Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 12 (September 1867)
- Article
- Deutschland : Kiel [Nachricht]
- Date
- 1867-09-01
- Page
- 427 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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427 Kiel. Das ״F. I." theilt folgenden die Verhältnisse der Inden in Schleswig-Holstein betreffenden!.Erlaß vom 24. Juni mit: ״Auf den Bericht vom 6. Juni d. I. will ich in Abänderung der Bestimunmgen des §. 11 des Gesetzes über die VerhZltnisse der Juden im Herzogthum Holstein und des §. 16 der Verordnung vom 8. Februar 1854 über die Verhältnisse der Juden tut Herzogthum Schleswig hierdurch die Besngniß zur Ernennung der jüdischen Geistlichen in den Herzogthümer Schleswig und Holstein, sowie zur Feststellung der denselben ans Gemeindemittcln beizulegendcn Einnahmen, den betreffenden Regierungen übertragen." Donaufürstenthümer. Jassh, 4-. Aug. Bekanntlich hatte I. Bratiano den Juden nnter Anderem auch den Pacht von Gütern untersagt; diese Maßregel begegnete zwar im Allgemeinen keinem Widerspruche, denn in der. Moldau gibt cs bvcbstens hundert Israeliten (und auch das sind zumeist Fremde), die sich mit Gutspachtungen befasse». Aber so klein ihre Zahl auch ist, so trugen dieselben bisher »och stets zur Erstelung guter Preise bei den Licitalionen bei, und der Finanzminister, der durch Ausschließung der Juden aus allcmConcurrcnz den Staatssäckel zu beeinträchtigen fürchtete, erklärte im Einvernehmen mit dem Justiznünistcr mittelst eines anderen Circulars die Inden zu Güter- Pachtungen als berechtigt. Nun begannen aber die Agitationen gegen die Juden von neuem, Volksversammlungen wurden wieder veranlaßt, Beschlüsse gegen das Circular des Finanzministers gefaßt und offene wie geheime Drohungen gegen die Juden, wenn dieselben sich an den Licitationen betheiligcu sollten, überall verbreitet. Mittlerweile war der erste Licitationstag hcrangerückt, und gleichzeitig mit den anderen Concurrenten fanden sich auch mehrere Israeliten ein; aber ohne daß sic sich's versahen, wurden sie von einer Rotte Gesindels aus dem Saale heraus die Stiege hinunter — getragen. Im Handumwcnden waren sämmtliche Staatsgüter in der Moldau licitando verpachtet und die erzielten Preise der Regierung telegraphisch berichtet. Gestern aber traf nun plötzlich die Antwort ein, daß die Regierung diese Abschlüsse, als dem Staatsschätze nachtheilig, nicht bestätigen könne und die gänzliche Sistirnug aller Verpachtungen bis auf Weiteres anordne. Nun ging das Toben von neuem los, und in einer Versammlung faßten heute die enttäuschten Pachtersteher den Beschluß, daß die Regierung sich bezüglich der in der Moldau gelegenen Güter nicht einzumengen und auch keine Bestertigung oder Nichtbestätigung zu erlassen habe, daß ferner die Pacht-