Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1883-01-11 · Heft 2 (11.1.1883) · p. 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 2 (11.1.1883)
Article
[Rezension]
Date
1883-01-11
Page
27 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2932996-2932999--11667-2951589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

37 Talmudstndium zu weckenund -zu.beleben. An der Hand eines , einsichtigen .Lehrers werden die Schüler durch . diese .Chrestomathie. leichter, als eS . bei -- wenig Zeit, sanft möglich .wäre,.׳.mit. dem..Talmud und. seinen hauptsächlichsten Kommentatoren vertrant und :zum ernsten-Studium in den.Quellen׳.vorbereitet. KorresPouderizc!! und Mchmhicil. Deutschland. .:Hannover, -9.. Januar. Die.-von dcm.chicsigcn Borstande.cingcrcichte Vorstellung hinsichtlich der Er- Höhung .der dein Votum der -.Synagogengcmeiiide Hannover bei der LaudrabbincrwahlzusichendcnSüinmenzahl,- von 2 aus 16.oder .17 Stimmen, liegt.aggenblicklich.dcm Ministerium zur.Entscheidung vor. -Dem Vernehmen nach hat der:.gegenwärtige:Verwalter dcS Landrabbinats, .Du.-Gnttmann zu HildeSheim, diese Vorstellung bei der .Behörde nicht befürwortet und diese.sich -nicht.für .kompetent -erachtet, selbstständig darüber. zu - beschließen. -.Welche -Stellung das Ministeriunl eiunehmcn wird, läßt.sich kaum.-vermnthcu, dagegen dürfte cS wohl.nicht-bezweifelt-werden, daß die Gemeinden sich -bei.einer, .die Wünsche Hannovers erfüllenden ministeriellen Entschließung schwerlich beruhigen, vielmehr.eS.versuchen würden,-den .staUisquo dcS .WahlmoduS zu erhalten. (Siche weiter . unten Lüneburg.) -.Cöthen. Gestatten Sie mir, die Spalten Ihrer Zeitung zn-folgender Anregung. Es.fehlt uns.ein Verein zur-Förderung der spezifisch,jüdischen Wissenschaft, die.in-dem Forschennn-Bibel uud Talmud .den Gipfel ihres Strebens sucht. In früheren Zeiten, ..als ׳an.-jedem-Orte:sich, ein LchrhanS erhob, - von.wo aus die Kenntniß unseres SchriftthumS - in-die Gemeinden getragen und -talmudische-Erörterungen, .kanni gedruckt, ,zum geistigen Eigenthum .von Taufenden - gemacht wurden, da bestand ein Bindemittel zwischen den geistig Strebenden in Israel. Wie:ist es.aber-jetzt? Die 5tcnnlniß des Hebräischen schwindet, immer-.mehr; das. keineswegs unzählbare Häuslein der-Talmudsorscher lichtet, sich, und cS fehlt leider der.Nachwuchs. -Einsam sitzen wir in unseren Studirzimmern, mit dem redlichsten Willen, -in. unserem-Schristthum heimisch zu-werden; — aber es fehlt .an dem -lebendigen, belebenden Meinungsaustausch, an - dem GeistcSkampf, der von-Liebe und-Einmütigkeit getragen,.-zur Mehrung und Vertiefung der - Thorakennnriß führt. -Manchem ist-darüber der Foliant auS der Hand.geglitten, und ersucht .eine Entschuldigung in .der allerdings kaum zu leugnenden .Thatsachc, .daß Einsamkeit..mit ruchten das Studium. des Talmuds. fördere. Die bestehenden Fachzeitschriften wende!; sich meistcnv an einen zu beschränkleirKreiS, und die jüdischen Zeitungen können bei - bat vielen anderen Gegenständen, denen sic sich widmen .!nüssen,: kaum eingehend strengwisseujchaftliche Fragen zur ׳.Erörterung bringen. ES. dürfte sich deshalb empfehlen, alljährlich Versammlungen zu veranstalten, in welchen! biblische - und talmudische Themata zur Verhandlung .gebracht würden. Ein solcher lebendiger ׳Austausch der Gedanken trügt wesentlich :zur. Förderung und Hebung..dcS ..Studiums bei. -In dieser׳Erkenntnjß wurzeln doch auch. die. Bcrcinignngen .der Philologen, .Juristen, ..Schriftsteller, Naturforscher u.-s. w. Wenn Zeit und ..Mittel für Nabbinervcrsammlnngcn, .welche leider vornehmlich , im Dienste - der ,Zerstörung wirkte!;, vorhanden waren, warum denn nicht auch für Bestrebungen zur.Erhaltung und zum Aufbau? Wir.möchten hiermit.diesen Gcdanken -angeregt haben, und würden. uns sehr, freuen, wenn derselbe allseitig.erwogen und.Hssentlich erörtert!vürde. Ludw. A. Noscnthal, .Prediger d. ׳Syuagogen-Gemcindc. Virneburg. -Aus..der:vorigen Nnnuner dieser Zeitung-haben wir vernommen, ׳.daß die Synagogengemeinde Hannover sich nicht damit begnügt, durch das ihr als Sitz des Landrabbinats gesetzlich zustchcudc Necht der Präsentation den maßgcbendslen Einsluß auf die Landrabbinerrvahl . aiiSzuübcn, daß sie - vielmehr danach slrebst-anch durch eine Vermehrung ihrer Stimmen das ohnehin schon sehr-bcschc.idcue.Wahlrccht.der übrigen Gemeinden noch mehr zu beschränken. Wenn ihrem Verlangen uachgcgcbcn werden sollte, -daß sie bei-der Wahl über 17 Ltimmcn verfügt, so würden von den übrigen 49 Gemeinden nur 9 mit Hannover zn-votiren haben,-um die cinmüthige Abstiuunnng der anderen 49 - Gemeinden völlig aufzuheben; eS!vürde dann der Fall eintretcn.können, das;!.0 Geincindcn 40 Gemeinden majorisirlcn! Man sollte doch glauben, daß dieses keineswegs - in dem Bereiche der Billigkeit liegt. Hannover hat.eS ja völlig in der Hand, vermöge des PräseutatiousrechtS drei Kandidaten ans den Wahlaufsetz zu bringen, welche ihn! Alle genehm sind; cS benimmt deshalb ohnehin schon thatjächlich die -Wahl nach seinem Willen, das sollte ihm-doch wahrlich gcnügen. Die übrigen Gemeinden-werden - sicherlich .nicht eine Ausdehnung dcS übermächtigen Einflnfscs der Hauptstädtischen-Gemeinde auf.die Landrabbinerioahl.;!!geben, solange ihnen noch irgend.cm gesrtzlicher-Weg offen, ftct)t, dagegen sich zu.verwahren. Nogascu. In diesen Tagen erging an den hiesigen Rabbiner Herrn Dr. Pleßner Seitens deö Lstgnjtzer Central --KomitäS -.der. ^Uj2.ne<:!israclite

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.