Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1883)
- Article
- Was wir wollen
- Date
- 1883-01-04
- Page
- 2 (sequence 2)
- Language
- German
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väterlichen HciligthnmS zu cimnüthigeur Zusammen-! wirken geeint. 1 Selbst die beklagcnswcrthcn, jeden Freund mcusch-! lieber Gesittung mit noch herberem Schmer; als die! nnminetbar davon betroffenen jüdischen Unglücklichen \ zn erfüllen geeigneten Ereignisse tonnen doch nicht unthin, verderblich gewordene Illusionen zu zerstreuen, mit denen man im Anfänge des Jahrhunderts die jüdischen Söhne und Töchter der Zeit zun! Abfall von der alten jüdischen Gewissenhaftigkeit nur zu gut zu verlocken verstanden hat, uitd sind ganz geeignet, den schrnählichen Mißhandlungen und Mißdeutungen gegenüber in jeder jüdischen Brust in gesteigertem Maße das Bewußtsein von der Reinheit und Hoheit der jüdischen Mission zn wecken lind zit erhalten, zugleich Priester und Opfer der Sittigung der Menschheit zu fein, und mir doppelter Treue und Hingebung auszuharren auf dem wettgeschichtlichen Posten, auf welchen ihn der Vater der Menschheit gestellt. Tiefe Zeitschrift hat einen solchen Zeitpunkt für ganz geeignet gehalten, sieh!nieder den anderen Genosselt im Wirten und Ringen für die große jüdische Aufgabe zngesellen zu dürfen und hofft, allen Freunden der jüdischen Zukunft nicht unwillkommen zu sein. Wie sie also auf die gedeihliche innere Entw i ck e t u u g der jüdischen Kreise einen nachhaltigen Einslnß ansznübeu bestrebt sein wird-, ebenso begreift sie auch ihre Pflicht zur Vertretung des Iudernhnms nach Außen. Die Stellung des Indenthums und der Iudeuheit im öffentlichen Leben des Staats und der politischen Gemeinde zu wahren und jeden dieselbe | bedrohenden Angriff znrückzuweisen, wird einen Gegenstand ihrer angelegentlichsten Sorge bilden. Ter ״Ieschuruu" will ein echtes Fa milieublatt sein, welches, durch allgemein verständliche Aufsätze in abweeliseluder Form belehrend und unterhaltend, in dem jüdischen Hanse die Erlenntuiß des Indenlhuuts pflegt. Ter ״Ieschurun" tvill ein Gemeindeorgan sein, welches die Interessen des jüdischen Geiueindelebens wahrhaftig und treu nach jeder Richtung hin vertritt. Ter ״Ieschurun" will sich in den Tieust der Schule stellen, um auf diesem heiligen Gebiete aufklärend und anregend zn wirken und die berechtigten Anforderungen des Lehramts kräftig zu unterstützen. Ter ״Ieschnruu" will ein niuuner schlunmu'rnder Wächter sein, iveleher von hoher Warte aus llmschan hält über alle Ereignisse auf dein Markte des Lebens und getreulich Bericht erstattet. Ter ״Ieschnrun" will ein unerschrockener Anwalt sein und mit umsichtigem Eifer das Wort führen für das gefährdete Recht, für die angegriffene Wahrheit. Demgemäß wird er einen mannigfaltigen Inhalt bieten: p o p u l ä r e A b h a n d l n n g e u über die eigensten Angelegenheiten des JudeukhnmS; objektiveDarstcltnngen und Beurtheilungen der politischen, das Indenthnm betreffenden Ereignisse; genaue Berichte über die Vorkomutuissc im jüdischen Gemeindeleben; Besprechungen litterarischer Erscheinungen, insofern solche voit allgemeinem Interesse sind; ein gediegenes Feuilleton. Möge cs ihut vergönnt sein, den! Ziele seines Strebend!licht allzufern zu bleiben. Isriltls lWM mrä AuWe. ES sind jetzt mehr als drittehalb Jahrtausende, daß Gott uns für nuferen welthistorischen Gang durch die Zeiten vorbereitete. Das Ziel dieser Wanderung durch ״die Wüste der Menschheit" ist ein doppeltes. Läuternde, weihende Erhebung Israels zum Träger des GoltesworteS, heißt das Eine; als HeileSsaat eingescnkt zu!verden in den Boden der Menschheit, auf daß die ״Wüste" zum Paradiese werde, das Andere. Machtlos und wehrlos hincingeslreut in die Mitte inachtstolzer kampsgerüsteter Völker, als einzigen Schatz das Gotteswort, als einzige Wehr den Gottcsschntz, sollten wir die unüberwindliche Macht dieses Wortes, die Allem obsiegende Kraft dieses Schutzes kennen lernen, uns immer mehr mit jenem. Worte zn durchdringen, uns immer freudiger und rückhaltloser diesem Schutze anznvertrancn. Je vollkommener dieses Ziel nach Innen erreicht wird, desto mächtiger die Wirkung nach Außen. Je 11101)1־ die jüdischen Hütten die Heimstätten werden vollendeter Meuscheugesittung und damit auch die Heimstatten eines von keinen äußeren Wechsclfällen zu trübenden MeuschenheileS, um so mehr wird das stille Beispiel dieser Gesittung und dieses GottessriedenS zu einer Lichtsaat des Rechtes und der Liebe inmitten der Menschheit. Das ist die große Galuth-Wanderung Israels, an deren Ziel die Erlösung Israels unb der Menschheit winkt. Und in wunderbarer Weise hat unser und der Menschheit Vater uns für diese Wanderung ansgestattet. Für das, lvas wir jedem gegebenen konkreten Verhäktnisse gegenüber unter dem Gesichtspunkte des Pflichtgebotes;u thnn und zn lassen haben, dafür hat er uns sein Gesetz in die Hand gegeben, das uns geleitet hat für und für, ans dem wir mit jedem jungen Tage für jeden jungen Tag, soweit es unsere Pflichtthat betrifft, das Gebot der ewigen Norm zn schöpfen haben. Zur Orientirnng jedoch über unser Geschick in den einzeliten Phasen der Geschichte; zur Würdigung der Verhältnisse unserer Umgebungen, wie sie der Wurf der Zeiten gestaltet; zur Örientirung über die für uns