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Jeschurun · 1883-04-19 · Heft 16-17 (19.4.1883) · p. 246

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 16-17 (19.4.1883)
Article
Maariw-Betrachtungen
Date
1883-04-19
Page
246 (sequence 2)
Language
German
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246 ערביים nqciflt, ihr seit mit euren Grundsätzen dem Loose alles Irdischen verfallen, man kennt die Stätte kaum, auf denen sich äußerlich die Gegenstände eures Stolzes vereinten. Andere sind euch gesolgt, — jedes Jahrzehnt hat seine Erscheinungen gehabt, die sich für "ewigdauernd gehalten haben und den Pfad alles Irdischen geschritten sind. Vergängliche Ziele waren cS, Zwecke, die sich überleben können, denen jene großen Völker ihr Dasein geweiht haben und mit denen sie schwinden mußten. Warum aber trotzt das winzige Bö!klein vom Jordan all diesen Stürmen? Ist cS etwa, wie die Feinde Israels oder die Blinden in nnserer eigenen Mitte annehinen, irdische Kraft, die sich hier erhalten hat und etwa zur Widerlegung des Satzes von der Vergänglichkeit alles Sichtbaren und Bestehenden dienen könnte? אהבת עולם בית ישראל עמך אהבת תורה ״ .ומצות הקים ומשפטים אותנו למדתEs ist die ewige Liebe Gottes, die das Hans Israel hinwegsührt über die Zeitstürme. Die Thora, die Gebote, die begreislichen, wie die in ihrem Grunde nnS dunkeln Gebote haben es bewirkt,בשי ב ב נו ובקומנו נשיה בחוקיך ״ ״ ונשמה בדברי תורתך ובמצותך ל״ו"von dem Augen׳ blicke an, wo wir uns erheben von unserm Lager, durch das Werk des Tages hindurch bis zu feinem Abschlüsse ist eS nnS Israeliten ntöglich, in unserm Denken, Empfinden und Thun nnS ganz aus dem Boden der allumfassenden Thora.;u bewegen," ״ בי הם היינוdenn die Thoraworte sind eben der ewige LebenSgnell Israels" ״ וארך ימינוdarum ist uns auch eine ewige Dauer verliehen," ״ ובהם נהנהund die Thora ist groß genug, um nnS Gedankenbewegnng zu gestatten" יומם ״ ולילהob der Tag des Glückes uns eine srcndlge Wcltstellung bietet oder die Lebeiisverhältnisse uns nächtig tnngeben." Euer Knnststreben. ihr Griechen, mußte sich selbst zerstören, mußte vergehen, weil eS seine Blüthe hinter sich hatte, eS war die Stütze eures VolksstrebenS und eurer Kraft und riß euch mit; euer Ringen umdie Weltherrschaft, ihr Römer, hörte mit demselben Augenblicke ans, Grundlage eines tüchtigen StrebenS bei euch zu sein, als ihr Herr scher der Welt geworden. Du aber, Israel, kennst kein so einseitiges Ziel, nicht einseitiges Erkenntnißstreben, nicht einseitige Ehrbegierde, nicht einseitige Verehrung des Schönen — diese Richtungen gehen vorüber; Israel ist lediglich das Volk der Thora, in dem Besitze der Thora allein sieht eS den Beweis der Gottesliebe, die Thora soll von Israel getragen werden, damit sie das Volk wieder trage. Wann kann das Thorastreben sich überleben, wann kann das Gottesgesetz uns keine Ziele mehr bieten, wann hat ein Sterblicher dasselbe ganz dttrchdrnngen, durchdacht, durchsühlt und empfunden? Welch eine Wetterscheinung zöge an nnS vorüber, die zur Thora nicht Stellung nehmen müßte? Ja, dein Tage des Glückes ist für Israel oft genug die Rächt des Elends gefolgt, der Strahl der Thorakenntniß wich in unserer Mitte schon manchmal der finstern Unwissenheit, die Glnth opferfrendiger GotteSliebe mußte schwinden vor der Kälte der Gleichgültigkeit, und dennoch verlor Israel seinen Leuchtstern nicht, dennoch blieb cS selbst bestehen, da ihm die Thora blieb. Wir konnten unsere Aufgabe verkennen, ihr untreu werden, — der Lauf unserer Geschichte hat unS immer wieder zun! Bewußtsein unseres hohen Zieles gebracht. Wie kämpfte die Thora seit dent Tode MosiS mit geringen Unterbrechungen mit dein widerspenstigen Volksgeiste Israels, bis die Trümnter Jerusalems sie in ihr Recht eiusetzten, wie machtvoll wurde sie aber gerade in den Jahrhunderten, wo cö überall dunkelte, emporgetragen, Tanaiten, Amorüer, Poskiin, wie reicht ihr euch über Jahrhunderte die Hand — und wir? Nun, Israel besteht, die Gleichgültigkeit, die so manche Kreise der Jetztzeit gefangen hält, sie wird und muß weichen vor dem inachtvollen Thorageiste, den Gott in den aufrichtigen Vertretern seiner Lehre erweckt, Israel soll eben inmitten dieser stets wandelnden Dinge der feste Punkt sein, die vorübergehenden Erscheinungen zeigen nnS den מעריב ערבים, Israel aber in seiner Unwandelbarkeit sei der Welt ein Beweis des ewig sich gleich bleibenden GotteSgeisteS אהבתך אל תביר ממנו ״ .לעולמיםDiese Deine ewige Liebe entziehe uns nie!" + Freudig und getröstet spreche ich das שמע, das ewige Bekenntnis; Israels, gedenke ich der Befreiung ans Egypten, ziehe ich mit den Israeliten über das Meer und stimme in ihren Lobgesang ein, und auf die Gi'׳ula, den Dank für die Erlösung, lasse ich das heilige Gebet, die Tesilla folgen. Ja, mit den! ישמע und in der Bethätignng desselben ziehen wir wirklich über das Meer der Zeiten, in jener Vergangenheit zeigt sich mir das Spiegelbild der bewegten Jetztzeit. — * DaS waren meine Maariw-Betrachtungen; haben sie ntich zu weit geführt? — — Aus der ersten Hälfte unseres JnhrhnudertS. (Nach einer wahren Begebenheit) Kricdrich Pott. I. (Alle Aechte vorl'chaNcii- ^Fortsetzung.) Sümnnliche Mägde bewunderten die Gewandtheit und die Emsigkeit, mit der das junge Kind die Nadel

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