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Jeschurun · 1883-04-12 · Heft 15 (12.4.1883) · p. 237

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 15 (12.4.1883)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1883-04-12
Page
237 (sequence 2)
Language
German
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237 widmen.(!) Ncv. A. L. Green und Sir George Jcssel ist am 27. März Mr. Nathaniel Montcjiore gefolgt. Mr. Montcsiore, der ein Alter von 64 Jahren erreichte, war ein Nesse von Sir Moses Montcsiore, ein Enkel Baron Mayer Amschel von Rothschilds; Lady Anthony de Rothschild ist seine Schwester.!860 vermählte er sich mit der ji'mgsten Tochter Sir Isaak L. Goldsmid'S. In dem Verstorbenen erleidet die hiesige jüd. Kommunität einen großen Verlust, der schwer zu ersetzen sein wird. Mr. Moutefiorc war stets von wahrhaft jüdischem WohlthätigkeitSgcfühle, das die Oefsentlichkcit scheut, und nicht, wie dies hier leider so oft der Fall ist, sucht, beseelt und geleitet. Deshalb ist es unmöglich, die zahlreichen Wohlthatcn, die er im Stillen ansübte, anfzuzühlen. In vielen wohlthätigeu Institutionen nahnt er eine hervorragende Stellung ein, einer großen Anzahl derselben präsidirte er. Er hatte Medizin stndirt, doch praktizirte er, außer im ״Beth Eholim" Hospital, dessen Schatzmeister er war, niemals. Rußland. .... z. Petersburg, 4. April. Die Wendung, welche die Judcnfrage zu nehmen droht, ist eine höchst unheilvolle. Was wir gefürchtet, scheint sich vollziehen zu wollen. Wenn auch über die Ernennung eines Vorsitzenden der Inden-Kommission an Makow'ö Stelle noch nichts Bestimmtes verlautet, so tragen die Namen, welche nach der ״Nowoje Wrcmja" als neticintretcnde Mitglieder dieser .Kommission bezeichnet werden, zu sehr den Ruf einer Jgnaticw'schen Gesinnung, als daß man sich über den Ausfall der Arbeiten in dein -Geiste dieses gefürchteten Staatsmannes kaum noch tauschen könnte. Es sind dies: Bcstnschcw für das Ministcriunt des Innern, Vcssonow-GrigorjewSki für daö Kultusministerium, Wcschniakow für das Domänen-Departement und Ermakow für das Finanzministerinin. — AnS Odessa hat der Gcncralgonvernenr hierher die Klage gelangen lassen, daß die Juden seines Bezirks zu wiß- und bildungsbegierig seien. Die Schnlstatistik weise nach, wie die jüdischen Schüler in wenigen Jahren um mehr als das Dreifache zngcnommen haben, dagegen zeige sich für die christlichen nur eine Berniehrnug um das Doppelte. Die Inden ntüßten also mit der Zeit das christliche Element in ganz unerhörter Weise überflügeln. Die Bescheidung des UntcrrichtSministerS in Betreff dieser ״höchst bedrohlichen Lage der Ehristcn" bleibt abznwarten. Türkei. * Die zu New-Iork erscheinende Wochenschrift ״The American Hebrew" bringt eine iltteressante Korrespondenz über die Lage der Inden in Saloniki, der zweit bedeutendsten Handelsstadt des türkischen Reichs, welche größtentheils von unseren Glaubensgenossen bewohnt wird. Unter den 70 — 80 000 Seelen befinden sich 50—60 000 Inden. Ein jeder Mann von ihnen hat eine jährliche Abgabe von .0;׳ Piaster zu bezahlen, als Ersatz für die nicht zu leistende Militärpflicht. Der Korrespondent, welcher drei Jahre lang in Saloniki gewohnt hat, berichtet, daß die türkischen Behörden äußerst wohlwollend und gerecht gegen die Juden und Griechen sind. Wenn im Innern der Provinz gegen sic Nebelthaten verübt worden sind, so beschränken diese sich doch nur auf einzelne Fälle und die Räuber sind meistens unter den bulgarischen Ehristen zu suchen. Der Berichtersiattcr erzählt, daß er bei seiner Ankunft während des letzten russisch-türkischen Krieges von der Wahrnehmnng sehr überrascht war, daß hier die Inden und Griechen fast eine größere Macht besitzen, als die Türken. Die meisten Gcwerbs- und Handelszweige sind von Juden und DoninehS (Renegaten) vertreten. So sind die Bankiers, Kanslente, Gasthansbesitzcr n. s. w. bis zu den Vootsmännern und Lastträgern zum großen Theil Juden. Die Donmehs sind Nachkommen der frühern Sabbatiancr, Anhänger des falschen Messias Sabbatai Zewi, n׳elche zum Islam übergetrcten. 51 otlcktiv-Berichte ans Ungarn. IX. ES ist unser Sehnen und Streben die gähnende Kluft, welche diese Gleichgesinnteil von einander trennt, zu überbrücken. — Der Nealisirnng dieses Zieles steht wohl noch ein nicht leicht zu beseitigendes Hindcrniß im Wege; doch wir vertrauen der Einsicht der besseren Elemente unserer Orthodoxen unb erwarten ihrerseits ein srenndlischcS Entgegenkommen. — Die Verbrüderung mit den extremsten Ehassidim, die unbedachte PerhorrcSzirung aller Bildung und Wissenschaft, die Intoleranz gegen streng konservative Rabbiner und Gemeinden und die absolute Ausschließung derselben ans der Gemeinschast der Gläubigen weil sie blos im Dienste Gottes und unserer heil. תודת nnd nicht auch unter dem ״alleinseligmachenden" Protektorate der ossizicllcn ״Kommission" stehen, die rücksichtslose Annullirnng der הסכמות התרות קבלות hervorragender Nabbincn. die wie Pilze anfschießenden אסורים וחרמים gegen ganze Gemeinden, einzelne Rabbiner und unschuldige סכרים, das sind Krebsschäden, welche an dem Marke der ungarisch-jüdischen Orthodoxie zehren; diese üben einen gewaltigen Druck auf die öffentliche Meinung, nnd durch diese hat uufcre Orthodoxie an Popularität empfindlich eingebüßt. — Der um die ungarisch-jüdische Orthodoxie hochverdiente R. Jeremias Löw צ'ל% der intellektuelle Schöpfer des Schomre-Hadat Vereines, hat bei seiner sprüchwörtlich gewordenen Weisheit diese

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