Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 2 (November 1867)
- Article
- Die Lieder der Koraiden
- Date
- 1867-11-01
- Page
- 34 (sequence 2)
- Language
- German
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34 Die Lieder der Koraiden. ren und Guten zur bewußtvollsten und reinsten Huldigung des Wahreu und Guten sich emporarbeiten; sehen wir doch vor Allem da die siegende, göttliche Kraft deS Gesetzes im strahlendsten Lichte, indem es das Geschlecht seiner bittersten Gegner zu seinen begeistertsten Trägern umwandelt! Im Lichte dieser Ueberlieferung mögen wir vorahuend der Triumphe jauchzen, die einst das Gesetz zu Zeiten unserer Enkel feiern wird, wenn aus der Asche aller der zahlreichen Verächter, ja gerade der leidenschaftlichsten Feinde derselben Enkel erstanden fein werden, die als Herolde und Lehrer eben der Wahrheiten und des Heiligthums voranleuchten werden, die deren heutige Großväter verleugnend geschmäht. Im Lichte dieser Ueberlieferung mögen wir auch Zeiten wie die Gegenwart überdauern, ohne für die Zukunft unseres Heiligthums zu zittern. Vielleicht aber tritt die Wahrheit dieses Gedankens nirgends historisch begründeter hervor als in dem Geschlechte des allerersten Empörers gegen Gottes Gesetz, als in dem Geschlecht des allerersten öffentlichen Leugners der Göttlichkeit der Sendung Mosts. ״Fürsten der Gemeine, im Vvlkesrath die Berufensten, Manner von Namen" zweihundert und fünfzig ans der Elite der Nation hatte Korah zur Empörung wider Mosis Sendung aufgestachclt; ״die ganze Gemeine, Alle sind heilig und in ihnen ist Gott", mit dieser relativen Wahrheit hatte er die ganze Basis der Sendung Mosis, das Faktum seiner Heroldschaft von Gott an die Nation zu erschütter!! versucht, hatte das Jedem inwohnendc Göttliche als die einzige Goitesoffenbarung, und damit Mosis Werk als Erzeugniß der Lüge im Dienste hierarchischer und tyrannischer Gelüste verschrieen. Die Leugnung eines Faktums kann nur durch die Erfahrung eines Faktums widerlegt werden. ״Dadurch sollt ihr erkennen, daß Gott mich gesendet alle diese Handlungen zu üben und daß sie nicht aus meinem Sinne stammen", lautete Mosts Wort an die Nation, ״wenn, wie alle Menschen sterben diese sterben, und das Verhängntß aller Menschen über sie verhängt wird: so hat Gott nicht mich gesendet. Wenn aber ein Neues Gott schaffen wird, und es öffnet die Erde ihren Schlund und verschlingt sie und alles Ihrige, und sie lebend in die Gruft sinken: so werdet ihr wissen, daß diese Männer Gott gehöhnt." Nur durch Korah's, den unmittelbaren Gottesfinger bekundenden Untergang war die Urberzeugung von der Göttlichkeit der