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Jeschurun · 1883-02-15 · Heft 7 (15.2.1883) · p. 108

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 7 (15.2.1883)
Article
Deutschland : Bremen [Nachricht]
Date
1883-02-15
Page
108 (sequence 2)
Language
German
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108 Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts; — und wenn ich alle meine •{vilu' den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hälie der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze; — die Liebe isl langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht — (1. (ioriml)iT 13, 1—0 £111 Prediger an : der ״Friedenskirche" sollte dieses doch wissen und be-! herzigen und nicht den Fenerbrand in ein friedlichem Gemeinwesen schlendern, in welchem die Burger in Liebe und Friede einträchtig znsammenwohnen. Wahrlich der Herr Pastor verkennt feinen Friedensbernf, er achtet nicht auf die Mahnung: ״die Liebe eifert nicht." g. Leip zig, 2. Februar. Der Antrag der Deutsch-- Konservativen auf Abänderung der Eidesleistung scheint auch in den eigensten Kreisen nicht ungetheilte Sympathie zu besitzen. Es tvird erzählt, das der Abgeordnete von Schwarze, sächsischer Generalstaatsanwalt, sich dahin ausgesprochen habe, diese Forderung der christliehen Sozialen werde niemals Gesetz werden. —h— Memel, •1. Februar?״) Am Freitag פ' טשפטים traf ans Königsberg die Trauerbotschaft rin, daß Nabbi Israel Salaltt (Lipkin) seine irdische Laufbahn im Alter von 72 Jahren beendet. In der Nacht vom Donnerstag zu Freitag erlosch dieses Licht Israels. Weine Israel, klaget ihr Kinder Jakobs! נ' נלקת ארון א^קי׳. Dem größten Theil des Indenthnms brauche ich nicht zu schildern, lvas wir verlieren, und von den 3\-> Millionen rnssischer (Glaubens genossen darf ich behaupten, daß es Keinen giebt, der bei der Tranerknnde es nicht tief und innig empfindet, daß Israel in der That eine seiner herrlichsteit Kronen verloren hat. Für die Wenigen jedoch, die den Verewigten nicht gekannt haben, mögen mir einige Worte gestattet sein. Wie der Wiluaer Gaon Nabbi Elija durch Gel ehrsamkeit sein Jahrhundert überstrahlt, Generationen vor sich verdunkelnd, ebenso leuchtet der Gaon Nabbi Israel in itnserer Zeit durch Wissen und Tugend. Das Indenthilm hat vielleicht seit Jahrhunderten keinen größeren צדיק ansznweisen und unser Geschlecht keinen ihm eben׳ bürtigen :הרץ. Mit den seltensten Fähigkeiten begabt, war der Verewigte als Kind schon als ליי).' berühmt. Seit seiner srüheslen Jugend saß er zu den Füßen von גאו:' ארץ; sein ganzes Leben war ununterbrochen aitsschließlich der תירה ועבודרז gewidmet. All sein Denken und Trachten war der Verbreitung von תורה und der Veredelung seines Volks zngeivandt. Es gab keine Minute in seinen: Leben, die!licht dem Dienste Gottes geweiht war. Erhaben über alles Irdische, war ihn! das Verlangen nach Ehre oder Geld vollständig fremd, und Niemand, selbst nicht seine schärfsten *) Anmcrk. d. Ncd. Zu unserem Bedauern nach Schluß der vorigen Nummer augclangt. Gegner, hat von ihm je eine eigennützige Absicht zu behaupten gewagt, Alle seine Handlungen waren rein לשם יצטער und sein Lernen im vollsten Sinne des Wortes תורה לשניה,. Niemals, auch nicht wenn er die hervorragendsten הדושי תורה vorgetragen, hat man irgend eilte Ueberhebnng bei ihm wahrgenommcn. Man darf von den: Verschiedenen sagen, er war eine נשטה ם" א כרף. Als der Verewigte in seinen vierziger Jahren in W!l!ta einen שיעור sagte, galt allgemein der Aussprach: sein הריפת gleiche dem des Verfassers vom שענת אריה. Wie vermag meine schwache Feder die Größe unseres Verlustes zu schildert: und wie darf ich, erschüttert von: ersteil Eilldrllck, es versuchen, ein abgcrunderes.- Lebensbild dieses großen Mannes zu bieten. Hoffentlich werden sich hierfür Berufenere finden. Ich werde mir später vielleicht erlauben, einige Punkte seines Lebens hcrvorzltheben. Hellte will ich nur noch hinzllfügen, daß man von den: Verewigten behaupten kailil, er habe in seinem ganzen Leben nicht nur kein Wort לשון הרע gesprochen, sondern auch kein solches Wort angehört. Für ganz Israel ist der letzte Freitag ein Tranertag! ופל פ' י' יפנו את תשרפה אשר שרק. ה' Ullsere Gemeinde hat ganz besonders Ursache zu trällern, da der Verewigte viele Jahre in unserer Mitte gelveilt hat und wir ihm die Erhaltung des gesetzcstreuen Lebens zu verdanken haben. Möge Gott tröstei: sein Volk. 1׳. Aus Westfalen, 4. Februar. In der jüngsten Alisgabe Ihrer Zeitung beginnt Herr Dr. Gugenheimer eine ernste und sachgemäße Kritik des Jnstus'schen Pamphlets ״Indenspiegel". Es lvird Ihre Leser interessiren, daß der Redaklelir des ״Wests. Merkur", Herr Johannes Hosfmann. wegen eines Referats über dieses Machwerk von dem Münster'schen Gerichte zur Verant'.vortllng gezogen ist. O e st e r r e i ch - U u g atu. f Wien, 10. Februar. Der bedeutendste Pianist der Gegenwart, der gefeierte Franz Liszt hat sich veranlaßt gesehen, in einem Schreiben an die ״Gazette de Hongrie" gegen die Verdächtignltg judeufeindlicher Gesinnnng, lvelche man ans cinigeil Sätzen feiner 1859 erschienenen Schrift: .,Oes ISolM'imeiis <*t. de lern* iiiusiqiu* lmi liuugTi^״ herauslesen kalln, Verwahrung einznlegen. Er beruft sich ans seine vergangene 5(>jährigc Laufbahn, währelld welcher er vielfach mit Juden in Beziehung getreten, unb bezeichnet ״Eharitas" als die Parole seiltes Lebells, der er bis in den Tod treu bleiben werde. — Am 15. d. M. wird voraussichtlich im Herrenhanse der Bericht über das Schulgesetz zur . Verhandkllng konilnen. Dasselbe ist durch die betrcsscndc Konnnission in mancher Hinsicht erweitert worden.

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