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Jeschurun · 1883-01-25 · Heft 4 (25.1.1883) · p. 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 4 (25.1.1883)
Article
Rußland : Kiew [Nachricht]
Date
1883-01-25
Page
62 (sequence 2)
Language
German
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62 Dezember und tautet dasselbe wörtlich״Alle Juden,! welche Käppchen tragen, werden mit einer jährlichen! Steuer von 5 Ml. zu Gunsten der Ftcischpacht belegt."! Dieses Gesetz ist bis heute noch nicht aufgehoben worden!! In einer Notiz in der ,,‘31. fr. Presse" Nr. 6606, die mit A. M. unterzeichnet ist und sich an die in der Originalkorrespoudenz aus Petersburg v. 6. Jan. 1883 enthaltenen Reproduktion eines der ״Ruskia Starina" entnommenen DepcschenwechselS zwischen Warschau und Petersburg, anläßlich der Unruhen im Jahre 186 l anlehut, heißt es berichtigend, daß unter den 5 Notabeln, welche damals zusammen mit dem Erzbischof Fialkowsky dem Fürsten Gorlschakow die Kollektiv-Bittschrift an den Ezar überreichten, auch der damalige Qbcrrabbiner in Warschau, Bär Meiscls, der später ällch Mitglied der städtischen Behörde (Delcgacha Miasta Waszawy) war, sich befand. Der Einsender betont, daß cs ihm ein leichtes war, ein klares Bild der damaligen Vorgänge zu erlangen, weil er eben mit Weisels in enger verwandschaftlicher Beziehung stand. ES heißt dann in dem Berichte weiter: Dank dieser zwiefachen offenen Parteinahme mußte Rabbiner Mcisels daS allerhöchsten OrteS erregte Mißfallen mit 4 monatlicher Kerkerhaft entgelten. In die feuchten Mauern der Zitadelle gesperrt, blieb er unerschütterlich, weder Drohungen noch Verheißungen seitens der Regierung vermochten ihm irgend ein Geständniß zu entlocken, und erst als alle Versuche au dem festen Willen dcö Gefangenen scheiterten, wurde er aus Mangel au Bcweismaterial für ein Schuldcrkenntniß cutlaffcu — freilich nur, um deS Amtes beraubt, in! vorgerückten Alter eineni trostlosen Exil entgegen zu gehen. War scheut. Nach der ״Germania" werden bei einem im laufenden Monat in Kiew im Licitationwege stattfindendcu Verkaufe von Landgütern in Ukraine, Podolien und Volhynien Polen und Juden von der Thcilnahme an der Licitation ausdrücklich ausgeschlossen. Die Gerüchte, nach welchen der bekannte Ukas, auf dem obige Einschränkung basiri, ausdrücklich aufgehoben oder doch stillschweigend außer Uebung gesetzt werden, entbehret jeder Begründung, wie aus der allerneusteu amtlichen Verlautbarung über den im lausenden Monat in Idilna staltfiudenden zwangsweisen Licilationsverkauf von 15 lithauischcn Landgütern hervorgcht. Auch diesmal werden in den Licitationsbedingnugen Personen polnischer und jüdischer Abkunft von der Konkurrenz ausdrücklich ausgeschlossen. Odessa. Nach dem ״Od. Weftnik" soll sämmtlichcn ausländische Juden, welche nicht zur ersten Gilde steuern, die Erlaubniß zum Geschäftsbetriebe entzogen werden. In Folge dessen verlassen viele der von dieser Verordnung Betroffenen das Land. Griechenland. Man meldet der ״N. fr. Pr." aus Athen, daß die Muselmannen und Juden in Thessalien infolge gütlicher Intervention ihrer geistlichen Behörden sich dem griechischen NekrutierungS-Gesetze, das am 1. Januar er. in Kraft tritt, unterworfen haben. Palästina. * Jerusalem. In der marokkanischen Gemeinde herrscht große ArmuLH und Noth, trotz des Fleißes und der Genügsamkeit ihrer Angehörigen. Mehr als taifcfcnb Personen entbehren das Nothwendigste. Die Missionäre machen sich diese traurige Lage zu Nutzen, indem sie die Armen durch Zuweisung von Arbeit an sich zu ziehen suchen. Von Seiten der Gemeinde sind energische Maßregeln ergriffen worden, um diesem Gebühren cntgegenzutreten. Das wirksamste Mittel wäre allerdings, durch Zuwendung von Geldmitteln der Noth der Unglücklichen zu steuern und dadurch der lockenden Versuchung den Reiz zu nehmen. Mögen unsere. Brüder im Abendlande sich unser erbarmen und dem Elende abhelfen, damit nicht die Verzweiflung des Hungers die Aermsten der MissionSgejellschaft in die Arme führe. Kollektiv-Berichte ans Ungarn. 0• Fortsetzung.) BemitleidcnSwerth sind jene wahrhaft orthodoxen Rabbiner, welche in konservativen Satus gno-Gemeiuden fungireu, auf diese kann mit Recht angewendet werden יוסף הביר את אהיו והם לא הכירוהו, sie bekennen sich zur Orthodoxie, leben und wirken in streng orthodoxem Sinne, sie sind צדיקים (סורים, aber die konstituirte Orthodoxie will sie nicht in ihren Index ausuehmen, weil sic in konservativen 8tn4nä-c^10-Gemeiuden amtiren. Man ist in manchen Kreisen geneigt, den Wärmegrad der Religiosität als Gradmesser der Bildung und vice versa anzuuehmen, was aber mit der Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen ist. Wir wollen keine Namen nennen, aber wir könnten zahlreiche Gemeinden rcgistriren, welche auf ihre Angehörigkeit zur Kongreß- Partei nicljt wenig stolz thun und mit großer Vorliebe das Prädikat ״Fortschrittsgcmeinde" sich beilegen, in deren Mitte aber kaum 3 Personen deS korrekten Schreibens und Lesens kundig sind; während wir an der Spitze streng orthodoxer Gemeinden wissenschaftlich gebildete Männer sehen, wie solche selbst im Vorstande der Pcstcr Reform ׳Gemeinde nicht alltäglich sind. Das Talmudstudinm wird in den meisten orthodoxen und konservativen 8tatus-gno - Gemeinden gehegt und gepflegt; weniger jedoch in den chassidäischen Gemeinden; in den nicht konservativen Status-quo-

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