Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1883)
- Article
- Kollektiv-Berichte aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1883-06-14
- Page
- 383 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933020--12831-2953176- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
383 wenn ein im Dienste der תורה und ענודה ergrauter Rabbiner, wenn er B. auf ärztlicheo Anrathcn zur Nestaurirung seiner zerrütteten (Gesundheit einen Kurort besuchen, oder wenn er eine Tochter verhcirathcn soll, daß er, baar aller Mittel, in diesen beiden, so wie in vielen anderen Fällen an die Munifizcnz mildthätiger Menschen appelliren muß —; aber noch schrecklicher als die Sorge des Tages ist's, wenn der Tod an der Thür pocht, den Theuern von dannen zu rufen, die treue Lcbensgcsähnin und eine Schaar unversorgter Kinder gramgebeugt das Sterbelager umstehen, und der Sterbende sein durchfurchtes Antlitz, den trüben, sorgenvollen Blick seiner trostlosen Familie zuwendet, zum letzten Male Angen und Mund öffnet und spricht: Theures Weib, geliebte Kinder, קשה עלי פרידתכם, ach, wie schwer fällt mir die Trennung, besonders da ich euch als unglückliche Witwe und unversorgte Waisen hier zurücklassen muß, — und mit diesen! tiefen Seufzer, dieser bitten! Klage im Munde seine fromme Seele aushaucht!-— Dieses traurige Bild ist nicht unserer Phantasie entstiegen, sondern der lebendigsten Wirklichkeit entnouuucn und auf unseren Lippen schwebt die alte Frage זו תורה וזר שכרה? Wir zweifeln nicht, daß wir gar vielen ungarischen Rabbinern aus der Seele sprechen und in ihrem Sinne handeln, wenn wir eS versuchen, die Gemeinden auS ihrer Indolenz emporzuscheuchen und zur Beseitigung dieser beklagensioerthen Verhältnisse deren thatkräftige Mitwirkung erbitten. — In erster Reihe aber sollten,!nüßten die Rabbiner selbst beim Herrn Kultusntinistcr petitionircn, daß er eine Pensionsordnung ähnlich jener, die für die Volksschullehrer in's Leben gerufen wurde, ermögliche. Es sollen auch hier die Gemeinden zur Zahlung einer gewissen Quote pro anno angehalten werden, denn die eventuelle Beitragslcistung des Staates und die Einzahlungen der Rabbiner allein werden die Altersversorgung kaum zu Wege bringen. Wir halten uns überzeugt, daß bei der weitübenviegcuden Majorität der Gemeinden jeder moralische oder sonstige Zwang ganz überflüssig sein wird, sie werden freudig der Initiative der Negierung auf halbem Wege entgegenkommen; von den indifferenten, engherzigen und Pflichtvergessenen Gemeinden aber inüßte dies, wie die Beitragsquoten zum LehrerpensionSsonds, unerbittlich erzwungen werden. Wir wünschen dieser hochwichtigen Proposition n!ehr Glück und besseren Erfolg, als ihre braven, nach Weisheit, Recht und Frieden strebenden Vorgänger gehabt. — An zustimmenden Erklärungen hat es wohl nicht gefehlt und wir freuten uns aufrichtig, daß die bisherigen Serien unserer Kollektiv-Berichte im ganzen Lande sympatisch begrüßt wurden. Doch was nützen Worte, Worte ohne Thaten! לא המדרש עיקר אלא המעשה — Darum auf, auf, ehrenwerthe Rabbiner, wackere Gemeinden, lasset uns unbeirrt durch die augenblicklichen Trübungen und Hemmungen an der Sanirung der Mißstände, an der Verbesserung der betrübenden Situation rüstig arbeiten, und es wird der בורא ית״ש unsere Bemühungen segnen, wie cs heißt: וברכך ה׳אלקיך בכל אשר תעשה. Drullfehlerberichtigung irr Nr. 23. Im Artikel ..Sefirolh-Dozerolh״ am Anfang anstatt ״den" lies ״der", Seite •'L'i.x, Zeile 4 v. 0. stakt ״Ismmgnng״ lies ״Grwühnnng". Inserate werden die 3spaltige Petitzcile oder deren Nanm mit 2"> Pig. berechnet. JnserticmSannahme für Frankfnr 1 a. M. auch bei der Buchhandinng von I. Kanssmann daselbst, ohne Preiserhöhung. Für den Inhalt derselben übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. (An kräftiger.junger Mann, 10 Jahre alt, der sich allen Arbeiten gern unterzieht, sucht eine Lchrlingsstelle in einem Geschäfte, welches am Sonnabend geschlossen ist und freie Station gewährt. Ges. Offerten an Friedmann, Hannover, Feinstraße 7. כשר Achtung! Hute Prodstcllc! Restauration zu verkaufen. Besteht seit vielen Jahren, hat gnte sichere Kundschaft, ist ein gutes slottgehcndes Geschäft. Die Nenlabililät wird nachgewirsen. Liegt in bester Lage Merlins, billige Miethe, kann mit allem Inventar, welches sehr gnt, sofort ^besonderer Berhä'ltnisse wegen) übernommen werden. -- Offerten sub K U 1173 an ZiuSolf SSoflfe, Berlin SW, Iernsalemerstr.4'>. Ilsmnov«'!־*. Spaniens Hotel Klilcnbergcrstraßc 33. Besitzer: B. Goldmann. Altrenommirles Hotel mit berühmter Küche nach streng ritueller Vorschrift. Gnt eingcr. Zimmer 111. vor;ügl. Betten. Omnibus am Bahnhofe. 'pnb!6 <r)16te 1 Uhr Mittags. Diners zu jeder Tageszeit. Dieses Hotel, in Mitte der Stadt ge׳ legen, ist allen Neiscnden, sowie Familien bestens zn empfehlen. Dasselbe ist auch zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlich,;eiten ganz besonders geeignet. Knaben, die hiesige Schulen besuchen, finden Ausnahme, gewissenhafte Veans. sichiignng, Nachhilfe in allen Unterrichtsfächern bei M. Schweitzer,. Lehrer Frankfurt a. M., Obermain-Anlage 20. Beste Referenzen. In! Berlage von Wilhelm Istleib, Berlin, ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Roman von I. Hirsch. lö Bog.