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Jeschurun · 1883-04-12 · Heft 15 (12.4.1883) · p. 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 15 (12.4.1883)
Article
Österreich-Ungarn : Prag [Nachricht]
Date
1883-04-12
Page
235 (sequence 2)
Language
German
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235 erscheinen. (Sä ist nun einmal dieser Gegensatz;wischen der Orthodoxie und der Reform in der hentigeu Inden׳ heit vorhanden; wie kann da auf dem religiöse!, Gebiete znsanmiengewirtt werden? Wie sann man da glauben, daß eine Zentralbehörde zum Heile gereichen lauu'? Warum soll man sich scheuen, etf anszusprechen, daß zwischen der ״religiösen Richtung", welche grundlegende Wahrheiten bctf Iudenthnms in Vehrc und׳ That vrrleugnen und denjenigen, welche treu, und fest zu dem heiligen, göttlichen Vätererbe stehen, eine Ülnjt liegt, die jedes Zusammenwirfeu in religiösen Angelegenheiten .ansschließt'? tSiiic gemeinsame .^ultnsordnnng, eine gemeinsame Anstalt znr Ausbildung von Rabbinern und Lehrern, eine gemeinsame Zentralbehörde gehören zu den Utopien, die nur derjenige träumen kann, dem entweder es an der nöthigen Einsicht fehlt, oder der daran denkt, diese Institutionen in den Dienst einer einzigen Richtung zu stellen und die andere zu vcrgewaltigen. * TLierr, 1. April. Die ״R. fr. Pr." verössentlicht folgendes Schreiben: Geehrter Herr Itedaltenr! Ihr geschätztes Blatt vom 2.'!. v. IR. kam unserem gottseligen Pater, den! gewesenen Ober-Rabbiner und Michsraths Abgeordneten S Schreiber, erst Montag den 2<i. v. JA',;n lIesichte; er war dazumal nach mehrtägiger Trautheit schon äußerst schwach, aber noch bei vollem Be!onßtsein,!velches er bis zum letzten Athemznge nicht verlor. Als er den in diesem Blatte enthaltenen ״Hirtenbrief" las. wnrde er sehr ansgeregt und sagte zu seiner Umgebung, er sei zwar gegen die in verschiedenen Tagesblällern über seine Person vorkommenden Aarilalnren, falschen ^A'schnldignngen, Verleumdungen n. s. w. gefeit, er lese sie ohne Groll, manche erheiterten ihn sogar; gegen diesen ״Hirtenbrief" aber, den man ihm boshasterweise unterschieben null, den er weder geschrieben, noch diltirt, oder auch nur irgend wein eine Andeutung zu schreiben gegeben habe, an dem keine wahre Silbe ist, der nur von luetischer Hand sabrizirt wurde, um ihn vor der Welt lächerlich zu machen, und insbesondere daraus abzielt, die Polen gegen ihn zu reizen — gegen dieses Machwerk wurde er nach seiner (Genesung protesliren und ans Genngthnung dringen. Veider trat die gewünschte Genesung nicht ein; sein llebel nahm vielmehr von Stunde zu Stunde in erschreckender Weise zu, und gegen 5, Uhr Abends schied seine reine Seele ans der irdischen Hülle. Dieses betrübende Ereignis; hat die ganze Genieindc, die ganze galizische Indenschast und alle Israeliten, zn denen die Hiobspost gelangte, von tiefstem Schmerz gebeugt, und nun erst uns, seine Söhne: niedergeschmettert und betäubt, konnten!vir da an etwas Anderes deuten, als an den unersetzlichen Berittst, als an den heißgeliebten Vater! Heute,!!ach den Tagen der tiefen Trauer, wo der erste betäubende Schmerz einer stillen Wehmnlh gewichen, sägen wir uns mit Ergebung in den nnerforschlichen Willen Gotlcs, und unser erster Gedanke ist ans die Erfüllung des Wunsches unseres thenren Heimgegangenen gerichtet, seine Ehre gegen die oben erwähnte Fälschung und Verleinndnng zu retten. Wir erklären daher hiemit feierlichst,״ daß das angebliche ״Hirtenschreiben" von unserem gottseligen Vater nicht ansgegangen, daß er kein Wissen, leine Ahnung davon halte. Wenn dasselbe von ihm verfaßt und an die Stanislancr und Tüsmienieer Gemeinden abgeschickt worden wäre, so!näßte ja das Original im Archive dieser Gemeinden sich befinden. Wenn nun der Vorstand dieser Gemeinde oder auch ein Individninn dieses Original vorzeigt, oder auch nur authentisch nachweist, daß ein solches Original je vorhanden war, so verpflichten wir uns hiermit rechts׳- gültig, an den ArmensondS dieser Gemeinde luoo fl. (eintausend Gulden) sofort zu erlegen. Und olnvohl jeder Einzelne von uns, wie allbekannt, in der Vage ist, diesen Betrag zn entrichten, so hasten nur dennoch in soluhnii dasnr. Wir zweifeln nicht, daß Sie, Herr Redakteur, diese Widerlegung in Ihr geschätztes 'Blatt ansneh!nen werden, und erwarten auch, daß alle anderen ehrenhaften Herren Redakteure,!velche dasselbe repro-, dnzirten. von dieser Widerlegung Roli; nehmen werden. Schließlich erlauben wir uns zu bemerken, daß der in Ihrem Abeudblalke vom 27. v. M. enthaltene Relrolog der Berichtigung bedarf. Denn einmal hat weder die Venioerger Rabbiner - Versammlung, noch weniger unser gottseliger Vater je einen Bann aus׳ gesprochen: er halte soniit keine Untersuchung zu be׳ fürchten; er ist auch nicht ans Furcht vor derselben am Schlage, sondern an chronischer Herzverfettung ge storben. Wenn nun auch ein Blatt der Zeitschrift ״Machsite Hadas" lonsiszirr wurde, was, wie Sie aus eigener Erfahrung wissen, jeden! Btatte pajsiren kann, so trifft die Schuld nicht unseren tiesbelraiterten gott .seligen Vater, den! Klugheit, Vorsicht und Mäßigung t1id)t a(׳gesprochen werden tonnten, sondern den veraul׳ wörtlichen Redakteur dieses Blattes.!)<! morluis nil nisi b<*11e. Mit vorzüglichster Hochachtung ergebenst Jakob Schreiber, .lransmaun in Papa. Joel Schreiber, Realitäten Besitzen in >k״t!!a. Bernhard Schreiber, Realitäten Besitzer in Warschau. Alexander Salomon Schreiber, Wechselhaus in Sereth, Bukowina. Ascher Schreiber in Berdhezcw. f. Wien, 8. April. Der Vizepräsident des Berliner chrisilich sozialen Vereins, Herr Professor A d o l s W a g n e r, hat die Raisersladl an der Donau mit seniem Besuche beehrt und uns über seine Finanz- und Sozial-Politil zu belehren gesucht. Die Rationlokonomie ist eine vcr^

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