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Jeschurun · 1883-04-19 · Heft 16-17 (19.4.1883) · p. 269

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 16-17 (19.4.1883)
Article
Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
Date
1883-04-19
Page
269 (sequence 2)
Language
German
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269 was einer Verhältnißziffcr von 1,44 Prozent entspricht.! Und von diesen 36 Jüdinnen ist — so viel bekannt — mindestens (Sine (Katharina Steiner) nach mehr׳ jähriger Hast als schnldlos erkannt worden." *I* Pest, l 5. April. Möge die Veicheißimg, welche ott in Betreff der ל'ל ‘לנדרים ausgesprochen, das; sie die nimmer ruhende gnädig waltende Iürsehnng für alle Zeiten verbürge, anch in der Tisza-Eszlarer- Affaire für alle Well sichtbar;11 r Verwirklichung gelangen. Die Untersuchung ist geschlossen, die Akten sind der Oberstaatsamvatlschast übermittelt und vvn dieser jetzt durchgearbeitet und mit der Erhebung der Anklage gegen alle verhafteten Inden versehen, ivohl schon wieder auf dem Wege nach Nyiregyhaza. Es ist gut, das; die vor einiger Zeit verbreitet gewesene Nachrieht, als ob die Angelegenheit ohne weitere Prozedur niedergeschlagen werden sollte, sich nicht;11 bewahr-!)eiten scheint. Man hofft hier allgemein, das; die völlige Unschuld aller Angeklagten durch die Berhandlnng klar gestellt und die eigenthümliche Uutersuchnngsfnhrnng gekennzeichnet werden wird. — Anch in Neutra drohte eine neue ähnliche Afsaire. Anch dort wurde plötzlich ein in einem jüdischen -Hanse koridilionirendes Mädchen christlicher Konfession vermißt. Man mnukette schon von einem ״rituellen Morde"; die jüdischen Ostern sind ja vor der Thür! Zum CWiict'e wurde das Mädchen entdeckt und der Polizei zugeführt; die gährende Aufregung har sich dadurch wieder beschwichtigt. R. Prestbnrg, 13. April. Vorige Woche;פדר הירה ward unserer Stadt die Ehre.zu Theil, zwei hochgestellte Gäste in ihrer Milte zu empfangen. Es waren dies -Herr Gönczi, Sekretär im Unterrichts- Ministerium und' -Herr Szalny, Köuigl. Rath desselben Ministeriums, die ans einer Reise behufs Inspizirnng des Schulwesens begriffen sind. Nachdem die Herren die hiesigen israelitischen Volksschulen besucht hatten, begaben sie sich in Begleitung des -Herrn Pappen heim, Schnlkommissionsmitglied, und des-Herrn Spitzer, Lehrer an der hiesigen Volksschule, in die Lokalitäten der םודי הורה הברה\ einer Vorbereituugsschule für die hiesige Talmud-Hochschule, wo befähigten Kindern die Anfangsgründe des Talmud und anderer jüdischer Wissenschaften beigebracht werden. Es wurde eben הרבה הלבבות vorgetragen und die -Herren sprachen ihre lebhafte Befriedigung ans, sowohl über den vorgetragenen Gegenstand, als anch über die gefällige und verstü'.tdliche Vortragsweise des מלנזד. -Hierauf wurden die Lokalitäten der Talmudhochschule in Augenschein genommen, wo den Herren der Talmndschüler Akiba Strasser als der jüngst zum Rabbiner promovirte und bereits an einer Gemeinde angestellte Zögling dieser Hochschule vorgestellt wurde. Im Vorbeigehen an einem מצות Backhausc lenkte Herr Pappenheim vielleicht nicht absichtslos die Aufmerksamkeit der -Herren auf dasselbe, die anch den Wunsch äußerten, ein solches einmal persönlich in Augenschein nehmen zu wollen, welchem Wunsche selbstverständlich bereitwilligst Vorschub geleistet wurde. Unter anderen Explikationen der von den -Herrn aufmerksam beobachteten -Hanlirungen und Einrichlnngen, sagte -Herr Pappenheim 1 Sehen, Ew. Wohlgeboren, Niehl und Wasser ist die Summa der Elemente,, ans denen die Mazes beschafjen werde: Salz, Sauerteig oder Blut kommen absolut nicht dazu! -- Ein Lächeln der beiden -Herren belohnte -Herrn Pappeuheim für das gelungene Bonmot. Die -Herren verabschiedeten sich unter den lebhaftesten Versicherungen größter Znfriedenheit. —r— Prag, 1 6. April. Ich kann Ihnen von einem neuen Beweis der gegen die Juden rvohlwollenden Gesinnung unseres erlauchten Monarchen berichten. Derselbe har für die zum Besten des Baues einer Synagoge in Prcmysl veranstalteten Lotterie ein Silberscrvice, zivölf silberne Knchenteller und einen Marmor* tisch gespendet. 2 t a t i c u. 91 out. Wie dem ״Iew. Ehron." berichtet wird, beträgt nach den letzten statistischen Ausnahmen die Zahl der Inden im Italien .38 000 unter 29 000000 nichtjüdischen Bewohnern des Königreichs. — Vor Kurzem wurden vom Könige mehrere unserer italienischen. Glaubensgenossen mit Orden bedacht. Im Parlament sind augenblicklich sieben Sitze, im Senate drei Sitze von Juden besetzt. Im Heere befinden sich drei höhere Offiziere jüdischer Religion, außerdem betleiden zahlreiche Inden Konsularämtcr an auswärtigen Höfen. — Wahrlich treffende Beweise für den ans der apeninischen -Halbinsel herrschenden vornrtheilsfreien Geist, den wir' leider in manchen anderen europäischen Knltnrstaaten vermissen! 'Rußland. ..PvterSbttr;g, 12. April. Der ״Herold" meldet, das; der Kaiser die Genehmigung zu dem Bau einer Synagoge hier, für welche eine sehr große Summe bereits parat läge, ertheilt habe. * Tiflis. Unter dem Titel ״Die Inden in Tiflis (Kankasien)" bringt die Lemberger ״Zeitung" folgende Mittheilnng. Die Inden die dort wohnen find größlenlheils wohlhabend. Es giebl unter ihnen viele -Handwerker — die sich in der anständigsten Weise ernähren; sie find in allen bürgerlichen, sozialen und kulturellen -Hinsichten den übrigen Konfessionen gleichgestellt. Von den blutigen Judenverfolgungen, die im

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