Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1883)
- Article
- Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
- Date
- 1883-03-08
- Page
- 156 (sequence 2)
- Language
- German
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WirknngsgebietS fallende Kranke in der angedenteten Weise zu sorgeit, so hat doch seine Bruderhand bereits Bielen geholfen. Er konnte im Jahre 1682 ft.' 4764.84 verausgaben, welche ans etwa 1 <n8'> einzelnen spenden sich zusammensetzen. Möchte doch das Bewußtsein in den Kerzen unserer Gemeiildeiititglieder lebendig werden, das: der Bereiu sich der Ausführung einer Obliegenheit widmet, welche in dem vollen Umfange ihrer Beranlwortlichkeit auf jeden hiesigen Juden ruht. Dann würden in reicherem Maste die Mittel flüssig werden für die wahrhast edlen Zwecke des BcreinS und fortan kein Jude in Nmh und ENwissenSpein in unseren Krankenhäusern schmachten. Dem Bor,'lande aber gebührt der herzlichste Dank uird die höchste Anerkennung — Airs Brünn wird gemeldet: In der Nacht von Freitag auf Samstag stürzte in Ungereigen bei Angern der israeliliscke Tenlpel ein. Gtücklicherlveise lvnrde, da sich lim jene Zeit Ocioniaub mehr in demselben befalld, auch Niemand beschädigt, während die Katastrophe, weiili sie einige Stunden früher, schon an! Abend etwa, eingelretell wäre, ein linbeschreibliches Uilgtück herbeigeführt hätte, da ilm diese Zeit der Teilipel von zahlreichell Alldächtigen beslicht war. Durch den Einsturz de'S Gebäudes giilg auch ein Glaslnstre von historischem lind Knnstwerth zu (^rliltde, welchen die Kaiserin Maria Theresia der Indcngemeinde gewidmet hatte. *I* Pest 4. März. Die in den ״Kollektiv-Berichten alis Ungarn" voll Ihrer Zeitlllig gebrachten Scknldrrnngen erregen hier allgemeines Interesse. Man ist sehr begierig, welche Stellung derWaage-Korrespondent zn der Kllndgeb'.nlg des Herrn Oberrabbiner Knnsladt zu (^rostwardeill eiililehmeil lvird. Herr Klirlsladt steht einer l8tntll^->ln>>-Genleinde vor und fordert alle Status- <1n<׳-t^emei1ldell auf, ihre Adressen ihm eillzilsendeil nlld zwar ״in ihrem eigeilen Interesse". Wir glauben, das: die Kanzlei der Orthodoxen alle Ursache hat, ans diese Kundgebung zu achten. Daß doch Alle, denen es mit unserer heiligen Sache rechter Ernst ist, die Mahnnilg unseres Ahnen Jakob beherzigten: י ה אב פ ו• Nach der tiefen Auffassung des Begründers des ״Ieschnrnn" heistt dieses ilichtS allderes als: Oalnmelt elich Alle in Einelli, lasset Eil-ch Alle voll deill Eilten Gemeinsamen llinsallgen und anfnehnien'. Wahrlich, eilte Mahnuna, die nirgends mehr am Platze ist, als heute in unseren gesetzestrenerl Kreisen, deil ״orthodoxen", wie denjenigen der orthodoxen ״Statns-<juo-Gemeindcn." Haben sie doch beide ein ״Gemeinsailles" llnd wegen dieses ..Gemeinsamen" sollten sie einig seilt und sich in diesem ״Eilten" znsammensinden zum ״gemeinsamen" Wirken,;11 r ,.gellieiilsanten" Abwehr. — Nach den statistischen Mittheilungcn waren im Jahre k 682 von 331>49 Gyniliasialschülern 6146 Inden; die Letzteren haben an den Schnleu seit 1871 um 160 Prozent;!!genommen; sie stehen in Betreff des Besuches von Gymnasien und Nealschnlen allen anderen Konfessionen voran nlld legen somit eilt lobenswertheS Streben ltach Bildung an den Tag. -- Der Abgeordnete Jstoezy intcrpellirtc den Minister wegen der Entziehung dcS PosldebitS in Bezug auf den von Simonch herausgegebenen ,,W.'stnngarischen Grenzboten" seitens der österreichischen Negierung. Einige für Deutschland bcftimmtc Exeinplare dieses jndenhetzerischen Blattes waren in Folge fehlerhafter Kartirnng in daS für Oesterreich bestilnntte Packet gelangt tiitd wieder ltach Prcstbnrg ziirückgekoiitllten. Jstoezy schilderte diesen ,,die intcrnationalen Berträge verletzenden BO st brauch" lind frug, tvelche Abhülfe dagegen getroffen werden sollte. Der Minister wies die Beschwerde mit dem Bemerken znrück, das: dies gerügte Berfahrelt lediglich Folge der tnangelhaften Kartirnng sei; die ״internationalen Vertrüge" hätten mit der Sache ttichtS zit thnn. Es ist allerdings im höchsten Grade bedanernswerth, dast die österreichische NeichShälste der durch dies Simonyrsche Organ verbreiteten Aufklärung nicht theilhaftig werde:! könne: deren Gesittung und Bildung wird freilich dadurch bedeutender Abbruch zngefügt; der edle Sport der Judenhctze wird von Niemandem so gründlich betrieben, wie von diesem ,,Grenzboten" lind ihr könnt euch nicht daran ergötzen, arme österreichische Brüder! WartlNt wohnt ihr!licht diesseits der Leitha?! Man muutclt davon, dast demnächst eilte graste Einwanderung von Oesterreich ans in Ungarn stattfinden wird — die Oesterreicher lechzen ltach den Artikeln des ,,Weyungarischen Grenzboten". r. Prag, 26 Febr. Die Aufopferungsfähigkeit der Antisemiten verdient graste Anerkennung-, um das Bakerland zu retten, geben sie das Thenerste. selbst den Unterricht ihrer Kinder, Preis. . Der Ortsschnlrath in Smichow halte einen Lehrer, -Herr!! Fischer, zufällig Jude, als den Geciguetslen zur Besetzung einer vakanten Stelle an der deutschen BolkSschulc in Borschlag gebracht. Was that der BezirkSschnlrath'? klm das Wohl der Jugend besorgt, stellte er einen weniger geübtelt und minder tüchtigen Lehrer an. Dem -Herrn Dechanten Swehla gebührt das Berdienst, ztt dicscilt lveisen Elttschlitst die Anregnng gegeben zu haben; er legte Berwahrnng dagegen eilt, dast ein jüdischer Lehrer angestellt werde. Einen Lorbeerkran; dem Ehrenmanne! >V. Amitai. 3! w? Siebeubürgell. (Schluß.) Da ist höchstens Gleichgültigkeit gegen daS Judenthum vorhanden, daS nicht verstanden, weil nicht gekannt lvird. Dort aber, wo die unschuldigen Mädchen vom vierten bis zehnten Jahre, — der für die ersten Eindrücke von außen empsänglichsten Periode — in Klosterschulen gegeben werden, wo die devoten fanatischen SororeS ihrer Religion Weihrauch zn opfern glanbcn, wenn sie un-