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Jeschurun · 1883-06-28 · Heft 26 (28.6.1883) · p. 404

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 26 (28.6.1883)
Article
Salomonische Spruchweisheit
Date
1883-06-28
Page
404 (sequence 2)
Language
German
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404 (AottcS Weisheit, GotteS Einsicht, GotteS fürsorgendes Wissen, deren Erkenntniß sein Geist nachdenkend zu! erfassen strebt, nnd so sehr ist unserer Spruchweisheit! diese SchöpfnngSwciShcit dieselbe Weisheit, dasselbe fürsorgende Wissen, das in der GottcSlchre unsere Ent-! Wickelung begründet, unsere Beziehungen geregelt, unsere besonderen Angelegenheiten bewußtvoll sürgesorgt, daß sie unmittelbar daran die Mahnung knüpft: Mein Sohn, laß' sie — diese Weisheit, Einsicht und Fürsorge — von deinen Augen nicht weichen, Bewahr' dir damit Thalkraft und Ueberlcgung, Daß sie Leben deiner Seele werden Und das Herzgewinnende deinem Halse. Dann gehst du sicher deinen Weg, Und dein Fuß stößt' nicht an. Legst du dich, so fürchtest du nicht, Und liegst du, wird süß dein Schlaf. Du hast nicht zu fürchten vor plötzlicher Angst, sticht vor Ansturm Gesetzloser, der kommen möge: Denn Gott ist der Inhalt deines rückhaltlosen Vertrauens, Der schützt deinen Fuß vor Hemmung. (K. 3, 2t—26.) Eben weil die Lehre, deren Weisung und Gesetz dein Leben, deine Beziehungen und all dein Emporstreben leitet, derselben Weisheit, Einsicht und wissenden Fürsorge entstammt, die in allen Gesetzen, Beziehungen und Einzclgestaltungcn dcS Himmels über dir nnd der Erde unter und neben und bei dir lebt und webt, darum trittst du mit Erfüllung dieser Lehre, deren Leitung du rückhaltlos dich überlassest, in harmonischen Einklang mit Himmel und Erde und vollbringst zuvcrsichtSvoll und dasciuSfroh deinen Weg. Es ist ja nicht deine Weisheit, deine Einsicht, dein Wissen, das dich leitet, cS ist dein Gott und der Gott der Welt um dich, der dich führt, und dessen Wille du vollbringst, darum wächst dir im Vollbringen die Thalkraft und zun! Vollbringen die Ueberlcgung, und Leben gewinnt deine Seele und GotteS und der Menschen Wohlwollen deinem ganzen denkenden, wollenden und vollbringenden Wesen. (נרגרתיך siche oben.) (Fortsetzung folgt.) Die MOuM Tl!!1!r!!Wllk. Bon S. B. Noscnhain. IV. (Fortsetzung.) Daß dies die unabweisbarste Pflicht eines Jeden ist, dem die Erhaltung dcS unverfälschten JudenthumS für uns und unsere Kinder am Herzen liegt, wiederholen wir noch cinnral mit jenem überzeugenden Nachdruck, den uns die Heiligkeit und Bedeutsamkeit der von uns vertretenen Sache auf die Zunge legt; daß dies unsere Pflicht ist, damit wenigstens die Verwirklichung der dem oben angeführten Verse folgende Prophczeihung unseren Tagen erspart bleibe! Denn das Prophetcnwort fährt fort: ישא ביום ההוא לאמר לא אהיה הביט jene Zeiten der tiefsten Gesuukeuheit, in welcher Menschenrecht und Menschenwürde verhöhnt wird, und alle tncnschengesellschaftliche Zucht und Ordnung aufgelöst ist, so daß ירהבו הנער בזקן jeder Bube in knabenhaftem Uebcrmuth sich überhebend des ehrwürdigen Alters spottet und seinen unreifen Verstand an Stelle des durch die Jahrhunderte bewährten heiligen Gesetzes auf den Thron zu setzen sich unterfängt — jene Zeiten könnten leicht bei den Männern, welche vermöge ihres Ansehens und ihres Wissens an die Spitze zu treten Härten nur dem Abfall Einhalt zu gebieten, eine solche vcrzwciflungSvolle Muthlosigkeit erzeugen, daß sic sprächen: wir sind dieser bereits den ganzen Organismus beherrschenden Krankheit gegenüber ohnmächtig, wir können keine Heilung bringen, לא אהיה הבש. Nur Gott allein vermag hier zu helfen, wir vermögen diesem kranken Körper keine stärkende Nahrung znzuführen, wir vermögen dem jeder iuuern Wärme entbehrenden Leibe nicht durch äußere Mittel Wärme zu spenden: ובביתי אין להם ושמלה. Eines solchen seiner Vitalität bereits verlustig gewordenen Volkes Oberhaupt vermag ich nicht zu sein, לא תשימני קצין עם! Und בשלה ירושלם ויהודה נפל Wäre der Schlußakkord der Todtenklage, die Verzweiflung am Grabe der Gott und Seinem Gesetze untreu gewordenen Zeit ertönen lassen würde. — Doch diese an der Möglichkeit einer Besserung zweifelnden nnd der eigenen Kraft mißtrauenden unthütigen Muthlosigkeit dürfen und sollen wir unS nicht hingeben. Es ist vielmehr Pflicht, heilige Pflicht derer, die durch Befähigung dazu berufen an die Spitze der Gemeinde zu treten, und Pflicht, heilige Pflicht unserer Führer, namentlich der Leiter von Jeschiboth, ihren Schülern, die sie im Geiste der Treue und des Ernstes zu Meistern der Lehre ansgebitdct haben, auch den Weg zu den Nabbinatcn zu ebnen, damit diese nicht die unbestrittene Domäne der Jünger und Verbreiter des Abfalls werden. Diejenigen unserer anerkannten Großen haben deshalb wohl daran gethan, wenn sie in dieser Erkenntniß das praktische Ziel der Ausbildung von Rabbinern nicht außer Acht gelassen und danach gestrebt haben, Jünger auSzustatten, welche zitin Heile der Gemeinde und des JudenthumS im RabbinatSamtc wirken. Preßburg ist vielleicht der einzige Ort, wo man ähnlichen Bestrebungen gegenüber sich kühl bis in'S Herz hinein verhält. Dieser wenig angebrachten Gepflogenheit entspringt noch ein anderer Uebelstand,

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