Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1883)
- Article
- Kollektivberichte aus Ungarn [Nachricht]
- Date
- 1883-03-29
- Page
- 203 (sequence 2)
- Language
- German
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203 darum keine Folge geben, weit die Initiative nicht \m ihnen selbst ansgegangen; und ans den Nach Anderer hören, das hieße die höchsteigene Infallibität abrogiren, — —- — wie Horaz diese Gattung so kresfend schildert: ,.Act ^Uiiiiiiam; sapiens uno minor est Jove, diveüf,- Liber, 1202101 atiis, piikher; rex . (lenique regiim; Pmecipue sanus, nisi cum ])11,(11( ä .mMpst.i1 est,״ Nun brachten vor Kurzem wiederholt die hit>- ländischen Tagesbkärlcr lni Annonzentheilc folgenden Aufruf: ״Die lobt. Status-qua-tyciilütifr'it werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, ihre Adrcss; äbzügebeN an I. Kunstadt, Obcrrabbi der Statns-ttno- «Gemeinde zu Großwär'dt'in." -- Herr Rabb. K. ist tillerbings ein gelehrter, und schon öe'kjjivge seiner verwandtschaftlich nahen Beziehungen zur Prep bürget Rgbbinersamilie auch in, orthodoxen Kreisen geranittc-r Mann; Ü׳ besitzt auch Mnlh und Energie, dies beweist schon der viel Äüssc'hen erregende Umstand, daß er ailch in der Status-qm--Gemeinde zu Klausenbnrg die radbinischcn Funktionen versieht, trotzdem'!!brr diese Gemeinde von mehreren orthodoxen Rabb. sdaruntet' diidj üoit ticiii Herrn Oberrabbiner zu Preßbnrg) das Interdikt ausgesprochen würbe. ׳') — Wir, wissen nicht, welche Intentionen Herrn Rabb. K. bei seiner Adressen-׳ kollektirnng leiten. Sammelt er blos Daten zu einer knltnr-historischen Studie, oder arbeitet er etwa au tiiieiit. Elaborate Zur Konsolidirnng der Statns-qm>- Gemeinden? — I!ü ersterKt Falle ntöcbtcn wir Herrn K. bavauf aufmerksam machen, daß bei den gegenwärtigen, wcchselvollen Verhältnissen die etwa einlanfenden Adressen für kulturhistorische Zwecke ganz belang- und werthloe sind, denn das Zünglein der Partciwage ist unslät, neigt sich bald hierher bald dorthin, schwankt heute uad) rechts und morgen nach links, lieber Nacht ändern oft bic Gemeinden ihren Charakter und descrtiren aus den! einen Lager iu's andere.-In letzterem Falle hingegen, möchten ivir heute schon dein Herrn ernstlich rathen, wenn er nicht gleich seinen ״Vorarbeitern" ן förmlich Fiasko machen will, so unterlasse er wohlweislich! jedenVersuch, alle Extreme unter einen Hut zu bringen, j beim Eines taugt nicht für Alle! Es giebt hier nur Eines, das des Kampfes und des Schweißes der Edlen wcrth und würdig wäre, nämlich die konstilnirtc Orthodoxie mit den konservativen St.at.us-qm»-Rabi11krl1 und Gemeinden zu versöhnen und zu vereinen. — Prinzipiell waltet zwischen diesen Beiden keinerlei Unterschied ob. Diese wie jene stehen voll und ganz auf *) Cb mit Recht ober Unrecht das wollen mir hier nicht untersuchen. Möglich kommen wir ans dies Thema noch;tniirf, dann wollen wir der oft leichtfertigen und ulluerantworttichcn ״Issursabrikation" in Ungarn sch besonderes Kapitel widmen. dem Boden des tradirionetten Indenthnms und würden unbedenklich jedes Opfer willig bringen, ehe sie auch nur das Geringste preisgcben. ' (Fortsetzung folgt.) Mlhttslhim. ,הכימד ומכילה ני:ימ, enthaltend die Neligionsvorschritten bezüglich der Benutzung von Gcräthen zur Speisebereituug" von S. Bambergcr, Frallkjurt a. M. Selbstverlag des Verfassers. Do bescheiden auch diese kleine Schrift auftritt, so begrüßen wir dennoch deren Erscheinen mit großer Freude. Denn wenn es irgendwo überflüssig ist, über Veranlassung und Zweck eines Werkes sich des Weiteren auszu sprechen, so ist dies gewiß bei dem vorliegenden der Fall. Werden doch in demselben religiöse Satzungen behandelt, die tief in die religiöse Praxis cmgrctsen, und deren Ersüllung an jedes jüdische Hanswesen oft Hera!!tritt. Daß nicht Jeder die Kcnutniß besitzt, sich in den betrcssendcn Kodices Rath zu erholen, bedarf wohl kann: der Erwähnung. Der Herr Verfasser hat sich das Verdienst erivorbcn, die Eingaugs geilNnuten rcligiousgesctziichcn Bestimmungen in klarer, allgemeitl verständlicher Sprache rvohlgeordnet wiederzugcbcn, um cs hierdurch Jeden! zu erinöglichcn, sich in kurzer Zeit über dir betreffende religiöse Ansorderung zN oricutiren. Namentlich in vielen Landgemeinden wird dlchcs Werkchcn auch manchen Kultus׳- beamten, an' den so oft diesbezügliche Fragen, besondere beim Hcrannahcn des Pessachsestes, gerichtet zu werden pflegen, eine höchst tvillkommene Gabe sein. — Es ist dies vielleicht der erste Versuch ״die Religions-Vorschristcn bezüglich der Benutzung von Gerüthen zur Spcisebercitung" dem im Rituale Unkundigen eingehend klar zu machen und diesem wirklich vorhandenen Bedürfnis; nach einer derartigen Darstcllnng Rechnung zu tragen. Gewiß wird dies Schriftchen sich Eingang in viele jüdische Familien vcrschassen und hierdurch der Wunsch des Verfassers לזמירה הככיכ einen Beitrag zur Hebung des religiösen Lebens zu liefern, voll und ganz in Erfüllung gehen.!' Sch. Gntmeiuimg über den £a:nn!b der Hebräer. Versaßt von Kar! Fischer, k. k. Zensor, Revisor und Translator rm hebräischen Fache zu Prag!Rach einem Manuskript vom Jahre 1802.) Wien 1883. Alfred H'öldcr, f. k. .Hvs- und Ilnivcrsitlitsj Bnchhändlcr. <gr. VIII. 112 S.).! Akit aufrichtiger Freude haben wir das Erscheinen! der vorliegenden Schrist begrüßt, die von einen! Manne; versaßt wurde, der von 1788 bis l84-k als k.-k. Zensor! fungirte und von dem cs bekannt ist, daß er die ihm