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Jeschurun · 1883-04-12 · Heft 15 (12.4.1883) · p. 234

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 15 (12.4.1883)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1883-04-12
Page
234 (sequence 2)
Language
German
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234 brr (^nnrinbe in ftraflc gestellt. So haben sich hier in Berlin die Gesetzestrenen schon seit Jahren auf eigene kosten in der Adas; Iisroel ein ihrer religiösen lleberzcngnng entsprechendes (^emeimvesen schassen müssen 1111b dennod) seil 7 wahren gezögert, vn tn;tss<* «u# der l^emeinde anSzntrelen. Genuß ein überzeugender, nicht zn widerlegender Beweis non der friedlichen Gesinnung der Gesetzestrenen, non dein Ernst, mit welchem sie die Einheit der Gemeinde gern zn erhallen wünschen. Wenn sie jetzt cnblid) diesen schritt der Trennung thnn, so ivird jeder Icedliche sich überzeugt halten, dag sie nur nothgedrnngen und nach reiflicher Erwägung sich hierzu entschließen. <). Ans dem Ngb.z. (Dassel. April. Eine schauerliche Mordthat, verübt an dem «׳»-»jährigen Bich- Händler Aron Weil ans Grebenau ißx. Alsfeld), hält die Gemnlher der ^h'wohner hiesiger Gegend in großer Ansrcguug und bildet das allgemeine Tagesgespräch. - - Ter traurige Vorgang verhält sich folgendermaßen: Weil, lvelcher sieh in handelSmäunisehen Kreisen ob seiner dceditlichkeit und seines biederen KarakterS groher Sympathien erfreute, hatte am 1ה<הי.ה א בהר seinenin Schliß wohnenden Sohn besucht und wollte seinen dcnckweg über das Tors Willoss nehmen, woselbst er erst noch ein Geschäft zu ordnen hatte. Um nicht zn spät zum Vesen der מגלה nad) -Hanse zu kommen, ging er schon zeitig non da weiter seinem Heimatsorte zn und zwar wählte er, um vor der rauhen V11!t geschützt zu sein, einen Waldweg. In diesem Walde, den er vielleicht allwöchentlich mehrmals passierte, sollte seinem Veben ein Ende gesetzt sein!! Als W. zur erwarteten Zeit nicht zn.Hause angekommen war, wurden non den beunruhigten Berwandten Bolen in den genannten Wald geschielt, die denn auch den (gesuchten in seinem 11111 5!ג* sd)wi m m end, a ns '» Si opfinn n dcn blu te 11 d, lodt anssanden. Ans diese traurige Bachcicht hin eilten die Israeliten l^r.s an die Unglüelsstätle, woselbst des anderen Tages aneh die (Gerichtsbehörden erschienen, ans deren Anordnung hin die Reiche Sonntag den n. '1U. zn קבר ישראל gebracht wurde. Die große Belheiligung, besonders seitens der christlichen Einwohner, bei dem Veichenbegängniß ist ein Beweis der Theil nähme und der Frenndschast, deren sich W. in seinem Veben inerth gemacht hatte. — Des Mordes dringend verdächtig ist ein Tagelöhner ans Willofs, ein übel belenmnndetes Indinidnnm, welcher dem Weil hinter einer großen Eiche anfgelanert haben muß und die tödlichen Streiche ans den harmlos seines Weges ziehenden Wandrer geführt hat. Obschon an Axt- und Kleidern Blnlspnren norgesnnden wurden, und obschon sehr viele Mengen sich sreiwillig zur Ueberfnhrnng des verhasteteu NanbmördcrS erboten haben, leugnet dieser bis jetzt hartnäckig die grausige Thal. Oesterreich-Ungarn. :i|,: Pest, (>. April. Mit vieler Freude habe ich zu konstatiren, daß die ״Kollektiv-Berichte ans Ungarn" von Ihrem -Herrn Waage Korrespondenten überall den mächtigsten Eindruck Hervorrufen und ans fast allgemeinste Zustimmung treffen. Ich hatte Gelegenheit, hierüber nicht nur am hiesigen Platze, sondern auch in anderen Gemeinden des Landes Wahrnehmungen zn machen und ich stehe mit dem Wunsche nicht allein, das; die von dem ״Ieschnrnn" hierdurch gegebene Anregung :1111! energischen Handeln führen möge, Reorganisation der Vehrstätten, Einigung aller GcsctzcStrencn, — das sollten die Ziele sein, für ivelche sich an allen Orten ernste, wackere Männer begeistern. Eins bedingt und bewirkt das Andere. קריינא דאגרתא א\ר.ו להוי פרוונקא. Wir sehen den weiteren Borschlägen des -Herrn Bersassers der Kollektiv berichte mit Spannung entgegen. — In ^!Ktress der Tisza Eszlarer Angelegenheit ist heute nur zn berichten, das; von dem Bertheidiger Karl EötvöS jetzt ans die-Hafienllassnng der nnglnckliehen Angeklagten ernstlichst gedrungen wird. Ein diesbezüglicher energischer Antrag ist von ihm dem Gerichts- Hofe zn Nhircghhnza zngeslellt worden. Ob demselben entsprochen werden wird? Wir wagen es kaum zn hoffen. Mir wnroe dieser Tage von einem seltenen Falle, religiösen Freisinns berichtet. Ein christlicher Grundbesitzer, HerrMolnnr zn Szolnock, habe sein gesammtes Bermögen vor einigen Monaten der jüdisd)c׳n Schule vermacht. —1•— Prag, H. April. In hiesigen Kreisen und sicherlich auch außerhalb derselben lvird in der letzten Zeit vielfach die Frage ventilirt, ob es nid)t Angesichts der gegenwärtigen antisemitischen ''Bestrebungen von großer und heilsamer Bedeutung wäre, wenn ein jüdisches Shnhedrion znsammenträte, um einerseits in feierlicher Weise Zeugnis; abznlegen gegen die Berdächlignngen, welchen da׳ Indenthnm ansgesetzt ist, andererseits aber and), um die Regierung für die Einsetznng einer jüdischen Zentralbehörde zn gewinnen. Es sind über diese Materie die vielfachsten Ansichten und Wünsche in Kurs gesetzt. Einige denken an das französische Shnhedrion, ivelches Rapeäeon der Erste seinerzeit znsammenberief. Andere an eine ständige jüdische .Hierarchie nach dem Muster des französischen Konsistorimn, wiederum Andere an eine Organisation, wie solche in dem badischen israelitischen Oberralhc oder der württcmbergischen israelitischen Kirchcnbehörde besteht n. dgl. nt. Wir möchten ernstlichst vor einer jeden derartigen Agitation ivarnen. Bei dem thalsächlichen, nicht hinwegznlengnenden Gegensatz, welcher innerhalb der Indenheit in Bezug ans die Anerlennnng dcS jüdischen Religionsgesetzcs vorhanden ist, würde ein gemeinsames Handeln sämmtlichcr Israeliten geradezu unmöglich

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