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Jeschurun · 1883-04-05 · Heft 14 (5.4.1883) · p. 217

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 14 (5.4.1883)
Article
Juda's Exil
Date
1883-04-05
Page
217 (sequence 1)
Language
German
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M 14. 217 Jeschurun. Iuda's Grit von Iedidjah. Donnert das Machtwort der fiust'ren Tyrannen In des Verderbens Schlund uns hinab, Schmettert uns wütheud die tobende Menge Rasend im Wahne, mordend in'S Grab; Jagt der Despot von dem wärmenden Heerde Uns in die fremde Weite hinaus, Raubt uns des Hasses verblendeter Eifer Höhnend und frech das schützende Haus; Dringet der Schrei der gemordeten Brüder Auf zu dem Thron, zum ewigen Gott, Flehet vertrieben, mißhandelt vom Pöbel, Klagend Dein Volk zu Dir in der Noth- Rette, 0 Gott, mit der Kraft Deines Armes, Nette Dein Volk, wenn dräuend cs stürmt! Breite die Schwingen des Heils über Juda, Einziger Hort, der Israel schirmt! — Schmcttrc den Strahl der Vernichtung auf jene, Die des Verderbens Weg. uns gebahnt, Strecke zu Boden die frevelnde Menge,; Weud' das Vcrhängniß, das jene geplant! 1 Sah doch den Glan; Deines strahlenden Schildes : Juda's Verbannung, wenn drängte der Feind; Strecktest Du stets ja den Arm Deines Schutzes; Ueber Dein Volk, das Du Dir vereint! Höhnt auch der Hasser in teuflischer Freude,! Höhnt er der Hüls', die Gott uns verleiht, : Wagt er im Frevelsiun Trotz Dir zu bieten, j Während er frech die Stirne Dir beut —; Nie hast, 0 Ew'ger, Dein Volk Du verlassen, Schasstest von Neuem rettend ihm Schutz;! Trafest den Hohn — mit vernichtendem Hohne,! Schrecktest den Trutz'gen, — bietend ihm Trutz! — Stehe auf als Zeuge, Persien, Denn Du schautest Gottes Macht, Sahst den Sturz des Nünkevollcn, Sahst, wie Gott sein Volk bewacht! Sahst, wie durch die eigne Tücke Israels Bedrücker sank, — Sahst, wie Gott die Zoruesgeißel -fr -fc Laß' nicht haften jenen Makel, Das vergoss'ne Unschuldsblut, : Wasche rein des Reichs Annalen dein Frevel deiner Wnth!! Deutscher Nh ein ström, deine! Jäh trieb blinder Glaubenseiser Aus dein Glück, aus S P a u i e n s Flur, Gottes Volk in fremde Weite —! Nacktes Leben blieb ihm nur. To rq uem a da, Mordhyäne! Fluren!Nicht genug der blut'gen That? ah'n den Jammer, uns'rc )koth,—! Schlepptest uns auf den Scheiterhaufen, Ueber ׳Ha man'S Haupte schwang. — Sah'n die Greu'l des Glaubenshasses, ^Streut'st der Tücke gift'gc Saat. — Israel, in treuen! Sinne! Frommer Dulder grausen Tod. — j Ließ'st vom Kardinal dich drängen, Hieltst du Stand des Feindes Drohn,! Großbritannien, deine Küsten! Spaniens Herrscher, Ferdinand! Hieltest fest an! Gott der Väter — j 3׳inb von unsrem Blut befleckt,!Naubt'st dir selbst den Freund, den Und Erlösung ward dein Lohn. j Deines Pöbels wüth'ges Toben | treuen, , , Hat mit Schimpf dein Land bedeckt. —! Jagt'st auch ihn aus deinem Land! Gegen ihn, den blut gen Tiger, Gegen Syrien gab Er dir In Makkabi deinen Netter, Deinen Held — des Volkes Zier! Unter'«! Banner des Allmächt'gen Warf er nieder unfern Feind — Schlug mit winz'gem Heldenhausen Syriens Heer — mit Gott vereint! ״ Dräuend tritt vor unsre Augen Finster jene Zeit der Noth, Jene Zeit des dunkeln Alters, Wo Verderben uns gedroht. > Auch in deinen Landen, Frank-! reich, Traf uns schwer des Unglücks Hand! Weshalb sollten wir nicht ruhen, Müde, schwach in deinem Land? — Jagt'st das Volk, das segeubringend An! Guadalquivir gewohnt, Von der trauten Heimathslättc; Hast der Aermsten nicht geschont! Heimathlos, der Hab' beraubet, Doch in dieser Zeit des Jammers,; Ungliicksel'ges Volk, wohin? ׳Nah an der Verzweiflung Rand, Ließ uns Gott nicht nntergchen, Schützte uns mit müchtger Hand. Mittelalter, unser Unglück, Unsre Noth wohl schautest du, Unser« Untergang doch nimmer - SahstdenZugderKrenzesbrüder,c* ia nicmaid zu! Sahst den Mord in Juda's Schaar, Er hielt fern von uns Verderben, Deutschland, dir zur Schmach ge-; Fern des ganzen Volkes Tod — rechnet — j Rettet' vom erwählten Volke Tilg' den Fleck vom Schild des Aar!! Einen Rest aus banger Noth. — I Hast nicht Ruh', nicht Rast gesunden — Wohin treibt dich jetzt dein Sinn? z ״Dafür sorg' der Vater droben, Ihn! vertrau'« wir fort und fort, Er wird bahnen uns die Pfade, Führen uns zum sichern Port." Fliehst du von Hispaniens Fluren, Wirf den Rettungsanker aus, In Italien neu zu gründen Ruhig dir ein Heimathhaus.

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