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Jeschurun · 1883-06-14 · Heft 24 (14.6.1883) · p. 380

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 24 (14.6.1883)
Article
Deutschland : Pfalz [Nachricht]
Date
1883-06-14
Page
380 (sequence 2)
Language
German
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380 Verzeichnisses angefcrtigten Zusammenstellung beim! Beginn des SomincrscincsterS unter I 717 Botksschulcn; in der Pfalz 42 israelitische Stellen.! nun. Stuttgart, 7. Juni. Die Gesammtzahl der! Schüler an össentlichen GclehrtcnschulenWürttembergs bcträgt nach letzten statistischen Erhebungen 90<M; von diesen! gehören *5030 der evangelischen, 2050 der katholischen,; 3<;5 der israetitischcn, 19 anderen Konfessionen au.! In den Volksschulen sind 302,-149 Schüler und zwar! 143 711 Knaben, 138 735 Mädchen, wovon 1151! Kinder Israeliten sind.; nun. Stuttgart, 10. Juni. Wenn ich am Schlüsse meines jüngsten Berichtes über das israelitische Waisenhaus ״WilhelinSpflcge" den Wunsch anssprach, es möge daS Projekt einer Adolf-Levi-Stiftung im Interesse der hülflosen Kleinen eine recht wackere Unterstützung finden, so kann ich heute diesen Wunsch nur noch aus vollerem Herzen wiederholen. Wenn wir früher den: Waisenhansc, wenn auch im Allgemeinen seinen humanen Zweck nicht verkennend, doch etwas indifferent gegenüber gestanden haben, und dazu mag der Vorstand desselben, resp. seine uniüdischc AnschannngSweise, die wir auch als auf das Waisenhaus übertragen dachten, die Schuld gehabt haben, so bekennen wir heute mit Freuden, daß wir anderer, besserer Ansicht geworden und bedauern nur, den alten, guten Satz.׳ א?* תדין את הברך עד שתגיע לנזקימו in dieser Angelcgenheit so gänzlich außer Acht gelassen zu haben. Bor einigen Tagen nun holten nur das Bersäunne nach und besuchte:: daS herrlich gelegene Indnslriestädtchen Eßlingen, daS von hier in einer halben Stunde mit der Bahn zu erreichen ist. Durch viele Kreuz- und Querstraßen, sowie nrch schöne Anlagen wandelnd, an alten, niittelalterlichen Thürmcn, die hinter ihren festen, unzerstörbar scheinenden Mauern manches düstere, sicher auch Juden betreffende (iu Eßlingen wurden 1318 die Juden iu der Synagoge verbrannt) Gcheimniß bewahren dürften, vorbeikommeud, gelangten wir endlich an das an: äußeren Ende des Stäbchens, in gesundester Gegend gelegene Waisenhaus. Es ist ein sehr schönes, zwei׳ stöckigeS Gebäude, von einem großen Hofranm und prächtig angelegten Garten uiugreuzt. ׳ Wir reisten schon Morgens 0'2Uhr von hier ab und waren nicht wenig von der pünktlichsten Ordnung, die bereits im ganzen Hause cingezogcn war, überrascht und die trotz der srühen Stunde, es war kurz nach 7 Uhr, als wir in daS Waisenhaus cintratcn, unS ganz vergessen ließen, daß die ruhige Nacht erst vor so kurzer Zeit den: geschäftigen Tage die Herrschaft abgetreten hatte. Alles lebte schon im Hanse! Es war gerade Ferienzeit. Die Knaben saßen schon im Speiscsaal und beschäsliglen sich mit Laubsägearbeiten und dergleichen Lieblingsbeschäjtigungcu der Knaben, die Mädchen halsen theilweise fleißig kleine Geschäfte der ״großen Haushaltung" besorgen, andere nähten, strickten, stickten, häkelten :c., überhaupt schien Alles von einem guten Geiste getragen zu sein und die Kleinen nichts davon zu vermissen, daß ihnen jo früh die Liebe der Eltern entzogen ward. Nun erschien die Hausmutter, Frau Stern, t-Verr Lehrer Stern befand sich auf einer Erholungsreise) und zeigte unS in znvorkonimendster Weise alle Räumlichkeilen des Hauses. Ueberall erfreute uns die bis in'S Kleinste gehende Pünktlichkeit und Ordnung, überall sah :::an, daß hier eine tüchtige Hausfrau waltet, die voll und ganz von ihrer hohen Ausgabe, die Mutter vieler nnd noch dazu freunder Kinder zu sein, erfüllt ist und sich ihrer Pflichten in bester Weise zu entledigen weiß, und überall macht sich die weise, alles anordncndc und kontrollircitde Hand nnd das große, komplizirtc Hauswesen überschauende Auge des HauSvatcrS kuud. (Schluß folgt! O e st errei ch - U n g a r n. * Pest, 6. Juni. Der ״Pcster Lloyd" veröffentlicht das den: Ryiregyhazaer Untersuchungs-Gericht zugekonunenc Gutachten des cheinischeu LandeSinstirutS, den: die Kleider der bei TiSza-Dada aufgefundencu Leiche, die man für jene der Ester Solymosi hält, zur Untersuchung übergeben worden waren. Der Landes- Eheiniker ]):־. Emil Fclletar erklärt in dem ansführlichen Aktenstücke, daß bei der Untersuchung der aus den Kleidern des Leichnams Vorgefundenen Flecken aus Blut nach der sorgfältigsten Prüfung nnd der nach den neuesten und erprobtesten Methoden durehgeführteu Behandlung nicht die geringste Spur von Blut vorgefunden wurde. 0. Pvostburg, 1l>. Juni. Folgender Erlaß vom königlich ungarischen Minister ff!r Kultus nnd Unterricht, an den Preßburger königlichen Schulinspektor gerichtet, dürste den geehrten Lesern Ihres geschätzten Blattes, zu erfahren nicht uninteressant sein. Der Wortlaut desselben ist folgender: ״Ich habe sichere .Kcnulniß davon, daß in die Preßburger Iesehiba, welche in: Jahre 1.850 das Oesfentlichkeitsrecht erhalten hat, resp. in deren Vorbereitungsknrs (Talmud-Thora) 14- bis 1 5 jährige Jünglinge ausgenommen werden, welche bloS die Elementarschule absolvirt haben. Dieselben erhalten weder in den: 4 Jahre währe1:den BorbercitungSkurse, noch iu den: ebensalls 4 jährigen Ieschibakurse einen Unterricht iu weltlichen Lehrgegenstäudcn, rvaS Zweifelsohne für die Nabbibildung, besonders von: Gesichtspunkte der allgemeinen Bildung nnd weltlichen Erudition der Rabbiner sehr nachtheilig ist In allen theologischen Anstalten der christlichen Konfession und auch im Landes- Rabbinen-Seiuinar wird als Vorbedingung der Aufnähme eine gewisser Bcrsirlheit in weltlichen Disziplinen

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