Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1883)
- Article
- Österreich-Ungarn : aus Siebenbürgen [Nachricht]
- Date
- 1883-03-08
- Page
- 157 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ד 157 schuldige jüdische Kiudcrseclen für dieselbe zu gewinnen ' suchen; wo mehr Katholizismus uw Wissenschaft gelehrt j und gepredigt wird: wo die früheste Geschichte der Inden : verächtlich gemacht wird, indem man den Erzvater Jakob! und mit ihm das ganze Patriarchat, als schlaneit,! gemeinen Betrüger hinstellt, Esau hingegen als Muster rigoroser Frömmigkeit und achter Moralität glorisizirl: wo matt schließlich den zarten Mädchen die Hölle recht! heiß niacht, die Teufel möglichst schwarz malt und alle : Dämone gegen Diejenigen heranfbeschwörr, welche sich : nicht zu der allein seligmachenden Kirche bekennen —; wahrlich, da ist die Zukunft des Indenthums in arger Weise gefährdet. Die jungen Zöglinge empfinden bald : Widerwillen gegen den Väterglauben, der dann in 1 Spott und Hohn und zuletzt in Abscheu gegen ihre Religion und deren Bekenner ansarret. O, die ver-! blendeten Eltern! Wie sind sic doch so üttgstlich besorgt! um das inatcricllc Wohl ihrer Kinder; wie wachen sie! über deren leibliches Wohl, wie mühen sie sich Tag und Nacht und streltgen alle Kräfte an, um deren Glück zu begründen! Den schönsten Schmuck des Menschen, das herrlichste Gut des Herzens, den höchsten Schatz der Seele: Religion und Gottesfurcht aber entziehen sie! ihren Kindern! Die Thora. דת ואסונה, ist die einzige! Erzieherin, die treue Muner, die ihren Kindern; Himmelskost reicht. Wenn man aber sic ans der Schul-! stnbe weiset, wenn man ihr die Kinder entzieht, muß! man da nicht jammernd mit cinstimincn in das Klagelicd: נם תנין חלצו שד דנק לשון יונק אל הנו נצסאן!?; Mädchenschulen müssen errichtet und gesinnungstüchtige religiöse Lehrerinnen darin angcstcllt werden. Die Knaben! müssen mindestens bis 1:׳ Jahren in der Schule ver- : bleiben, daß sie wenigstens den Pentateuch mit רש׳י; und auch נביאים ראשונים mindestens gut und mit j Verständniß dnrehlernen. Dann, aber auch nur dann, j wenn ein ächtjüdischcr Geist in unserer Jugend gepflegt ' wird, können wir einer heil- und segcnsvollen, einer trostreichen Zitknnst zuversichtlich entgegen hoffen, im ן Hinweis auf die schöne prophetische Verheißung הנאים ישרש יעקב יציין ונדה ישראל, nur durch die kommenden,! Heranwachsenden Geschlechter kann und soll Jakob : Wurzel fassen: daun wird Israel neue Knospen und j Blüthen treiben und reise, herrliche Früchte zeitigen! : N ußland.! —k— Cbcffa, 28. Februar. In Nr. 4 hatte i ich gemeldet, daß die ausländischen Juden, welche sich! hier aufhalten,- ansgcwiesen werden sollen. Es ist nun - die Verfügung getroffen, daß diejenigen, tvclchc zur! ersten Gilde gehören und steuern, bleiben dürfen. Die! Mehrzahl gehört aber einer geringeren Klasse an und j suchte in Petersburg durch die Konsuln die Vergünstigung - zu erlanget!, gegen Zahlung der zweiten Gilde die Erlaubniß zum Verbleiben zu erhalten. Dieses Gesuch soll aber nach der ״Odessaer Zeitung" abschläglich bcscbieden worden sein. Es hat also bei der ursprünglichen Verordnung sein Bewenden; nur ist für die größeren Geschäfte eine Zeit von drei Monaten beivilligt worden, nm ihre Beziehungen abzutvickeln. — Dein interessanten Werte ״Ans Japan nach Deutschland" von Wilhelm Ioest entnehme ich die jolgendc beachtcnswerthe Bcmerknng über das jüdische Element der sibirischen Bevölkerung. Die Juden bilden unter der unsauberen, trunksüchtigen Bevölkerung nächst den Deutschen und Ehinesen den besseren Theil der Einwohner. Sie sprechen alle deutsch, und cs ist cigenthüinlich, ״daß hier im Herzen Asiens russische und polnische Juden und deren Abkömmlinge die Vertreter des Deutschthnms sind, während man diese in unserm lieben Vaterlande nicht als Deutsche gelten lassen will." Nnmänien. —j Bukarest, 28. Februar. ״Das Sukkursal- Könnt«';" zu Galatz macht in einer össcnllichcn Knudgebung, in welcher es die gegen das ״Zentral Könnt«'׳" von einigen Seiten erhobenen Klagen als grundlos bezeichnet. 11. A. bekannt, daß die in Samarin für die jüdisch-rumänische Emigration nach Palästina erworbenen Ländereien sehr billig angetanst seien und für die Ansiedler hinreichend Raum gewähren. Auch seien die Letzteren sehr gut versorgt und mit Ackergeräthen und Lebensmitteln hinlänglich versehen. Niemand habe über Mangel zu klagen; Alle seien sehr zufrieden. Die Leute seien durclnveg thätig und emsig; cs seien nur Wenige, welche hiervon eine Ausnahme machen. — In fast allen (Gemeinden rührt man sich energisch, um das Werk der Emigration nach Palästina zum Zwecke des Landbancs zu fördern. Der ״Hajoc.z" mahnt eindringlich, während der Wiiuermonale nicht lässig zu sein im Ansammeln von Geldern, um die palästincusischc.Kolonie zu stärken und eine vermehrte Auswanderung dorthin ans Nnmänien zum Frühjahr zu ermöglichen. Er weist auf die unsichere Existenz vieler Tausende in Rumänien. Der Landbaa in Palästina aber gewähre eine gesicherte und geachtete Nahrungsguclle. - Die Fleischhändler haben sich verpflichtet, zivci Prozent ihres ivöchcntlichen Nutzens diesem Zivecke zu widmen. Mögen Viele diesem Beispiele folgen! .Kollektiv-Berichte ans Ungarn. VI. Gegen Ende des Jahres!874 besprachen wir im