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Jeschurun · 1868-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1868) · p. 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 10-12 (Juli 1868)
Article
Angela
Date
1868-07-01
Page
383 (sequence 2)
Language
German
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VMS... WS gen und in die leerstehende Wiege Letten, und dann sollte den Hauslcuten der Tod des Kindes mitgetheilt werden. — Der Arzt Wte in einem andern Zimmer noch ein Medikament verschrieben. Dal Monte rief Gianna, um es durch sie besorgen zu lasieu. Als sie in's Zimmer trat, schien der Doktor das Recept noch einmal prüfend z» durchlesen. ,Ms ist das Letzte", wandte er sich, das Recept noch immer in Händen haltend, zu dem neben ihm stehenden Vater ״es ist das Letzte, was ich Ihrem armen Kinde geben kann, und ich fürchte sehr, es wird ihm nichts mehr nützen, der Pulsschlag ist beinahe schon erloschen, Sie müssen sich in Ergebung dem Wille» Gottes fügen." Wie ergriffen von dieser Mittheilung, wandte Dal Monte sich ab »ind barg das Gesicht in de» Händen, Gianna aber, die für das Kind, das sie seit seiner Geburt gepflegt, wirkliche Zuneigung hegte, eilte laut schluchzend zur Apotheke. Der Abend war schon ziemlich weit vorgerückt. In dem angeblichen Krankenzimmer befanden sich beide Gatten in leisem aber eifrigem Gespräch vertieft. Von glücklicher Hoffnung beseelt, unterhielten sie sich eben über ihre bevorstehende Uebersiedeluiig, die sie, wo möglich, schon in einige» Wochen vorznnehmen beabsichtigten, beide konnten den Gedanken nicht ertragen, länger von dem Kinde getrennt zu sein, das ihnen zum zweitenmal geschenkt schien. Auch nach dem kleinen Leo, den sie schon seit vier Tagen nicht gesehen, äußerte Giuditta eben ihre Sehnsucht, als der Doktor, in weitem Mantel gehüllt, in's Zimmer trat. Mit inniger Herzlichkeit hegrüßten ihn beide; sie fühlten sich ihm ja so tief verpflichtet, aber in Gmditta regte sich auch schon der alte Muthwille wieder. ״Nun Herr Doktor, was sagen Sie zu meiner großen Herr׳, lichen Schwester, gibt es in ganz Italien auch wohl nur ein Frauen-;immer, das man ihr zur Seite stellen könnte?" Das redliche Gesicht des nicht mehr jungen Mannes überzog sich mit einer lebhaften Rötbe ״Angela ist «ine Perle" erwiederte er im Tone innigster Ueberzengnng, ״vergebens würde man in der ganzen Welt, ihres Gleichen suchen." Giuditta hätte dieses Thema gern weiter fortgesetzt, aber der Arzt wandte sich mit einigen ihr unverständlichen Worten an ihren ®.Uten, dem er einen bedeutsamen Blick zuwarf. Dal Monte erhöh

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