrather, Helfer und Tröster in allen Lagen des Lebens und einen treu und gleichgesinnten Mitarbeiter an der Erfüllung göttlicher Lebensaufgaben haben, so soll uns die stete, immer das höchste aller von uns zu erwerbenden und besitzenden Güter, daß wir sic um jeden Preis erwerben und um keinen Preis veräußern sollen. Welche Opfer wir auch zu bringen hätten, ja, ans welchen Erwerv sonstiger Kenntnisse, Wissenschaften und Gelehrsamkeiten, ans welche Lebensstellung wir auch verzichten müßten, um nicht unserer ״Schwester" und unserem Freund", um nicht der göttlichen Weisheit und der ans ihrem Born zu schöpfenden Einsicht fremd und untren zu werden,— Nichts sott im Stande sein, uns von den Erkcnntnißquellen der göttlichen Weisheit abznleitcn, Nichts kann uns für die ״Vertrautheit" mit ihnen Ersatz bieten. Mit dem Verlust dieser Wahrheit gehen uns Weisheit und Z׳.:cht und Einsicht, verloren. Unsere Zeit hat diesen Handel gemacht. Sic hat die Vertrautheit mit den Erkenutnißqncllen der göttliehen Wahrheit aus dem Lehr- und Erzichungsplan der zeitgenössischen Jugend gestrichen, um Raum für so vieles Andere zu gewinnen. Hat sie diesen Handel nicht zu bereuen? Hat dieses ״viele Andere" Ersatz gebracht an Weisheit und Zucht und Einsicht?? ׳F0elsev111rg folgt.) Kollektiv-Berichte ans Ungarn. XVII. (Schl mV) Es ist leider evident, dag die ״Kanzlei" nie mehr Ehaneen halte, ihren Sirenenlippen Erfolg zu sichern, als in der gegenwärtigen Phase. — Einerseits sehnen sich die Genieinden nach langjährigem Parteihader in den Hafen des Friedens eiuznlenten; und andererseits fehlt heute der ungarischen Orthodoxie die imponircndc Autorität, welche ihr früher so sehr zu Statten kam. — So lange noch die strahlenden )kamen: S. W. Schreiber, Jeremias Löw, Menachcm Eiscnstädter זצוק״ל die Programmschriften der ungarischen Orthodoxie zierten, da folgte man gerne und willig ihrem Rufe, schaarte sich begeistert unter ihre Fahne, respektirte ihre Kundgebungen und cinmüthig stiimnten alle ein in den Nuf נעשה ונשמע. — Unter der Aegide jener Heroen haben wir die Agitationen der Reformer vornehm ignoriren können הבל על דאגרץ ולא משתכהין. — Seitdem diese גאוני ישראל aus dem Leben geschieden, sind wir der Willkür unberufener Laien ausgesctzt, welche die Orthodoxie aus dem gewohnten ruhigen

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