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Jeschurun · 1883-03-01 · Heft 9 (1.3.1883) · p. 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 9 (1.3.1883)
Article
Österreich-Ungarn : Pest [Nachricht]
Date
1883-03-01
Page
140 (sequence 1)
Language
German
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140 Oesterreich-Ungarn. *|*<Pcft, 23. Februar. Die judenfeindlichen Reichstags-Abgeordneten, im Parlameitte geschlagen, geben ihre LKsrrelningen nicht ans. Wie man sich erzählt, haben sie den Plan gefaßt, den 2!. StephanStag, 20. August, zur Einberufung eines enttiselnitischen Laudeskongreff'cS zu benutzen. 2b bei dieser Wahl der Gebaute vorherrschend ist, vermittelst der Erinnerung an den großen ersten Magyareukönig, welcher auch als Ueberwinder be* HeidenthumS in Ungarn gefeiert wird, christliche Liebe hmb Sanft mnth unter den heutigen Magyaren zu erwecken, oder ob sie sich au dem Beispiel Stephan des Heiligen erheben wollen, um in derselben Weise wie er gegeit die Heiden mit Feuer und Schwert vorgegangen, also wider bic Juden ansznstehen?'? Hängt mit diesem Plane vielleicht auch die aufregende Mittheilung. des im Dienste der Antisemiten stehenden ״Fnggctlcnseg" zusammen, welcher von einem abermaligen, angeblich an einem 15jährigen christlichen Mädchen durch Juden verübten ״rituellen Mord" berichtet?'^ Es ist wahrhaft empörend, zu welchen Mitteln unsere'Feinde greifen. Nichts ist ihnen zu niedrig, um ihren gehässigen Plänen, zu dienen. Das Faktum, von welchent die erwähnte Zeitung Anlaß nimmt, unter Hinweis ans das bevorstehende Passahsest die jüdische Bevölkerung verruchter Blutgier zu zeihen, ist in Kürze das Folgende: Bei Herrn 2amnel Poliber, Postmeister in Tisza-Szem- Jmre, befindet sich eine Magd, welche vor etwa 4 bis f> Wochen das Unglück hatte in einen Brlinnen zu fallen und zu ertrinken. Die von dem Kreisarzt Dr. Weißbergcr und dem Bezirksarzt Dr. Koloman llij vorgcnommene Sektion der Leiche stellte ״Tod durch Ertrinken fest!! — Wir haben mehr denn je unfern flehenden Blick zum שוטר ישראל zu erheben und auf seinen gnädigen Schub zu bauen. Möge er die Anschlage unserer Feinde vereiteln! W. Ainitai. ׳Ans Siebeilbiirlzcii. (Forschung.) Allein die betrübende Thatsache deS Mangels an! hebräischen Unterrichte!ritt zum tiefen Leidwesen eines jeglichen ernsten Jehndi auch dort in schrecklicher und erschreckender Gestalt hervor, wo wohlorganisirte jüdisch - konfessionelle Schulen faktisch bestehen. Wir sehen da, wie jüdische Knaben zu 5 bis ü Jahren in die Schule cintrctcn, die Elcmcntarklasscn im Berlanfc von 2 Jahren mechanisch durchmachen und zu 8 Jahren die Schule schon verlassen, um das Gymnasium zu besuchen, um sich an dem Niesenbaum des klassischen Wissens wie das Ephen emporranken zu können. Daß eine solche Weise keinen ganzen Menschen, sondern nur Geisteskrüppel und WisscnschaftS-Korruptcl zu Tage fördern müsse, überlassen wir der Veurthcilung eines jeden Einsichtsvollen. Wir können jedoch unser schmerzlichstcS Gefühl nicht unterdrücken, daß hierdurch die Zukunft des JndeuthumS untergraben und dessen Lebensnerv durchschnitten wird. Man denke sich eine jüdische Schule, wo die Knaben nie die המשה הונזשי תורה durchmachen, keinen פכוק רשי je lernen, keinen blassen Begriff von der reichhaltigen ׳Abhandlung in הורת נהנים, fast keine Ahnung von den ת׳ר׳י׳ג נהיות haben; denen keine Kunde je zugekommeu ist von den großen GotteSmänneru נביאים ראשונים ואחרונים, die selbst keine Spur kennen von der reichhaltigen jüdischen Geschichte; wo man schließlich Kinder zu 8 bis 9 Jahren, bevor sie noch eine matte Borstell'ung vom jüdischen Leben haben, ja, bevor sie noch regelrecht יברי) lesen und beten gelernt — schon fast jeglicher Unterweisung in den Neligivnskenntnisscn entziehet, um sie dem Götzen des modernen ״Zeitgeistes״ zu weihen und zu widmen. Konnnt hierzu noch der Umstand, daß (*ונזרי תורה nicht existiren, keine ישיבה von thorabeflissenen Talmndjüngcrn vorhanden und so gar keine Anregnng zu irgend welcher NeligionSkenntniß gegeben ist, so vollendet sich ein Bild jüdischer Verkommenheit in schrecklicher Gestalt. Ist diese Erscheinung allein schon hinreichend, das Her; mit Kümnierniß und Vetrübniß zu erfüllen, so wird dieselbe von einer noch viel tranrigern ans dem Gebiete der Mädchencrziehnng weit übertrosfcn. Die jüdischen . Töchter sollen einst jüdische Mütter, Erzieherinnen ihrer Kinder werden. Sie sollen junge Wesen für Thora und Aboda, zu wackeren Bürgern und ernsten Inden heranbilden. Hierzu ist aber außer profanein Wissen schon in frühester Kindheit der Grund zur Kenntniß jüdischen Wissens zu legen, zur Erwärmung des Herzens, zur Erfrischung und Belebung deS GemüthS und zur Erleuchtung des Geistes. Wenn aber die Mutter selbst nie eine jüdische Erziehung genossen, welch' nachhaltig wirkender Einfluß läßt sich dann durch sie auf die Kinder erwarten'? Welche Knospen, Blüthcn und Früchte können aus einem verwahrlosten, ungepflegten Stamme hcrvorgehcn'? AnsolchcnOrtenjedoch,wo für die religiöse Unterweisung der Mädchen, wenn anch nur spärlich, gesorgt wird, aber kein dem Judenthum feindliches Element das Gemüth vergiftet, ist cS trotz der religiösen Unwissenheit noch nicht am Schlimmsten bestellt. (Lchluß folgt.) ..f. Wien, 23. Februar. Die ״W. Allg. Ztg." veröffentlicht die folgende Erklärung des berühmten Gelehrten Dr. Aug. Wünsche, welche von großer Bedeutsamkcit ist: ״Zu wiederholten Malen hat Professor Rohling die Deutsch Morgenländischc Gesellschaft zum Schiedsrichter betreffs der in seinem .Talmud-Jndeick gegen das Judenthnm geschleuderten!!nmoralischen Glaubens- und Sitten lehren angerufen. Die scheußlichen und verabscheuungswürdigcn Folgen dieser bösen AuSsaat liegen in der derzeitigen Antisemiten-Bewegung

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