Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-06-14
- Page
- 373 (sequence 1)
- Language
- German
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373 Sflloinoniffiie Millhilikisljkit. Von ennifo« lllaphacl Hirsch. VII. Gerechte unb Ni!gerechte. (Wortfc^UHfl.) Das Haus des Gerechten ist ein reicher Schatz, Aber durch Das, was ein (gesetzloser heimbriugt, kommt Bctrübuiß in das Haus. (K. 15, 0.) Das Licht der (gerechten bleibt heiter, Die Leuchte der (gesetzlosen verlischt. (K. 1:1, 0.) In dem Verbrechen eines schlechten Menschen liegt ein Fallstrick, Nur ein Gerechter darf jauchzen und heiter bleiben. (K 20, 6.) Wenn cs dem Gerechten gelingt ein Haus zu gründen, wie reich oder bescheiden auch das Inventar seines Vermögens sein und bleibcu möge, sein Haus ist immer an Schätzen reich. Die kleinsten Mittel, die ein (gerechter pflichttreu für sein Hans erwirbt und pflichttreu für sein Haus und in seinen! Hanse verwendet, werden eben durch diese Gott wohlgefällige Ver- Wendung und die mit ihnen verwirklichten Zwecke zu einem bedeutsamen, bleibenden Verthe. Seine häuslichen Errungenschaften steigen und fallen nicht in! Kurse und sind nicht der Entwerthung ansgesetzt und bringen keinen Unsegen dem Hause. Aber durch Das, was gesetzwidrig errungen, heimgebracht und gesetzlos verwendet werden, wie glänzend cs auch scheinen n!ag, durch cs wird das Hans die Freude, die in ihm herrschen könnte, wird durch die Gesetzlosigkeit getrübt und in Betrübniß verwandelt. Wie natürliches Licht zur künstlichen Lampe vcihält sich das Glück des Gerechten zu den! des Gesetzlosen. Jenes bleibt immer heiter, dieses leuchtet eine Zeit, wird immer trüber bis es verlischt. Rur mit Angst mag ein schlechter Mensch eines Glückes gedenken, das ihn! auf Gott mißjälligen Wegen der Gesetzlosigkeit geworden. Jede bewußte Gesetzlosigkeit ist ein Verbrechen gegen Gott, in dessen Händen das Geschick der Menschen ruht. Das gelungeuc Verbrechen, dessen er sich als eines Glückes freut, sollte vielmehr mit ׳)h!gst ihn erfüllen. In dem gelungcncn Verbrechen selbst!nag ihm der Fallstrick lauern. Aber das Glück, das einen! Gerechten in! Wege der Pflichttreue geworden und im Wege der Pflichttreue von ihm genossen wirb, dessen n!ag er bis zun! Aufjauchzen sich freuen, in den! rein gewonnenen und rein zu Genuß und Verwendung koinmenden Glücke lauert keine Falle, ,-!Ml ירון, er. darf jauchzen und auch nach dem Jauchzen heiter bleiben. * Wandelt in seiner sittlichen Ganzheit der Gerechte, Heit noch seinen .Kindern nach ihn!. ($7 ,20 .־.) Hand zu Hand geht nichts Schlechtes frei ans, , Aber noch der Nachkomme eines Gerechten wird gerettet. (K. I I, 21.) Der Gute läßt noch Kindeskindcr erben, Für den Gerechten aber nur bleibt geborgen das Verinögen eines Sünders. (K. 1:1, 22.) Aber nicht nur dem eigenen Dasein trägt Pflichttreue beglückende Früchte, noch den Kindern reift Segen und ewiger Fortschritt zun! Heile, wenn die Eltern in sittlicher Ganzheit vor Gott gewandelt. Es hat eS Gott verheißen, daß er das Gute an Kind und Kindeskindern lohnt Denen, die Ihn lieben und diese Liebe in treuer Erfüllung seiner Gebote bcthätigen. Das Schlechte koinmt nur Hand zu Hand zur Vergeltung, die Hand, die das Schlechte gesäet, der konnnt auch die schlechte Erndte Hein!, und cs büßt nicht das Kind an der Schuld der Eltern, wenn eS nicht selber in den schuldigen Wegen der Eltern verharrt. Wohl aber kann auch das Verdienst braver Eltern den! schuldigen Kinde zur Rettung werden; und während sonst ״Hand zu Hand das Schlechte nicht frei aitsgeht," wird ein Schuldiger als Sohn gerechter Vorfahren gerettet, liehen doch auch von gerechten, pflichtgetreuen Menschen durch Geburt, Lehre und Beispiel. Anlagen, Einflüsse und Eindrücke ans ihre Nachkommen über, die von Gemeinen und Schlechten wohl überwuchert und zurückgedrängt, aber noch in dem Entartcsten als Keim des Bessern vorhanden geblieben sein können und einen! für alles Edle wiedcrerwachcnden Aufblühen entgegenharren, dessen vorausgeschaute Möglichkeit sic der erhaltenden Rettung wert!) erscheinen'läßt. So lebt der Gute nicht nur für sich. Sein זמיר und die von ihn! stammenden guten Eindrücke sind eine ewig unverlierbar Heil bringende Erbschaft, die er seinen Kindern und Kindeskindern hinterläßt. Was aber ein Sünder erwirbt, daS Verinögen des Sünders konnnt aber nur dann seinen Kinder!! zu Gute, wenn diese ihren! Ahn!nöglichst unähnlich werden und in dem Maaße in gewissenhafter Pflichttreue wandeln, als ihr Ahn die Bahn des Leichtsinnes und der Sünde beschrittcn. (Iorisetzung folg!.) Die Ilrfigcr ln&fitfitljitc. Seitens der hiesigen Baukonnnission wurde im November 1882 der schon vielen Bränden — wie in den Jahren 1080 und 1754 — trotzende Dachstuhl der Altncnsynagogc als wnrmstichig und baufällig erklärt.