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Jeschurun · 1868-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1868) · p. 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 10-12 (Juli 1868)
Article
Angela
Date
1868-07-01
Page
393 (sequence 12)
Language
German
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er, wie ein Held, ohne seinen Aussagen das Geringste hinzuzufuge». Doch so unsäglich die physischen Qualen, die ihn trafen, so waren sie doch nicht die schwersten, die er zu erdulde» hatte. Die ׳ Krankheit seiner Frau verschlimmerte sich von Tag zu Tag und er hatte Nachricht davon erhalte»; er wußte, daß seit der ersten Nachricht von Angela, keine weiter von ihr eii'getrosfen, obgleich zwei.; Monate seitdem bereits verstrichen. Es war dem Tokior gelungen, durch Bestechung des Kerkerj Meisters, zuweilen einige Zeilen mit dein Gefangenen wechseln zu können. Von Angelas Vetter Alberto hatte er erfahre», daß dessen. Cousine weder ihn, noch seine Mutter gesprochen hatte, er ersuchte daher Dal Monte um den Namen seines Verwandten in Deutschland zu dem Angela sich hatte wenden wollen, um sich bei diesem nach ihr und dem Kinde zu erkundigen. Die Antwort, die umgehend c ingetroffen, hatte seine ärgsten Befürchtungen noch übertroffen, hatte ihm gemeldet, daß jener Verwandte in Wien weder von Angela, noch von dem Kinde die geringste Kunde erhalten! Was nun?— was nun? Verzweistnngsvoll rannte der Arzt, der in dem kühnen hochherzigen Mädchen schon sein« Gatt!» ge-- ■ träumt hatte, im Zimmer aus und ab, — er beneidete fast di« unglückliche Mutter, die schon seit Togen vollständig bewußtlos und die daher diese Schreckensnachricht nicht treffen konnte. — Er hatte bereits unmittelbar nach der Verhaftnahme von Gludittas Gatten an ihren Vater, der eben auf einer Geschäftsreise im Orient begriffe», geschrieben und erwartete nun voll Ungeduld von Tag zu Tag die Ankunft desselben; und endlich traf er ein. — Es war ein herzerschütternder Moment, als der Vater das Haus seiner Tochter betrat. Vor kaum zehn Wochen hatte er seine Familie verlassen; im Vollgenuß des reinsten, höchsten Glückes, und nun, wie traf er sie min! — Die eine Tochter lag sterbend, nicht mehr im Stande den heimgekehrten Vater zu erkennen, die andere Tochter nebst seiner Enkelin war verschwunden, spurlos verschwunden, vielleicht auch tobt; der Schwiegersohn schmachtet im Kerker — der kleine Leo lehnte allein an die Kniee des schluchzenden Großvaters und blickt mit seinen großen Kindeiaugen zu ihm auf. Giuditta's Leide» waren zu End«, sie war verschieden —

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