Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1883)
- Article
- Israels Ewigkeit
- Date
- 1883-05-31
- Page
- 343 (sequence 1)
- Language
- German
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343 Uriirls (Pmigfefit. Ihr hasset den Stamm vom Iordanstrand, Ihr schmähet mein väterlich Blut,?Nit Schmutz bewerfet ihr mein Gewand, Mir neidend den kräftigen Math. Und hoffet ihr 11113 zn vernichten? Mit nichten! Am Morgen die göttliche Krone mich schmückt, Sein fürstliches Armband dazu,?.Nit dem Herrschermantel der Herr mich beglückt, Und das Haupt mir beugen willst Du? Mich mahnen die heiligen Zeichen: Nicht weichen!?ln der Pfoste erkennst Du des Wappens Zier? Sieh, wem ich die Stätte geweiht! Ist Iakob's Gezelt nicht -ein heilig Revier? Hier trotz' ich dem Toben der Zeit. Die göttlichen Zeichen mir winken: Nicht sinken! Womit Du mir drohest, das schrecket mich nicht! Stets naht mir der finstere Tag. Wo Zions Höhen entschwand das Vicht, Die Fürstin iin Staube lag. Längst Hab' ich verlernet zu wimmern Ans Trümmern. Und nullst Du mich ketten? Da mahnt mich das Fest?Nit der Freiheit ärmlichem Brot Und dem Kraute des Leides: Vom Elend gepreßt, Nicht beuge Dein Haupt der Noth! Wir tragen im ärmsten Gewände Nicht Bande. Und Du raubst mir das Neeht? Mich mahnet das Fest?ln des Sinai donnernden Ton. Und des Einigen Worte trägt Israels Nest Durch brausenden Meeres Drohn. Was könnt ihr, bewahr' ich den (glauben, Mir rauben? Zum Kampfe für Gott, für Freiheit und Recht Rast mächtig des Schophars Schall, Er kündet Erlösung dem Menschengeschlecht, Versöhnung den Völkern all. Und wähnt ihr, des Ewigen Zeugen Zn beugen? Ich bin es, der Mann vom Jordanstrand, Da steh ich in Gottes Hut, Er hat mich bekleidet mit festem Gewand, Er gab mir den kräftigen Math. Und wähnet ihr uns zu vernichten? Mit nichten! Ludwig A. Roseuthal, Prediger zu tLöthen. ' Aus bei* ersten Hälfte nuferes Jahrhunderts. (׳Nach einer ivahren Begebenheit) Friedrich Llolt. J 1. (־'IU0 :'lcd;io iiorbi'tyalU’iu ׳ ן ,fartictMing.) ״ ןDie Frau liegt droben im Sterben," erklärte j ihm einer der Anwesenden! Der junge Bauer verfärbte sich. ״Die Ehrmann liegt im Sterben?" fragte er leise. | Der?ludere nickte bejahend. ״Mir scheint, sie heißt Ehrmann, der da ist ihr Mann — der Wirth." Der zuletzt Eingelretcne warf einen forschenden Blick auf Denjenigen, der ihm als Ehrmann bezeichnet war. ״?llsdann das ist der Vater —״ murmelte er vor sich hin, ״armes Ding! — wenn ich nur Wort halten könnt'." Er verließ das Zimmer, doch nicht das Hans. Draußen in der Flur blieb er stehen und blickte forschend um sich. ״Wenn nur die?llte — wie heißt sie doch? — die Leah da wär' — mit der könnt' ich reden." Er ging noch etwas tiefer hinein in das Hans, als ein Scheukmädchen, das mit einer vollen Kanne ans dem Keller kam, ihm entgegen trat. Verwundert fragte sie, was er hier suche, er möge doch in's Schenkzimmer gehen. ״Ich such' die Leah," erwiederte er, einem plötzlichen Einfalle folgend, ״ihre Schwester schickt mich, ich soll ihr was bringen." ״So wartet," versetzte das Mädchen, ״ich werde die?llte zu Euch schicken." Sie öffnete die Küchenthür und rief der angenblicklich dort beschäftigten Leah zu, daß ein Bote von ihrer Schwester ihrer harre. ״Ein Bote von meiner Schwester?" brummte Leah, ״der muß ein Lump sein, zehn Jahre lang ist meine Schwester todt," dennoch trat sie neugierig hinaus. .,Was ivollt Ihr?" herrschte sie dem Bauer zn, ״Ihr kommt von meiner Schwester?" Er neigte sich zu ihr und flüsterte ihr einige Worte in's Ohr. Die?llte fuhr zusammen und starrte ihn wie ungläubig an. Er neigte sich abermals zn ihr und flüsterte ihr abermals einige Worte zu. ״Kommt," rief sie mit bebender Stimme, ״kommt mit mir, Ihr müßt mir mehr von meiner Schwester erzählen." Sie öffnete ein kleines Zimmer, das ihr zum eigenen Gebrauch eingeränmt war und bedeutete dem Boten, ihr dorthin zu folgen, dann schloß sie die Thür und schob den Nachriegel vor. — Etwa zehn Minuten