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Jeschurun · 1883-05-17 · Heft 20 (17.5.1883) · p. 318

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 20 (17.5.1883)
Article
Österreich-Ungarn : Pest [Nachricht]
Date
1883-05-17
Page
318 (sequence 2)
Language
German
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318 endlich: 11. Amschel Vogel, -3<» 3al)rc alt, Jude, ocr׳■ Heirat Hel, vermögend, Jlöfjcr und Schaffner, des Lesens und Schreibens kundig, unbescholten, aus freiem Fuße befindlicher Bewohner von Feheregyhaz; 12. Jankel Smilovics, •13 Jahre alt, Jude, verheirathet, vermögenslos, Taglöhner and Vajnag, des Lesens und Schreibens funbi^, unbescholten, seit! <>. Juli!82״ in Untersuchungshaft; 13. David HcrSko, 47 Jahre alt, Jude ver Heirathet, vermögend, Flößer, des Lesens und Schreibens kundig, unbescholten, ans freiem #vuf;c befindlicher Bewohner von Szeklcnczc; 1-1. Martin Groß, -1-1 Jahre alt, Jude, verheirathet, vermögend, Pächter, des Lesens und Schreibens kundig, unbescholten, ans freiem Fuße besindlicher Bewohner von Eszlar, und 13. Ignaz Klein, 31 Jahre alt, Jude, verheirathet, vermögenslos, Taglöhner, unbescholten, ans freiem Fuße befindlicher Einwohner von Eszlar: werden des Bergehens der Borschubleistnng nach den 37 1 und 3 7«; St. (>V B. angeklagt, weil sie bestrebt waren, die Untersnci)nng gegen die ׳Angeklagten 1—1«.׳ durch Hülscleislnng;11 vereiteln. Die Angeklagten 1—1״ haben auch ferner in Untersuchungshaft;n bleiben, jene von 11 — 13 bleiben ans freiem Fuge. Dagegen wird das weitere Berfahren hinsichtlich der Frau Schars, Rosenberg, Barbara Roth, Males Mendelovics, EseplanicS, Sclcver, Peter Mauej, Szaunak Georg Hcrslo, Frau Gros״ berger und LefkovicS eingestellt. Als Zeitpunkt für die Durchführung der Schlnßver'1>andlung gegen die namhaft gemachten Angeklagten wird der 4. Juni l. 3., 0 Uh״ Morgens, sestgcstcllt und angeordnet, daß die Angeklagten an diesem Tage vorznsühren sind." Tie Bertheidignng tvird wahrscheinlich gegen diesen Anllagebeschlnß schon ans dem Grunde die Appellation anmelden, um im Stande;11 sein, das ungeheure Akte!״ material;11 stndiren. .Als Staatsanwalt wird Herr Ober- Staatsanwalts-Snbstitnt Ed. Szeissert fnngiren. *!'* Pest, 13. Mai. Das Trauerspiel von TiSza-ESzlar lvitd jetzt seiner Entwickelung entgegen geführt. Der 4. Juni ist da;n ansersehen, das mysteriöse Dunkel zu lichten, welches über dem bisherigen Gang der schon seit mehr als zwölf Monaten währenden Untersnchnng mit ihren vielfachen ebenso geheimnißvollen Zwischenfällen schwebt.- Wird es in Wirklichkeit Vicht werden, wird die Wahrheit rein und blaick ,;11 Tage treten, wird eine ivahrhast voreingenominenheitssreie Verhandlung in dieser traurigen Dache das Recht;11 schöpfen suchen und zu finden nässen, wird der Ryircgyhazarer Gerichtshof sich lediglich leiten lassen von der Wahrheit und Gerechtigkeit, ״die kein Ansehen kennt und keine Person", sondern nur die heilige Pflicht daS 'Recht und nur das Recht zu verkünden, wird er eingedenk sein, daß das ״Recht GotteS ist" und der :leichter an Gottes Statt;11 Gericht sitze'?? Diese Fragen drängen sich unwillkürlich ans, und harrend und bangend, zagend und hossend schauen wir ans das Forum zu Ryircgnha;a hin. -- Wenn cS wahr sein sollte, was hinsichtlich der Entschließung dcS Gerichts- Hofes über den Antrag des Oberstaatsanwalts verlautet, daß nämlich die Vorladung vieler Zeugen und namentlich derjenigen, rvelchc die OberstaatSanwaltschäft zur Ansklärnng der ersten durch Vary geführten Untersuchung und der Einschüchterung und Bedrohung von Zeugen verlangt hatte, abgclehnt wäre, dann hätten wir alle Ursache, dem AnSgange der Ver- Handlung besorgten Herzens cntgegcnznschen. Bezeichnend ist, daß, wie durch die Anklageschrift jetzt in die Oesfenllichkeit gedrungen, der HanptbclastnngSzcnge, der vierzehnjährige Knabe Moritz Scharf, ursprünglich ansgesagt hat, daß er gar nichts von der angeblich ermordeten Ester Solymossy wisse, sie weder jemals gesehen, noch jemals etwas von ihr gehört habe. Ueber diese erste Aussage soll daS Protokoll vom 2". Mai 1882, welches von Bary ausgenommen wurde, lauten: ״Am 1. April l. I. war bei uns Schächtcrwahl: mein Vater- und ich begaben, .nnS um 6 Uhr Morgens in den Tempel und blieben bis zum Schlüsse dcS Gottesdienstes, was so gegen 10 Uhr sein mochte. AbendS um 0 Uhr begab sich mein Vater zum GotteS׳ dienstc und um 8 Uhr zündete ich selbst die Kerzen im Tempel an. Um 10 Uhr ging ich mit meinem Vater zu Belte." Ans die Frage des Untcrsnchnngsrichters, welche Personen um «1 Uhr AbendS in den Tempel gegangen seien, antwortete Moriz Scharf, daß er-: selbst damals nicht im Tempel geivesen, er wisse sich jedoch bestimmt zu erinnern, daß außer seinem Vater um jene Zeit sich noch Jacob Vicht mann, Jacob R ö 111 er, I oje pH Einh o r n und I. S n ß m a n n im Tempel anfgehalten haben. Man sprach damals in ESzlar von einem Streite zwischen Einhorn und Süßmann, und richtig vernahm ich, als ich mich der Tempelthür näherte, daß Einhorn und Snßmann mit einander ivegen eines BranntweinverschleißeS stritten. Meine Stiefmutter horchte gleichfalls an der Thür und hörte dasselbe." . Znm Schlüsse richtete der Untcrsnchnngsrichter Bary an Moriz Scharf die Frage, ob er Ester Solymossi) gekannt und von ihr schon gehört habe. Hierauf erividerte der Gefragte Folgendes: ״Ich habe Ester Solymossy nie im Leben gesehen und von ihr auch nie etwas gehört." — -Als aber dieser Knabe dem.Pandnren-Koinmissär Bandi NeeLky hierauf zur Bewachungübergeben ׳vorden war, legte er vor demselben bald daraus die schreckliche Aussage

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