Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1883)
- Article
- Deutschland
- Date
- 1883-03-15
- Page
- 165 (sequence 2)
- Language
- German
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Outmann und T. M. Salomon unter dem Namen Pcfach Tikwah eine Kolonie in Ein Lebes bei Jaffa gegründet und später durch Anlauf eines größeren .Komplexes non ungefähr einer deutschen MeileLäuge und einer Viertel Meile Breite vergrößert. Anfangs schlossen sich diesem Unternehmen Mehrere ans Jerusalem an und bearbeiteten ihre erworbenen Strecken bis;um Eintritt des Erlaßsahres. Ans Mangel an Mitteln tonnten sie aber die Kosten des Hänserbanes nicht bestreiten, gaben daher das Unternehmen auf und verkauften ihr Eigenthnm wieder an die ersten Begründer. Von diesen hat aber nun eine neue ans vierzig Familien bestehende, mit den nöthigcn Mitteln versehene Gesellschaft ans dem europäischen Norden einen großen Theil des Bodens angetanst nnd sich verpflichtet, mindestens 40 Wohn- Häuser auf dem Grunde der alten Stadt Iehnd (Iosna 19, 45.) anfzuführen nnd sind jetzt sowohl die ersten Kolonisten als auch die jetzige Auswanderungsgescllschaft buvd) ihre Bevollmächtigten eifrig thätig im Häuserbau und Anlegung eines Brunnens. Die Kolonie liegt in einer der anerkannt fruchtbarsten Gegenden des heiligen Landes in Mitten reicher Slivengärten in der Nähe des Dorfes Iehudi, das wegen seiner vorzüglichen Wasserbrnnnen geschätzt ist und in ausgedehnten! Maße Strohmatten für Export erzeugt. Der Boden wird durch den nicht unbedeutenden Andiehftuß und den Bach Abolaya bewässert nnd verspricht einen reichen Ertrag edler Baumfrüchte und reiche Viehtriften. Die der Kolonie bestimmten Ansiedler sind bemittelte mit Arbeitskraft nnd Arbeitslust versehene Familien, die ihre neue Heimath auf durchaus jüdisch-religiöse gesetzestrene Grundsätze zu bauen beabsichtigen und alle' für Schule, Vehre und religiöse Pflichterfüllung ersordcrlichen Institutionen eines jüdischen Gemeinwesens in zweckentsprechender Weise herzustellen. Schon sind ihnen für die Zwecke der Kolonisation ansehnliche Unterstützungen, unter Anderem 10000 Mark von einem ungenanntbleibenden Wohl.Hüter, zngeflossen, und während sie die Aufführung ihrer Wohnhäuser, welches für jede Familie einen Aufwand von 8000 bis 90110 Mark erfordert, aus eigenen Mitteln zu bestreiten im Stande sind, so können sie doch zur Ausführung allgemeiner städtischer Anlagen, wie Brunnen, Mühlen, Backofen, Mikwah, Veth hamidrasch und auch Bedürfnisse für weniger Bemittelte, sowie für /VD-Zwecke der Mithilfe theilnehmnngsvoller Religionsgenossen nicht ganz entbchren. Möge diesem erfreulichen Unternehmen überall da, wo dazu die Aufforderung ergehen wird, eine opferfreudige Förderung in ersprießlichem Maße nicht fehlen. N a b bine r H i r s ch. Spenden für diesen Zweck nimmt die Redaktion des Jcschurnn gern entgegen. —i— Stallt, 11. März. Dem israelitischen Lehrer-Seminar für das Rheinland, welches unter der bewährten Leitung seines Direktors Herrn Rabbiner Dr. Plato seit einer Reihe von Fahren in segensnnd erfolgreichster Weise für die Heranbildung tüchtiger Lehrer in echt jüdischem Geiste wirkt, sind Korporationsrechle verliehen worden. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß diese hochwichtige nnd bedeutende Anstalt zu immer höherer Blüthe sich entwickele. Sie zählt in der Thal zu den hervorragendsten Instituten ans dem Gebiete des jüdischen Schulwesens Es sind ans ihr bereits ,eine ganze Anzahl wackerer, ihren Beruf mit Liebe umfassender, tüchtiger Lehrer hcrvorgegangcn. Oesterreich-Ungarn. * Prestburg, 1. März. Für das hier zn erbauende Asyl für arme verlassene Kinder wird reichlich gespendet, so daß der nöthigc Betrag von 40 000 st. hoffentlich bald ansgebracht sein wird. Doch hat sich die Parole: ״Kaust nicht bei Inden" in ״Bettle auch bei Inden!" verwandelt, nnd obwohl der Schah der hiesigen Anti-Semiten an der Spitze dieser Konimission sieht, fließen auch die Gaben der Inden Verhältnis-!näßig ein. Hoffentlich werden die Herren Scharitzer nnd Konsorten dieses semitische Benehmen nicht für strafwürdig Hallen nnd nach der Aktivirnng des Instilutes an dasselbe nicht vergessen. Belgien. M. Brussel, März. Daß hier die antisemitische Strömung, welche bei Ihnen im deutschen Reiche leider noch immer vorherrschend ist, fast gar keinen Boden findet, ist eine freudig zn konstatironde Thatsache. Eine Bestätigung des vornrtheilsfreien Sinnes, von welchem man sich hier leiten läßt, erblicken wir auch in der heutigen Wahl znm Senate, bei welcher der Sohn des verstorbenen Senators Bischoff'sheiin, Herr Ferdinand Bischofsshein! mit der imposanten Majorität von 2200 Stimmen gegen den klerikalen Kandidaten Baron Vinck gewählt wurde. öctrnl!jk!i!lge» über die 31tbmfragc m DeiiWimd. X. Der srnher erwähnte Vorwurf des ״nervösen Andrängens nach äußeren Ehrenstellcn" nnd die Ansstcllnng wegen der ״jüdischen Vereine" .sind überaus I bezeichnend für das Vorurtheil. Der Eine beklagt sich ן über die vorgebliche Sucht der Juden, sich bei össent-