Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1883)
- Article
- Österreich-Ungarn : Prag [Nachricht]
- Date
- 1883-05-24
- Page
- 334 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933017--12661-2952947- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
334 Jahrzehnten bestehenden, in letzterer Zeit aber eine nur geringe Wirksamkeit entfaltenden Verein ״Ez Hadaath" unter der Direktion des Herrn Oberrabbiners M. Hirsch eine erweiterte und umfangreichere Bedeutung zu verleihen. Dieser rekonstitnirtc Verein hat sich die Ausgabe nunmehr gesetzt, die hier studircndcn Talntudjünger zu unterstützen und das Thorastudinm über- Haupt zu fördern. Die Herren A. Bloch und Neuen waren cd, welche zuerst den Impuls;u der Umgestaltung der von ‘?ר' איןי׳ באנדי זי begründctett ה׳ עין הדעת gaben. Mit ihnen vereinigten sich die Herren I. Rosen Wasser und Moses Yajd). Der letztere stellte ein Lokal, bestehend ans drei geräumigen Zimmern als Wohnung für einige Talinndjünger zur Verfügung. Ermuthigt durch die Großherzigkeit dieses edlen Mannes, begab man sich zu dem Herrn Oberrabbincr itnd bot ihm das Protektorat des Vereines an, welches derselbe mit großer Freude annahm. Einige Tage später wurde eine Generalversammlung einbcrnfcn, welche die Vorschlüge der vier Herren einstimmig genehmigte nnd dieselben mit den Herren Schwartz, Pascheles und Tausig iit den Vorstand wählte. Zum Obmann wurde Herr A. Bloch, zu dessen Stellvertreter, wie auch zum Rcchnungssührcr Herr M. Lasch, znnt Schriftführer Herr Pascheles und zum' Kassirer Herr I. Noscuwasser ernannt. Herr A. Bloch entfaltete als Obmann eine sehr emsige Thätigkeit, so daß in kurzer Zeit das erforderliche Mobiliar für die Wohnung der Talmudjünger beschafft war. Am IO. Mai 1881 wurde dieselbe bezogen. Bei der hierzu veranstalteten Feierlichkeit hielt der Oberrabbincr eine mit großer Begeisterung aufgenommene Rede und sprach dem Vorstande für dessen unermüdliche Thätigkeit, sowie den gesammten Mitgliedern für deren opferwillige Spenden den herzlichsten Dank aus. Die Herren I. Koliuer, M. Ungar, Pisling, Di'. Tauber und Tausig hatten dcnt Vereine die nölhigcu טבריים geschenkt, so daß derselbe seine segensreiche Thätigkeit beginnen konnte. Der Herr Oberrabbiner trägt täglich zwei stunden einen שיעור nnd 'Herr Rabbiner und Prediger Dr. Tauber 'תי׳ני׳ך und hebräische Grammatik vor. Als Unterstützung erhalten die Talmudjünger außer freier Wohnitng eine Beihülfe von vier Gulden monatlich. Mit 5koft werden sic von dem israelitischen Freitisch Verein, sowie durch Herrn M. Lasch, dem Herrn Oberrabbincr, Herrn I. Rosenwasser und Herrn A. Bloch versehen. Nnßlaitd. * Petersburiz, 16. Mai. Der ״Germania" wird geschrieben: Die interessante Frage, ob die Güter, welche nach Unterdrückung des polnischen Aufstandes im Laufe der Jahre 1864 nnd 186!) konfiszirt nnd vom Ministerium der Ncichsdomäncn an Personen russischer Abstammung unter der Bedingung verkauft wurden, daß dieselben nie in polnischen oder jüdischen Besitz übergingen, jetzt Personen, die, nach der Ansicht der gegenwärtigen Besitzer, ebenfalls russischer Abstammnng wären, abgetreten werden könnten, ist unlängst im Departement des dirigirenden Senats verhandelt, aber tvegen ׳Meinungsverschiedenheit den! Plenum des Senats überwiesen worden. :i: Petersburg, 19. Mai. Die jüdische Zeitschrift ״Wosschod" begrüßt die Ernennung des Grafen Pahlen znnt Präsidenten der Indenkommission sympathisch; sie rühmt seine völlige Unparteilichkeit: die Inden hätten stets nnd überall nur Unparteilichkeit und strenge Gerechtigkeit für sich verlangt itnd könnten mit der Ernennung Pahlen's sehr zufrieden fein. Warschau, 10. Mai. Die schon seil längerer Zeit verbreitete Nachricht, Warschau sei in mehrere Militärbezirke eingethcilt, ist heute laut der ״Pol. Korresp." zur vollendeten Thatsache geworden. So herrscht hier außerordentliches militärisches Leben. Tags und Nachts wird die Stadt von Patrouillen durchstreift, die Truppen stehen in den Kasernen bereit, und aus die Frage, was alle diese Verfügungen zu bebcutcu haben, erhält man regelntäßig die Antwort, man fürchte eine Wiederholung der antisemitischen Bewegung des vorigen Jahres und )volle allen dies e n u n d ä hnli ch c n Eventualität c tt g e r ü fl e t gegen überstehen. Potpourris. aus dem erstell 2ahrc mctuci־ Vehrerpraxis von V2U'. Sch. MonictMiinv; Wohl wußte ich im voraus, daß es in dieser Gemeinde keine frommen Inden gab, daß alle rcligi ösen Institlitionen im Zustande - der schrecklichsten Verwahrlosung sich befanden; doch der Gedanke, durch Belehrung nnd gutes- Beispiel manches dem Verfalle nahe ׳.nieder ins Leben zurückrnfen za können, bcschäftigte mich stets. Einige Tage nach meinem Antritt stellte ich mich den! zuständigen Rabbiner vor. Dieser, schon ein hochbctagter Mann, kann sich damit rühmen, während seiner etwa ')Ojährigen Aultsthätigkeit ganz in den Fnßtapfen jenes israelitischen Königs gewandelt zu sein, von dem cs heißt הטא והחטיא אה הרבים. Ihm genügte die קבלה, die ich ihm, von einem andern! Rabbiner ausgestellt, zeigte, und er fügte nur die Bc- 1 merknng hinzu, daß ich auch in seinem Distrikte die! שחיטה ausüben dürfte; nachdem ich hicfür zehn 1 Mark Gebühren bezahlt hatte, entfernte ich mich.