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Jeschurun · 1883-07-19 · Heft 29 (19.7.1883) · p. 454

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 29 (19.7.1883)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1883-07-19
Page
454 (sequence 2)
Language
German
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454 idcutifizirt sich mit den Dcligucntcn, sic macht die Sache der Beschuldigten zu der ihrigen." Die ״Vanbcöfan^ci'‘ sucht min ihre arg kompromittirtc ״Klugheit" zu rchabilitiren und die Scharten auszuwetzcn. . .v»cute erhielten wir non befreundeter Seite eine Brochnre, welche die 2andeskanzlei an ihre ״Gesinnungsgenossen" versendet. Die Brochürc enthält eine vortreffliche Darstellung der ״TiSza-Eszlarer Kriminal Vlffairc nach dem damaligen Staude der Untersnchuug." — Dem von Herrn Martin Schweiger, als Präses der KandeSkanzlci, unterfertigten, der Brochüre bcigelegtcu ungarischen Geleitschreiben entnehmen wir, daß dieselbe bloS für ״ausländische Sachkundige und Hochgelehrte" herausgcgeben wurde; der ״(Geleitsbrief" weist die elende Bcschitldignng als ein Ding der Unmöglichkeit, als eine finstere Ausgeburt wahnbethörter Iudeuhasscr voll tiefster Indignation zurück und bringt die EntschuldiguugSgründe, weshalb die ״Kanzlei" in dieser Assairc eine Reserve sich anslegte und keine Aktion in Scene setzte.(Wir respektircn die Grunde vollkommen, und bedauern nur den ersten unbedachten Schritt der ״Prcisausschrcibung".) So weit ist Alles recht schön und löblich. — Doch die zweite Hälfte des ״Zirkularsרוח אחרת בקרבו ״ durchweht nicht mehr jener aumutheudc selbstlose Geist, zeigt uns vielmehr ganz durchsichtig, daß die weise ״Kanzlei" die momentane friedliche Situation zu Parteizwccken auSznbcnten sich rüstet. — Herr j Schweiger ruft voll Pathos seinen ״GesiuuuugSgeuossen" > zu: gehet, verkündet in Euren Kreisen אני ישנה דלפי עד, wenn die ״KandcSkauzlei" bisher auch kein KcbeuS- Zeichen von ihrer Thätigkcit gegeben, so dars dieses Stillschweigen nicht als Kriterium der iudisfercnten Theiluahmslosigkeit gelten, im Gcgentheil, die ״Kanzlei" hat die Hochwartc der Umschau nicht verlassen und über den Häuptern der ungarischen Israeliten treu Wache gehalten!! — Auch wir haben die lange und bange UntersnchnngS- Periode für eine עת לחשות gehalten und das Schweigen der 2andcSkanzlci, wenn auch nicht als ,סיג להבנזד, so doch im Sinne der Provcrbia 17,28 gewürdigt. — Doch wir fragen, weshalb denn dieses ängstliche Räuspern? Wozu die inständige Bitte an die ״Gesinnungsgenossen" um Glorifiziruug der thatenloseu Thätigkcit'? — Warum'? Wozu'? ...?tun סוף דבר הבל נשנזע die lebten Zeilen 'seS ״Zirkulars״ geben uns Ausschluß und Anskläruug. — Herr Schweiger ersucht seine ״Genossen", daß sic ihren ganzen Einfluß aufweuden, um die erhabenen Anschauungen der ״Kanzlei" populär zu machen, und schließt seine Enunziation mit den Worten: ״Sobald die TiSza-ESzlarer Assaire zu ihrem Abschlüsse gelangt, wird cS unsere erste Obliegenheit sein, um die Kousolidirung der zerrütteten Verhältnisse der t KultuS-Gctneindcn uns zn bemühen, zn welchem Zwecke wir in Bälde ein Zirkular zur Oricutirung an die KnltuS-Gemcindcn versenden werden DaS uns vorliegende, mit Amtszahl 8l 05 versehene ,,Schreiben" war an die Adresse eines in einer streng konservativen Gemeinde fast isolirt dastehenden ״Gcsinnungsgenossen der Kanzlei״ gerichtet und scheint überhaupt nur für Rechnung der ״Gesinnungsgenossen" in 0 r t h 0 d 0 x c n und k 0 u s c r v a t i v e n Gemeinden zur ״S t i m m n n g S m a ch c r e i" geschaffen worden zu sein. — Dieses rafsinirtc Experiment hat uns heute die Zeder in die Hand gedrückt. Die angcrnjencu ״Gesinnungsgenossen" sollen die Mitglieder konservativer und orthodoxer Gemeinden ködern, und für die in Aus sicht gestellten Propositioucn empfänglich machen. — Diese ״Vorkehrungen" lassen aus die Absichten schließen, denn א ס ת יורה דר ב ו die W a hrhcit bahnt sich selbst den Weg ohne besondere Vorkehrungen. < Schluß folgt., Ans öcr ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. (Rach einer wahren Begebenheit) Ariedricl) AotL. ]. (.'Ulc .H01,11; P0rlH’l,alU’1t (mn-t1ct.u1H1v) Daß ihr längererAufemhalt im Hofe den Bauersleuten lästig falle, hatte sie nicht zu befürchten, überdies; konnte sie sich auch sagen, daß durch ihren Fleiß und ihre Geschicklichkeit in Handarbeiten die Kosten ihrer Bcrpflegung mehr als gedeckt waren, abgesehen davon, das; der Bauer, durch dessen Unvorsichtigkeit sic verletzt worden, zn ihrer vollständigen Heilung, so wie zur Verpflegung während dieser Zeit verpflichtet war. Das hatte der Toni ihr auch wiederholt zn bcdenken gegeben; denn so gern cr ihr wohl ein Viertelstündchen znsah, wenn sie dieRadel so gewandt Handhabtc, so wie cr wahrznnehmcn glaubte, daß sic zur Arbeit sich verpflichtet fühlte, ward cr unwirsch und verdrießlich und hätte am liebsten den Mägden verboten, ihr irgend welcheRäharbcit zn übergeben. Nur ihre und seiner Mutter dringende Vorstellungen, daß Arbeit ihr Bedürfnis; sei, machte ihn auch nach dieser Richtung hin gefügig. Es war überhaupt ein traulich, herzlichcS Verhältniß zwischen Mutter und Sohn und dem jungen?Rädchen. Die Alte liebte Mirjam wie ihre eigene Tochter, und der Toni sorgte für sic wie für ein liebes, verhätscheltes Kind. Er hatte ihr von ihren Brüdern erzählt, die cr bei seiner Auwcscuhcit in WoiterSdorf im Hose hatte spielen sehen und von der alten Lcah.

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