Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-04-12
- Page
- 228 (sequence 2)
- Language
- German
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228 על פ" דרנו haben wir zu erziehen. Es genügt nicht, die Aufgabe im Allgemeinen, für welche der junge Mcnsch erzogen werden soll, in's Auge zu fassen, sondern vor Allem auch den jungen Menschen ltnb seine Eigenthümlichkeiteu zu slndircn, wie sich seine Anlagen, Fähigkeiten und Neigungen zu den verschiedenen Seiten dieser Ausgabe verhalten. Die Aufgabe an sich, das Wahre, Gute, Rechte und Gottwohlgefällige ist für Alle nur die eine einzige, von Gott in seinem Gesetze geoffenbartc Wahrheit. Aber für Jeden gestaltet sich die Erfüllung nach seiner Eigcuthümlichkcit eigenartig. Was dem Einen leicht wird, wird dein Andern schwer und!!!!!gekehrt, wofür der Eine Reiz mib Neigung, vielleicht Begierde empfindet, läßt den Andern gleichgültig, und so hat ein jeder Mensch in seiner Weise Selbstbeherrschung und Selbstanspornnng zu üben und hat daher die Erziehung ein jedes Kind in seiner Weise zu der von ihm zu übenden Selbstbeherrschung und Selbstanspornnng auznleitcn, anznhalten uitb zu gewohnen. Jedes -Kind gestaltet seine Erziehung zu einer besonderen Aufgabe. Insbesondere hebt unsere Sprnchweisheit zwei Seiten hervor, hinsichtlich deren Mehr und Minder die Menschen-Karaktere sich unterscheiden, deren Vorhandensein oder Mangel schon früh bei dein Kinde sich zeigen und die volle Beachtung der Elterit verdienen, damit ihre Erziehung die rechten Wege einschlage. אם זך ואם ישר, ob bcm Kinde das sittlich Reine und das rechtschaffene Gerade leicht oder schwer wird, ob nicht Begehrlichkeit und überwiegende Freude an sinnlichen Genüssen eine Klippe zu werden droht für die Sittlichkeit, so wie Unaufrichtigkeit, Verstocktheit und Unwahrhaftigkeit für die Rechtschaffenheit, das haben sich Eltern bei jcbcm ihrer Amber besonders zu fragen und zur Entscheidung zit bringen, das zeigt sich bei jeden! Kinde במעלליו, in seinen! nnkontrolirten Thun und Lassen, wo seine Anlagen sich selbst überlassen zu Tage treten. Jedenfalls sind Begehrlichkeit t Naschhaftigkeit) und Unwahr- Hastigkeit die von einer weisen Erziehung am!!!eisten zu bekämpfenden Untugenden. * Unverstand ist mit dem Herzen eines Knaben verbunden, Der Stab bildender Zucht entfernt sic von ihm. (K. 22, 15.) Sprechen wir nicht von schlechten Kindern. ES giebt kein schlechtes Kind. Nur den bei reifem Perstände Sündigenden magst du schlecht nennen. Der Knabe hat aber noch keinen reisen Verstand. Sein Verstand soll erst unter deiner verständigen Belehrung und Leitung reisen, und nicht Schlechtigkeit, Unverstand hat deine Erziehung zu bekäinpfen. Zwei Ausdrücke konintm aber in unseren die Erziehung betreffenden Sprüchen vor, die leicht einseitig und banitt unrichtig verstanden werden. Es sind die Ausdrücke יסר, wovon מוסר, und .שיט יסר umfaßt jede sittlich bildende Einwirkung, sei cs durch Wort, als Belehrung, Vorstellung, Er:nahnung, Vorwurf, Zurechtweisung, oder durch sich schmerzlich fühlbar!nachendes Vorgehen, wie Nichterfüllung von׳ Wünschen, Versagungen, Entziehungen, bis zur körperliehen Schmerzbercitung durch Schlagen. Alle diese Mittel sind je nach Nothwendigkeit anznwenden, das Letzte aber, — um dies gleich vorweg zu bemerken — Schlagen zu allerletzt. Nur wo ein Wort nicht mehr oder noch nicht nützt, wäre ein Schlag zu verzeihen Eindringlicher wirkt ein Verweis bei dem ihn verstehenden. Als hundert Schläge des Unweisen. (K. 17,10.) Auch den! Gerechten thnt strafen nicht wohl/ Schlagen, wenn Edelgeartctc, geht über das Rechte hinaus. (K. 17, 26.) Ein Sklave ist nicht mit Worten zu Zucht zu bringen, Wenn er sic auch versteht und nichts erwidert. (K. 29, 19.) Peitsche dem Roß, Zügel den! Esel Und der Stab für den Rücken des Unwcisen. (K. 26, 3.) Aus allen diesen Sprüchen geht hervor, daß Schlagen bei der Erziehung nur eine seltene, traurige Ausnahme bilden dürfe, und daß diejenigen Eltern, deren gewohnliches Erziehungsntittcl das Schlagen ist, in der That über sich, über ihr Kind und über den Erfolg ihrer Erziehung erschreckt sein dürfen. Für edel beanlagte Naturen, נדיבים, ist Schlagen erniedrigend, und wenn, wie wir dies gleich erwägen werden, der Alles, auch die körperliche Züchtigung mit in sich fassende Begriff מוסר ,יסר, dem Worte nach, nie Strafe, sondern sittlich veredelnde Bildung, Besserung im Auge haben muß, so darf ein kränkendes, erniedrigendes, leicht das sittliche Gefühl herabstiminendeS Erziehungsmittel wie Schlagen, in den!!!eisten Fällen, wenn irgend zu umgehen, ein ernstes Bedenken haben. Nur für das Thier und den Sklaven, soinit wo thicrische und niedrige Natur sich geltend macht, sich geltend machen will, hält unsere Sprnchweisheit auch einen Schlag nicht zu!!!!!gehe!!. (Fortsctzuug folg!.) Ketr1!l!1t1l1!ge!l Uücr die Mmftüge in DeilWlind. XII. (Schluß.) Es gab bekanntlich eine Zeit, wo cs ״schwer und