Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Ha-azinu und die Gegenwart
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 300 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ein völliges Scheitern seiner Sendung erscheinen dürsten, in welcher 8 das Volk des göttlichen Gesetzes Gott und seinem Gesetz den Rücken § kehren und sich gerade dem Heidenthum in die Arme werfen werde, 8 das durch sein Beispiel aus den Anschauungen und dem Leben der j Menschen zu entwurzeln, es mit dem Gottesgesetze im Arme als | seine Sendung auf Erden begreifen sollte. Und trotz solcher Zeiten f לא תשכח מפי זרעו, soll doch dieses Gesetz nicht in bleibende Ders gefsenheit bei seinem Volke kommen. Haben cs gottvergessene Väter s verworfen, werden es gottbegeisterte Söhne und Enkel wieder ersasl sen, und Israel doch — wie sein letztes Abschiedswort lautet -- --- j| bleiben das ״zu ewigem Fortschritt erblühende" Volk, das Volk J ״sonder Gleichen", das ohne ״Schild" und ״Schwerdt", von ״Gott" n getragen den einzigen weltbistorischen ״Sieg" erstreitet, sich die ״An- I erkennung seiner Feinde erringt" und ״die Höhen ersteigt", zu dej nen Andere vergeblich emporgestrebt, und deren Inhaber zu sein sie, 1 in langer langer Selbsttäuschung befangen, sich gedünkt,1 אשריך ישראל מי כמוך עם נושע בר' מגן עזרך ואשר חרב גאוחך ויכחשו אויביך לך ואחה עלכמוחימו חדרך. j Darum nicht Mcnschcn-Wort und Menschen-That, die wechselnden und schwankenden, — was Himmel und Erde verkünden, die s wandellos sich selber gleichen, und was sie im Dienste des Weltenf meisters vollbringen, setzte er zu Zeugen und Garanten seines Werkes an Israel ein. Des Menschen Sein und Weisheit ist siüchtig wie der Schatten. Was der Ahn begeistert erfaßt, wofür er Leben und Lebensglück freudig geopfert, darauf schaut der Enkel als übers wundene Thorheit herab, das wirft er wie entehrende Fessel von sich, I um sich bethort in wahrhaft verächtliche Bande zu schmieden. ׳Über f Himmel und Erde zeugen mit ewiger Treue von dem Einen Gesetz, das alle Welten und Wesen in dem Dienst des Einen EinzMn umschlingt, und von der Freiheit und der Freude und dem Frieden, die nur im Gcsetzesdienste des Einen Einzigen erblühen. Und Himmel und Erde sind die Depositaire alles dessen, was der kleine und doch so große Mensch an Kraft und Mittel, an Blüthe und Gedeihen 1 für sein kleines und doch so großes Wollen und Vollbringen auf! Erden bedarf, — und was sie versagen und was sie gewähren, was sich j auf Geheiß des Weltenmcisters aus der Vermählung des Himmels Md der Erde für ihren Liebling ans Erden, für den Menschen er-