Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1883)
- Article
- Die Preßburger Talmudschule
- Date
- 1883-06-28
- Page
- 405 (sequence 2)
- Language
- German
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405 der mit jenem ersten in enger Verknüpfung steht und : nicht minder dringend einer Abhülfe bedarf. Al-wäre! der Plan de- Talmndstndinms mehr darauf zu berechnen,! für da- Geschäftsleben oder einen sonstigen Beruf vor-! zubereiten als gesetzkundige נדד הודאה herauzubilden, j deren ritnalrecht liehen Ansprüchen sich ein jeder fromme! Jude ohne die mindeste Gewissensskrnpel anvertrauen löune, künlinert sich Niemand um die Knltivirnng des ' halachischen — das Wort im engeren Sinne genommen; — Zweiges des Thorastudiums. Genug,' das; den! Stndirenden!nit dem gründlichen Verständnis; des! Talmud auch indirekt das Verständnis; für פובק beigebracht wird, so daß es den Stndirenden allerdings möglich ist, auch פוסק zu lernen, insofern bei ihnen nur guter Sille nnd Ausdauer dazu vorhanden ist; aber die faktische Inangriffnahme dieses, wir dürfen wohl sagen, schwierigsten Theiles des Talmudstudinms fördert Niemand bei den jungen Leuten, geschweige denn, daß Jemandem der gleichsam jenseits des Meeres liegende j Gedanke beifommen möchte, das; denn doch die sich selbst! überlassene Kraft der Jünger nicht überall ansreichen ■ dürfte, die sich anfwerfenden häufigen Schwierigkeiten! zu bewältigen, und daß denselben in solchen Fällen die! Anleitung eines Vortragenden Lehrers nicht entzogen! sein sollte! — Es leuchtet auf den den ersten Blick! ein, das; diese beiden letzterwähnten Mißverhältnisse! der gleichen falschangebrachteit Skrupulosität entspringen, j und das; die endliche Lossagung von derselben in Hinsicht l ans die baldige Heilung auch dieses zweiten (Gebrechens nicht dringend genug anempfohlen und gewünscht werden kann, Noch ärger als dem ׳פוסק Studium, ergeht es aber unserer heiligen, von allen Nationen aufs Schild erhobenen Literatur. Denn während es Usus m, daß Jünglinge, die ihre Ambition ans die Nabbinerlaufbahn gerichtet haben, sich wenigstens auf privatem Wege so gut es eben angeht in פוסק zu üben pflegen und auch ihre Antorisirnng zu Nabbinen von der erlangten Qualifikationsstufe in diesem Gegenstand, in welchen sie nie einen regelrechten Unterricht genossen haben (sic!) abhängig gemacht wird, entgeht die Kenntnis; der jüdischen Literatur und Sprache der Aufmerksamkeit sowohl des zu antorisirenden Schülers, als auch des Autorität ertheilenden Lehrers vollständig und ganz. Der Lehrer wirft die Frage nicht auf und der Schüler i!t bestrebt, sich über dieselbe hinweg zu täuschen, wie er wohl als Rabbiner — um hier einmal ganz praktisch zu sein — durch die Macht der Rede belehrend, ermahnend, erweckend, begeisternd zu wirken vermöge, ohne genügendes Verständnis; der נביאים und בתובים und Midraschliteratnr. Denn die Frage, ob und in welchem Grade er dieselbe besitze, ist eine vollständig überflüssige, da ja hier zu Lande überhaupt die geringe Vertrautheit der בהורים sogar in den fünf Büchern Mosis, geschweige denn in ת׳נ״ך eine offenkundige und beinahe sprichwörtliche ist. Das Herz blutet einem Jeden, dem noch ein Funken voll jüdischem ׳)tat ionalgefühl im Busen glimmt, beim Anblicke der ödesten Vernachlässigung eines Feldes, zu dessen erfolgreichster Bearbeitung ja eben die gesctzestrcncn, talmudkundigen Inden vor Allem bestimmt zu sein scheinen, da )jemandem ein so tiefgehender Einblick in die Erhabenheit unseres heiligen Schriftthnms gewährt ist, als Denen, die von wahrhaft jüdischem Geist durchdrangen, jüdisch fühlen und empfinden. (Fortsetzung folgt.) .Kollektiv-Berichte ans Ungarn. XIV.!Fortsetzung.) Der Rektor der Preßbnrger Ieschiba ist vor eine Alternative gestellt, entweder er entschließt sich, dem Verlangen des Ministers zu entsprechen, was freilich nur auf Kosten der Existenz seiner Ieschiba geschehen könnte, denn von den ‘JOO בחודים nnd darüber werden wohl kann! fünf Prozent den verlangten Nachweis erbringen können nnd es müßlen 00 ipso fast alle בהורים aus den! Verbände der Preßbnrger Ieschiba treten, ohne Hoffnung, daß die Lücke, welche diese znrücklassen würden, je ansgefüllt werden könnte; — oder die berühmteste Ieschiba der Welt verzichtet auf den Titel ohne )Nittel, nnd der Rektor läßt, unbekümmert darum, ob die Ieschiba ihres ״öffentlichen" Karakters entkleidet, und ihr auch die seit Jahren fast nur mehr auf dem Papier fignrirende Begünstigung der Wehrpflichtigen entzogen werde, den Erlas; unberücksichtigt, um sein theucrstes Kleinod, die Ieschiba, vor Zersetzung und gänzlicher Auslösung zu wahren. — Wenige Dinge sind in diesem Augenblicke wahrscheinlicher, als daß der Oberrabbiner Herr B. Schreiber von den zwei Nebeln das kleinere wählen nnd darin Trost nnd Beruhigung finden wird, das; die Preßbnrger Ieschiba auch ohne hochtrabende Titel eine weltberühmte Talmudschnle bleiben, und daß auch ohne jene ״Begünstigung" die Frequenz derselben keine Einbuße erleiden wird. Herr v. Trcfort hat nun schon oft Gelegenheit gehabt, die eiserne Konsequenz und zähe Ausdauer der jüdischen Orthodoxie auf die Probe zu stellen — und er hätte sowohl a priori afs audj a posteriori diesen Erfolg voraussetzen können. Uebrigens ist die Möglichfeit nicht ausgeschlossen, daß Herr Trcfort gar keinen anderen Erfolg erwartet und — gewünscht hat, denn nur so läßt es sich erklären, warum der ״Erlaß" diesen und keinen anderen Weg genommen, warum er so und nicht anders formulirt ist, — und ohne mit den Mysterien des Herrn Unterrichts-Ministers