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Jeschurun · 1883-03-22 · Heft 12 (22.3.1883) · p. 190

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 12 (22.3.1883)
Article
Rußland : Petersburg [Nachricht]
Date
1883-03-22
Page
190 (sequence 2)
Language
German
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190 mimg, daß mir fünf Prozent aller Militärärzte der jüdischen Konfession angchörcn dürfen, aufhebt. Vielleicht bedeutet derselbe ein Einlenkcn zum Guten. — Es soll die Absicht bestehen, die jüdischen Lehrcrseminaricn in 3d) 110iniv nnd i'oilnci, oder doch eines derselben, zu schließen. Als Grund für eine derartige Maßregel wird die geringe Zahl non jüdischen Elcmcntarschnlen angegeben. (5s steht damit das Gesuch der Inden um Vermehrung der niederen Schulen nnd um die Gestattung zur Errichtung von Mittelschulen im schreienden Widerspruch. Rumänien. —i— Bukarest, 14. März. Die rumänischen Inden fahren fort in ihren Anstrengungen, durch Kolonisirnng Palästina's von ihrem Lande ans den vielfachen Bedrückungen, welchen sie ansgesetzt sind, zu entgehen. In ihrer Erwerbsthätigkeit beschränkt, vermögen die 4001)00 Juden Rumäniens sich nicht zu ernähren. Dem Landban Rüstige und fleißige zuznsnhren, ist das Ziel der in dieser Hinsicht ansgewendeten Bemühungen. (5s hat sich ein Zemralkomit(-! in Gal atz gebildet, dem sich etwa 50 Unterkomitvs angeschlossen haben, um durch vereinte Kraft das große Werk in's Leben zu setzen. Im Jahre 1882 sind, wie der eben ausgegebenc Rechenschaftsbericht ausweist, Frk. 155 10.4,72 zur Verrechnung gelangt. Außerdein wirken noch von dem.Zeiilralkoiiiitü unabhängige Vereine der gleichen Richtung. (5s geht das Bestreben der Einsichtigen des Landes, alle diese Arbeiten zu vereinen, um mit vereinten .Kräften das gemeinsame Ziel zu fördern. Leider stellen sich diesem Streben Schwierigkeilen entgegen, welche weniger in der Sache, als in den Personen ihren Grund haben. Es sind bis jetzt zwei Kolonien angekauft nnd *100 Personen dorthin befördert worden, nnd zwar Snm mar in nnd Ta ntnr a. sDas alte Dor דאו־, Jos. 17, 11.) nördlich von Eäsarea am Meere. Sie Bearbeitung der Felder geschieht vorläufig ans gemeinschaftliche Bctheilignng aller Kolonisten. Nach dem aus der nächsten Erndte zu ermittelnden Werthc der einzelnen Parzellen wird die Vertheilnng der Acker .vorgenommen werden. Die meisten der Kolonisten sind bereits türkische Bürger geworden nnd die anderen werden demnächst ebenfalls in den türkischen Unlenhancuverband ausgenommen werden. Der Ankauf des Bodens geschah mit großer Vorsicht und Umsicht, so daß das Besitzrecht unter keinerlei Vorwänden jemals angetaslet werden kann. Das Klima wird als sehr günstig gerühmt; die Ansiedelung soll zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Das Zentralkomi!6 richtet die eindringliche Bitte, in ausgiebigerer Weise als bisher ihm Geldmittel zur Verfügung zu stellen, um im Laufe dieses Jahres eine dritte Kolonie anlcgen zu können. Türkei. * Slüitftrtutuiuycl, 17. März. Wie die ״Fstr. Ztg." meldet, hat Rußland der Pforte erklärt, daß deren Widerstand gegen die Einwanderung der Inden mit dem Geiste der bestehenden internationalen Verträge nicht harmonirc, da diese die unbeschränkte Zirkulation der Pilger ans dein türkischen Gebiete verbürgen. Die Hohe Pforte hat auf diese Beschwerde erwidert, daß Jeder ungehindert nach Jerusalem wallfahren könne; sie würde jedoch nicht dulden, daß die russischen Inden in ganzen Kolonien an einem Orte sich ansiedeln. Amerika. * Der zu Eincinati O. erscheinenden Wochenschrift ״Deborah" wird ans der Kolonie Becrschcba in Kansas berichtet, daß dieselbe in voller Vlüthc stehe, lieber die Ansiedelung Bethlehem-Juda im sildlichen Dakota, 22 Meilen von Mithels nnd 11. Meilen von Mount Vernon schreibt dieselbe Zeitschrift, daß auch dort Alles im besten Fortgänge sei. Von anderer Seite wird dagegen gemeldet, daß die Lage der russischeu Emigranten in den größeren Städten theilwcise eine sehr traurige sei. A ustralicn. *Aus Sydney wird berichtet, daß Herr Cohn zum Instizminister ernannt ist. Seit 1871 ist er im Staatsdienste. Er erfreut sich der allgemeinsten Hochachtnng nnd wird als ein ״eifriger Bekenner des Indenthnms, der die Gebote desselben mit aller Entschicdenheit erfüllt" gerühmt. Wir möchten nicht gern הרטד ::נעירימ sein, wären aber doch begierig zu erfahren, bis wie weit sich die Gewissenhaftigkeit des Herrn Cohn in Beobachtung des Sabbaths 11. s. w. erstreckt. Ans den Memoiren eines Bettlers. Mitgctheilt von Ztapljtali Himon. ,1 I. (?Ule :Hciiuc rovl'ii'ßltcn.)!,Fortsetzung.) Man hatte jene fünfnndachtzig Thalcr bei mir gefunden und beschlossen, mich durch gründliche Pflege und Zuführung kräftiger Nahrung wieder gesund zu machen. Ich bat, mich zu entlassen, ich wollte meinen Schatz nicht angetaslet wissen. — Man lachte mich ans, mein inständiges Flehen blieb unberücksichtigt. Ein Landstreicher mit einer Baarschast von fünfnndachtzig Thalern, halb verhungert am Wege liegend, — ein solches Wnnderthier machte Aufsehen. Ich hatte die Wahrheit bekannt und angegeben,

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