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Jeschurun · 1883-03-22 · Heft 12 (22.3.1883) · p. 188

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 12 (22.3.1883)
Article
Holland : Amsterdam [Nachricht]
Date
1883-03-22
Page
188 (sequence 2)
Language
German
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188 Zahl bcr regelmäßigen Lehrer und Lernenden nicht ferner zu fassen nerinochlcn. Durch den Opfermnth cjottce־ fürchtigcr Männer, welche sich \u einem rege!mäßigen jährlichen Zuschüsse, außer der non der Gemeinde dafür im Jahresbndget ansgcsetzten Dumme von 050 Gulden, verpslichtclen, ward der augenblicklichen Lcolh gesteuert. Nach litt Jahren erwiesen sich auch die ertvciterten Lokalitäten al? ungenügend, so daß der dantalige Borstand im Jahre!778 das Gebäude der Thorawissenschast widmete, in welchem bis auf den heutigen Tag dieselbe gepflegt wird. - Am 27. Diwan 5538 (1 778) wurde dasselbe feierlich eingcweiht. Rabbi Danl Löwenstamm hielt darin den ersten Lehrvorlrag. Bi?;um Jahre!813 wurden dort ttnr Talmndstndien betrieben. Im 3111n־e 1814 stellte man jedoch im Reden geübte Lehrer und Tarschanint an, welche auch für weniger Gelehrte allabendlich vor מעריב בזמנו geeignete Borträge zn Hallen verpflichtet waren. Augenblicklich wirleit «; solcher Lehrer, ein jeder 2 Monate im Jahre, noch in der ursprünglich vorgesehenen Weise. E? finb diese? die Herren I. kontent, Philipp Elte, LR. L. -Hirsch, | I. Müller, I. Poolemaar nnu L.R. Dohlberg. Es ist ein herzersrcnender Anblick, dort an jedem Abend 150 bi? L00 Vcänner versamntelt zu sehen, welche!rach de? Tage? schwerer Arbeit, in welcher sie sich um des Leben? kärgliche Nolhdnrst im Dchweiße de? Angesicht? abntühcn, um religiöse Belehrung zu suchen und da? Werk de? Tage? mit ״Lernen" und Gebet zu beschließen. Am Dabbath und. Festtag vereinigen sich dort die doppelte Anzahl Zuhörer. — Außer diesen populären Bortrügen aber treten dort täglich im Dontiner von 8 bi? lo Uhr Morgen? ttnd im Winter von «; bi? 8 Uhr Abend?, mit den vorhin genannten Gelehrten noch die -Herren A. Daje! uttd I. de Leemo unter Borsitz de? -Herrn Dberrabbiner Tr. I. -H. Dünner zusammen, um gemcinsam eingehenden Talinndstndien obznliegen. Außerdem kommen dorthin täglich Privatleute zum Misehnah und ו;׳נ׳ך Lernen. Ebenso treffen daselbst täglich die Zöglinge de? Ned. Israel. Deminarinms ein, um die in dem Deminar durchgenonnnenen Diszipliiten zu wiederholen. Do sind die Räume de? Belh-.Hamidrasch von! frühen Morgen bi? zu -Mitternacht geöffnet und von den verschiedensten Menschen jeden Alter? und jeder Leben?s1ell׳.utg besticht. Doch der Zahn der Zeit nagle an dem Dteilt- und .Holzwerk de? Gebäudes, während da? in ihnt herrschende Leben sich stets verjüngtc. E? stellte sich da? Bedürfnis! nach einem neuen Lehrhanse heraus. In hochherziger Weise ntachte -Herr D. Monk den Anfang mit einer Dchenlnng von 15 <!<>,., Gitlden zum Zwecke eines Neubaues. Dessen Dchwesler, die würdige Frau Dorothea Lecnwensleen- Monk folgte dem Beispiel ihre? Bruder? mit einer reichen Spende. In Folge dieser Anregung wurde. eine allgenteinc Damntlung veranstaltet, welche einen Ertrag von 30000 Gulden von etwa drei- bis vierhundert Gebern ergab. Arme uitd Reiche, ein jeder nach feinem Bermögen, betheiligten sich an diesem frommen Werke. Am 15 Adar de? vorigen Jahres fnnb unter Assistenz de? Oberrabbiner? Dr. Dünner die feierliche Grundsteinlegung des netten großen Lehrhanse? statt, dcsseit Einweihung am lütistigen Schabnothfeste ertvartet wird. F r a u k r e i ch. Paris, 18. März. Die haben ans den Tagesblättern bereit? erfahren, daß -Herr David Naynal zum zweiten Male zum Minister der Oefsentlichen Arbeiten ernannt ist. Wiederholt hatte Frankreich die Leitung seiner Jnstizangeleaen heilen eitlem Bekenner der :Religion übertragen, die den Kodex Jllris als eilten -Hatiptbestandtheil de? Rcligion?kodex begreift 11 nb den EHöschen Mischpot!Schild des Rechts) als einen der vier Theile des Dchnlchan Arnchs d. h. unseres jüdischen Pflichtenkomvendinms hinstellt. Die Duelle dieses Kompendiums, der Talmud, ivelcher im Dchnlchan Arnch nur in Kapitel und Paragraphen geordnet erscheint, wurde vom Kaiser Jllstinian bei der Abfassung des Gesetzbuches de? Römischen Rechts bcnutzt, welche? letztere bis zrl jener Zeit vornehmlich ein Produkt der Entscheidungen der alten Prätorcn und der im Laufe der Jahrhunderte der Geschichte des Römischen Bolke? gefällten Rechtslirthcilc war. Der Talmud bildet somit noch heute zum Theil die Basis der Recht?pflege aller zivilisirten Staaten.— Das Portefenille der Finanzen wurde hier cbenfall? wiederholt einem Anhänger des Glauben? anvertrant, dessen Bekenner von Alters her bi? auf die Gegenwart durch die Thatsache ihrer Zerstreuung in alle Länder einerseit?, durch ihr brüderliche? Zusammenhalten, ihre Gervandthcik und das von ihnen allseitig erworbene Bertrancn anderseits ein -Hanvtfactor de? Welthandels und de? internationalen Geldmarktes geworden sind. In der That haben auch die großen Finanzmänner unter den französischen Inden, und nicht nur die Dlaat?beamten, sondern auch die einem jeden Finanzminister zur Seite stehenden großen jüdischen Bank- Häuser, ihrem Staate zu allen Zeiten und besonders in den großen Krisen ausgezeichnete -Hülse geleistet. Erst kürzlich wurde hier in einem öffentlichen Vorträge, der im Gegensätze zu dem antisemitischen Treiben anderer Länder die hervorragenden Verdienste der Inden in Frankreich besprach, der patriotischen -Haltung dankbar Erwähnung gethan, die da? -Han? :)Rothschild in der icpien clnglückszeit Frankreichs dem Lande gegenüber bewiesen. Wie groß und ivichtig sind die Dienste, welche dieses Welthan? fortwährend den großen Staats-

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